Coronavirus

Corona-Krise: Bayreuther Senioren leiden unter Einsamkeit

Die Bayreuther Senioren haben sehr unter dem Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie gelitten. Ein großer Punkt hierbei ist die entstandene Einsamkeit. 

Die Corona-Pandemie hat das Leben der Menschen auf den Kopf gestellt. Besonders betroffen waren auch Senioren, die teilweise das Haus gar nicht mehr verlassen konnten. Sozialreferentin Manuela Brozat berichtet, welche Angebote es für Senioren während des Lockdowns gab.

Herausforderung durch Corona

„Durch die Covid-19 Pandemie wurden wir vor besondere Herausforderungen gestellt“, sagt Sozialreferentin Manuela Brozat. Denn gleich zu Beginn wurde die Tafel in Bayreuth geschlossen. „Wir haben uns bemüht das abzufedern und haben Lebensmittelgutscheine zu Verfügung gestellt. Zudem hat der Paritätische Dienst warme Mittagsmahlzeiten angeboten, bis die Tafel wieder geöffnet hatte“, erzählt Brozat. Der Laden der Tafel Bayreuth war vom 16. März bis Mitte Mai den Laden geschlossen. „In der Zeit haben wir Lebensmittelpakete für Bedürftige in Stadt und Landkreis Bayreuth gepackt. Wir waren nicht untätig“, sagt Ingrid Heinritzi-Martin.

Angebote für Bayreuther Senioren

Ein weiteres Angebot war die Bücherausleihe to go. Bei dieser wurden Senioren- und Pflegeheime mit Büchern versorgt. Das sei gut angenommen worden, erklärt die Sozialreferentin. Außerdem wurde extra eine Telefonleitung für Senioren freigeschaltet während der Corona-Krise. Und diese wurde auch gut in Anspruch genommen, erklärt Gabriele Leykauf von der mobilen Seniorenberatung. Häufig gestellte Fragen waren etwa, wie man sich schützen könne, wie es weitergehen solle oder wer einkaufen gehen solle.

Angehörige sind unersetzbar für Bayreuther Senioren

Für die Menschen die pflegebedürftige Angehörige zuhause versorgen mussten, war es eine schwere Zeit, erzählt Gabriele Leykauf. Denn Pflegeheime nahmen keinen mehr auf, genauso wie Pflegedienste. In der Zeit seien viele Angehörige überfordert gewesen. Richard Knorr, stellvertretender Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) erzählte, dass es auch Fälle gab, in denen Pflegedienste aus Angst nicht ins Haus gelassen wurden. Auch die Pflegeheime hätten es nicht leicht gehabt. Denn für sie sei es eine Gratwanderung. Zum einen sollen Angehörige zu den Bewohnern gelassen werden und zum anderen sollen die Infektionsschutzmaßnahmen eingehalten werden. „Wir versuchen alles, schaffen es aber zeitlich und personell einfach nicht“, sagt Richard Knorr.

Einsamkeit durch Corona richtet großen Schaden an

Dass gerade die Einsamkeit ein riesiges Problem ist, berichtet Heike Komma von der Seniorenbegegnungsstätte am Kirchplatz. Sie stellte fest, dass Menschen die im März am Beginn einer Demenz standen, inzwischen im Pflegeheim sind und nicht mehr klar kämen. Diese seien zu lange einsam gewesen. Die Seniorenbegegnungsstätte ist zwar inzwischen wieder geöffnet, aber der durch Einsamkeit angerichtete Schaden sei groß. Da habe auch der telefonische Kontakt nichts geholfen. Richard Knorr weiß, dass die Einsamkeit ein großes Problem sei. „Wir ersetzen weder mit digitalen Kontaktmöglichkeiten wie Skype noch mit Gruppenangeboten einen Angehörigen“, sagt Knorr.

Bayreuther Tagblatt - Katharina Adler

 bt-Redakteurin Online/Multimedia
Katharina Adler