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Bayreuther Land
Johannisfeuer in der Region: Was sie bedeuten
In Bayreuth und Umland finden wieder viele Johannisfeuer statt. Das bt hat nach der Bedeutung gefragt.
Das bt hat nachgefragt, was es mit dem Brauchtum auf sich hat.
Die Stärke der Natur feiern
Auch wenn sich nicht mehr alle daran halten: Johannisfeuer finden traditionell am Johannistag statt, am 24. Juni. Der Tag ist der Geburt von Johannes dem Täufer gewidmet. Er hängt zusammen mit der Sommersonnenwende, die zwischen dem 20. und dem 22. Juni liegt. Ab diesem Tag werden die Tage wieder kürzer.
Doch wieso gibt es die Johannisfeuer am Johannistag? „Man will den längsten Tag des Jahres feiern. Und der steht für die Kraft der Natur“, sagt Heimatforscher Adrian Roßner. Er sieht einen symbolischen Zusammenhang zwischen der Kraft der Sonne und der Kraft des Feuers. Doch der Sinn des Brauchs reicht noch tiefer.
Junge Leute springen übers Johannisfeuer
Auch die Jugend spielt eine große Rolle, sagt Roßner. So wie die Natur zu dieser Jahreszeit noch jugendlich ist, kam früher den Jungen eine besondere Aufgabe bei Johannisfeuern zu.
„Es gibt den Brauch, dass junge Leute übers Feuer springen“, sagt Roßner. „Um die Kraft aufzunehmen – aber auch, um sich damit zu verbinden.“ Einst sei dieser Brauch sehr verbreitet gewesen, auch im Bayreuther Raum. Lesen Sie auch: Das „Klassik Open Air“ kehrt zurück nach Bayreuth.
„Ein bisschen das zweite Weihnachten“
Der Johannistag gewinnt seine besondere Bedeutung durch seinen Namensgeber: Johannes den Täufer. „Im christlichen Glauben ist es auch ein bisschen das zweite Weihnachten“, sagt Roßner. Johannes der Täufer gilt als Wegbereiter von Jesus – dessen Geburtstag wiederum mit der Wintersonnenwende zusammenfällt.
Dieser Aspekt ist laut Roßner vor allem in katholischen Gebieten wichtig. „Im Evangelischen ist der Glaube an Heilige weniger verbreitet, daher spielt es dort nicht so die große Rolle“, sagt er.
Kanneskraut reißen am Johannistag
Die Johannisfeuer sollen auch die Ernte des Jahres vor bösen Geistern schützen, so der Heimatforscher. Damit stehen sie in engem Zusammenhang zum „Kanneskraut“ – Johanniskraut. Aber was genau ist das „Kanneskraut“? Adrian Roßner hat aufgrund seiner Forschungen eine Vermutung.
Die beginnt mit der etwas verwirrenden Einsicht: Das traditionelle „Kanneskraut“ der Region hat nichts mit der Pflanzenart namens „Johanniskraut“ zu tun. Sondern bezieht sich auf ein anderes Kraut, das am Johannistag gepflückt wurde.
„Vermutlich handelte es sich dabei um Arnika“, sagt Roßner. Die alten „Zauberbüchlein“ aus dem 18. Jahrhundert sprächen nämlich von einer „gold-gelb blühenden Pflanze, die weithin sichtbar strahlt“. Außerdem habe Arnika im Fichtelgebirge allgemein als „Zauberpflanze“ gegolten.
Die Angst vor dem Bilmesschneider
Die Leute hätten am Johannistag Arnika gepflückt und um ihre Felder gelegt, um die Ernte vor bösen Kräften zu schützen, so Roßner. Eine solche böse Kraft, vor der man sich im Fichtelgebirge fürchtete, war der Bilmesschneider.
„Der Bilmesschneider ist ein Hase, der an den Vorder- und Hinterläufen Sicheln hat. Wenn er damit durch die Felder hoppelt, vernichtet er die Ernte“, erzählt Roßner. „Bis in die 1920er-Jahre hinein war der Glaube daran bei uns sehr verbreitet.“
Doch eines haben alle Bräuche um den Johannistag gemeinsam, so Roßner: „Es geht immer darum, zu zeigen, dass man dankbar ist für die Kräfte der Natur.“
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Der Große Saal im Friedrichsforum. © bt-Redaktion 











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