Corona-Krise

“Aufgeben? No Way!” Corona stellte eine Kanga-Trainerin aus Bayreuth vor große Herausforderungen

Kristina Chowanietz bietet in Bayreuth postnatales Kanga-Training für Mütter mit Babys an. Die Corona-Pandemie stellte die Trainerin vor große Herausforderungen. 

„Sicherheit geht ganz klar vor aber deswegen aufgeben? No way!“ So geht eine Bayreutherin in ihrem Job mit dem Coronavirus um. Wegen Covid-19 kämpfen Busunternehmer im Raum Bayreuth um ihre Existenz.

Kanga-Training in Bayreuth: Mehr als Mamas, die mit Babys tanzen

Kanga-Training: Schon mal davon gehört? Das kommt aus Österreich. Die ehemalige Tänzerin und Fitnesstrainerin Nicole Pascher aus Wien hat es entwickelt und ein Franchise-Unternehmen draus gemacht. Im Raum Bayreuth ist Kristina Chowanietz (29) die lizenzierte Ansprechpartnerin für das postnatale Kanga-Training. Das sieht aus wie Mamas, die mit Babys tanzen, ist aber mehr.

Beim postnatalen Kanga-Training – also dem Training frisch gewordener Mamas mit ihren Kindern – geht es laut Kristina Chowanietz darum, den Körper nach Schwangerschaft und Niederkunft langsam und gut verträglich wieder fit zu machen. „Training in Geborgenheit“, sagt sie dazu und meint, dass die Babys mit dabei sind. „Rucksack für vorne oder hinten“, könnte man es nennen, womit Mama und Baby beim Kanga-Training jeweils verbunden sind. Das geht natürlich auch mit einem handelsüblichen Babytragetuch. Die Mamas tanzen und die Babys schlafen dabei glückselig ein.

„Wir waren nicht die einzigen, die ihre Kurse ins Internet verlagert haben“

Der Lockdown in der Corona-Krise sei nicht leicht gewesen, so Chowanietz. Die vorgeschriebene soziale Distanz hatte auch ihre Kurse unmöglich gemacht, zumal sie damit in einem Fitnessstudio arbeitet.

Schnelles Umdenken war gefragt. Klar: Ab mit den Kursen ins Internet, aber ganz so einfach war das nicht, wie die Bayreuther Kanga-Trainierin erzählt. So habe es Schwierigkeiten beim Ton gegeben. Der ist aber beim Tanzen mit den Babys wichtig, ein Versatz von mehreren Sekunden in einer online-Stunde für alle Beteiligten ärgerlich.

„Wir waren nicht die einzigen, die ihre Kurse ins Internet verlagert haben“, erzählt Kristina Chowanietz. So sei es auf den einschlägigen Plattformen für Live-Video-Konferenzen wegen Überlastung zu den Problemen gekommen. Mit dem viel beschrienen Sündbock für alles, was das Internet betrifft, also der Geschwindigkeit, habe das nichts zu tun gehabt, sagt die 29-jährige Bayreutherin. Ihr Mann habe ihr geholfen, was die Technik betrifft, bis schließlich wieder Kurse – zumindest draußen an der frischen Luft – möglich waren.

„Sicherheit geht ganz klar vor aber deswegen aufgeben? No way!“

Nicht alle Mamas aus den Kursen seien zurückgekommen. Das liege zum einen daran, dass Kanga-Training nur so lange geht, wie die Mamas die Babys tragen können oder die Kleinen in die Krippe kommen. Zum anderen liegt es – wer könnte es verdenken – an der Vorsicht vor dem Coronavirus. Kristina Chowanietz ist dennoch optimistisch und gleichzeitig verantwortungsbewusst.

Sie hat einen extra großen Raum in dem Fitnessstudio für ihre Kurse. Langsam würde das Interesse am Kanga-Training wieder wachsen, sagt die 29-Jährige, die auch auf Facebook zu finden ist. Statt sonst zwei Trainingseinheiten pro Woche, gibt es bis auf Weiteres nur eine. Kristina Chowanietz ist selbst eine junge Mutter. Gerade auch der Austausch unter frisch gewordenen Mamas habe auch ihr sehr geholfen. In Bayreuth wurden ehrenamtliche Helfer für ihren Einsatz während der Corona-Pandemie belohnt.


Beitrag: Raphael Weiß.

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

 Redaktion