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Potentielle Gewalt

Sicherheitsdienst im Bayreuther Landratsamt: Bürgerfreundlichkeit oder Schutz der Mitarbeiter?

Im Bayreuther Landratsamt gibt es Sicherheitspersonal. Nun wurde diskutiert, ob diese Mitarbeiter weiterhin beschäftigt werden sollen.

Im Bayreuther Landratsamt gibt es aktuell zwei Sicherheitskräfte, um das dortige Personal zu schützen. Nun hat es eine erneute Befragung und Auswertung der Gefährdung der Mitarbeiter gegeben: Der Kreisausschuss Bayreuth musste entscheiden, ob das Sicherheitspersonal weiter beschäftigt wird.

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Sicherheit im Landratsamt Bayreuth: Nur mit Sicherheitsdienst?

170 Arbeitsplätze wurden bei einer Befragung der Mitarbeiter sowie der Prüfung eines Arbeitskreises bewertet. Das Ergebnis: 79 Arbeitsplätze sind einer potentiellen Gefahr ausgesetzt, die sich auf verbale Beleidigungen beziehen kann. Weiter wurde ausgewertet, dass sogar bei 47 Arbeitsplätzen im Landratsamt Bayreuth körperliche Übergriffe befürchtet werden. Diese Ergebnisse stellte Stefan Merkel vom Landratsamt Bayreuth dem Kreisausschuss vor.

Er erklärt auch, dass es beispielsweise im Jobcenter in Bayreuth einen Messerangriff gegeben hatte. „Die Übergriffe haben in den letzten Jahren zugenommen“, sagt Merkel. Deshalb wurde ein Sicherheitsdienst im Landratsamt eingeführt. Aktuell sind eine Frau und ein Mann seit Mai als Sicherheitsdienst im Landratsamt tätig.

Mitarbeiter im Landratsamt fühlen sich sicherer

69 Prozent der Mitarbeiter bestätigten laut Merkel, dass das Sicherheitsgefühl seitdem gestiegen ist. 89 Prozent fänden das Konzept gut, dass der Sicherheitsdienst kommt, wenn die Notruftaste am Telefon im Landratsamt ausgelöst wird. Merkel erklärt weiter, dass 62 Prozent der Mitarbeiter keine Alternative zum Einsatz eines Sicherheitsdienstes sehen. Zusätzlich erwähnt er in einem Satz: „Es gab auch negative Stimmen.“

Die Verwaltung schlägt vor, den Sicherheitsdienst für zwei weitere Jahre zu behalten – allerdings nur mit einer Person. Diese würde vollkommen genügen. „Es hat keine großartigen Vorfälle gegeben“, erläutert Merkel. Die Kosten würden etwa 20.000 bis 23.000 Euro pro Sicherheit-Mitarbeiter betragen.

Diskussion im Kreisausschuss Bayreuth: Sicherheit oder Bürgernähe?

Christa Reinert-Heintz (CSU) wirft gleich die Kernfrage der anschließenden Diskussion auf: „Es ist so, dass man sich über die Außenwirkung auf die Bürgerfreundlichkeit streiten kann.“ Doch sie plädiert für die Sicherheit der Mitarbeiter und möchte sogar weiterhin zwei Personen für die Sicherheit im Landratsamt beschäftigen.

Stefan Frühbeißer (FWG) regt an, die Sicherheitskräfte in den Bereichen einzusetzen, die auch potentiell gefährdet sind.

Der Großteil der Mitglieder des Kreisausschusses waren der Ansicht, dass allerdings zwei Mitarbeiter für den Sicherheitsdienst sinnvoll sind. Allerdings plädierten sie darauf, diese Mitarbeiter zunächst nur ein weiteres Jahr zu beschäftigen. Trotz vier Gegenstimmen wurde beschlossen, die zwei Sicherheitskräfte für ein Jahr im Bayreuther Landratsamt zu beschäftigen.

Bayreuther Tagblatt - Christoph Wiedemann

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Christoph Wiedemann