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Landratsstichwahl 2020 in Bayreuth: Der neue Landrat heißt Florian Wiedemann

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Die Stichwahlen in Bayreuth drehen sich nicht nur um Brigitte Merk-Erbe und Thomas Ebersberger. Einer von beiden wird für sechs Jahre Oberbürgermeister werden. Heute (29.3.2020) entscheidet sich auch, wer der neue Landrat vom Landkreis Bayreuth wird. Die Wahl entscheidet sich zwischen Klaus Bauer (CSU) und Florian Wiedemann (FWG).

Update vom 29. März 2020 um 20:30 Uhr: Neuer Landrat steht fest

Der Landkreis Bayreuth hat einen neuen Landrat gewählt. Florian Wiedemann geht als Überraschungssieger aus dem Walkampf hervor. Überraschend deshalb, weil eine Zeitlang bei der Stimmauszählung sein Konkurrent Klaus Bauer die Nase vorn hatte. Nach Auszählung aller Stimmbezirke, steht der Sieger fest, auch wenn der Sieg nur knapp ist: 50,94 Prozent der Wähler entschieden sich für Florian Wiedemann,  49,06 Prozent für Klaus Bauer. Die Wahlbeteiligung lag bei 67,56 Prozent.

Update vom 29. März 2020 um 19:05 Uhr: Über die Hälfte der Stimmbezirke sind ausgezählt

Momentan sind 72 von 114 Stimmbezirken ausgezählt. Klaus Bauer (CSU) liegt immer noch vorn. Bauer kann 51,83 Prozent für sich verbuchen, Florian Wiedemann 48,17 Prozent.

Update vom 29. März 2020 um 18:50 Uhr: Die ersten Stimmen sind ausgezählt

Aktuell sind 55 von 114 Stimmbezirken ausgezählt. Klaus Bauer (CSU) liegt momentan mit 52,62 Prozent vor Florian Wiedemann (FWG) mit 47,38 Prozent.

Stimmverteilung vor zwei Wochen

85.533 Menschen im Landkreis Bayreuth sind Wahlberechtigt. Auch sie konnten ihre Stimme nur per Briefwahl abgeben. Vor zwei Wochen konnten sich der Landkreis zwischen fünf Kandidaten entscheiden. Zwei sind noch übrig. Klaus Bauer (CSU) erhielt im ersten Wahldurchgang 25.008 Stimmen, Florian Wiedemann (FWG) 18.100 Stimmen. In Prozent ausgedrückt: Für Bauer entschieden sich 42,39 Prozent der Wähler und für Wiedemann stimmten 30,68 Prozent. Bei diesem Wahldurchgang konnten 58.989 gültige Stimmen gezählt werden. 

Klaus Bauer: Landrats-Kandidat der CSU im Video-Interview

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Er hätte gerne eine Woche länger Zeit gehabt, sich zu entscheiden, sagt Klaus Bauer. Hatte er aber nicht. Zwischen dem Anruf der Kreisvorsitzenden Gudrun Brendel-Fischer, seinem Bewerbungsgespräch vor jeder Menge Ortsvorsitzenden und dem Durchsickern seines Namens an die Öffentlichkeit lag gerade einmal eine Woche. Andernfalls wäre ihm vielleicht doch noch irgendein Grund eingefallen, die Chance, die sich ihm da jetzt bietet, nicht zu ergreifen. In Bayern für die CSU in den Ring steigen. Ganz ohne Parteibuch. Landrat werden – mit noch nicht einmal 50 Jahren.

Ein Video-Interview mit Klaus Bauer finden Sie über dem Text.

Klaus Bauer im Interview bei Thorsten Gütling. Foto: Frederik Eichstädt.

Ich habe kein Parteibuch und umso überraschender war es für mich, dass die Anfrage kam.

(Klaus Bauer)

Bauer weiß: “So eine Chance kommt nur einmal im Leben.” Und darauf gewartet, wenngleich es nicht erzwungen, hat der 48-Jährige ja schon irgendwie. Wer das Spiel namens Politik seit Jahren verfolgt wie kein zweiter, den Jungs am Spieltag dann aber doch immer nur zusehen muss, wie sie die Bälle über die Torlinie grätschen, dem kann es schon mal in den Füßen jucken. Wenn beim ersten Gang auf das Spielfeld aber gleich die Hoffnungen des ganzen Vereins auf den Schultern des Neuen ruhen, kann den das auch erschrecken.

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Verfolgt hat der Neue das Spiel, wenn man so will, seit nunmehr 30 Jahren. Erst als Verwaltungslehrling, später als Fach- und Betriebswirt, dann sechs Jahre als Verwaltungsleiter der Gemeinde Speichersdorf und seit acht Jahren als Verwaltungschef der vier Gemeinden umfassenden Verwaltungsgemeinschaft Weidenberg. Fast so, als hätte er damit nicht schon genug gesehen, sitzt Bauer seit fünf Jahren für den Nemmersdorfer Bürgerblock im Goldkronacher Stadtrat. Darüber, wie Politik funktioniert, wähnt er sich also im Klaren – auch ohne Parteibuch und -karriere.

In 30 Jahren in der Kommunalverwaltung macht man sich bekannt in der Branche.

(Klaus Bauer)

Bauers vielleicht wichtigste Erkenntnis bis hierher: Viel zu oft wird über die alltäglichen, beinahe banalen Dinge gestritten. Über Dinge, die ein Verwaltungsexperte wohl sicher im Griff hätte. Wenn darüber also kein Aufhebens mehr gemacht würde, bliebe mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge. Für Ideen für die Zukunft. Für solche, die das Klima schützen, die Mobilität verbessert, das Leben für Senioren und Familien erleichtern und die Schulen auf dem Land sichern.

Das Verwalten ist Tagesgeschäft, aber ich möchte überwiegend Gestalter sein.

(Klaus Bauer)

Klaus Bauer. Foto: red

Zwei Wochen nachdem Bauer der Ruf der CSU-Spitze ereilt hat, ist der Schreck, so scheint es, einer wohligen Anspannung gewichen. Was soll einen, der Zwillinge hat, auch noch aus der Ruhe bringen? Welcher Gegenüber sollte ihm, der seit Jahren mit Bürgermeistern und Geldgebern auf Augenhöhe diskutiert, zu groß sein? Warum sollte er, der seit Jahrzehnten Kopf einer Blasmusik-Kapelle und Statist bei den Bayreuther Festspielen ist, nicht die notwendige Geduld und Ausdauer aufweisen? Zeit für den Garten oder ein Bier mit Freunden wird schon hoffentlich noch bleiben.

Ich bin ein ausgleichender Mensch. Die Gräben, die jetzt bestehen, möchte ich verfüllen und auf die anderen Fraktionen zugehen.

(Klaus Bauer)

Am 20. September soll Klaus Bauer bei der Delegiertenversammlung in Schnabelwaid offiziell als Landratskandidat der CSU nominiert werden. Am 15. März nächsten Jahres ist Kommunalwahl.