Beiträge

Flohmarkt-Riedingerstrasse

Flohmarkt: Sechs Erinnerungsstücke, sechs Geschichten

Aktualisiert am

In der Riedinger Straße, hinter dem REAL-Supermarkt in Bayreuth, haben sich Flohmarkt-Händler aus Oberfranken und der Oberpfalz positioniert. Die Sonne strahlt bei stahlblauem Himmel. Mit Autos, Transportern, Tischen und Kartons sind sie gekommen. Darauf sind Schätze aus Omas Keller, Gebrauchtes und Seltenes aufgestapelt. Die bt-Redaktion hat einmal genauer hingeschaut und folgende Erinnerungs-Stücke entdeckt:

Der Libella-Truck

Vor gut 15 Jahren gab es für Kinder am Samstag nichts Aufregenderes: Der Gang mit dem Vater oder Opa in den Getränkemarkt. Denn dort durfte man sich nicht nur eine Limo seiner Wahl aussuchen – wahlweise in Tintenblau oder Pink. Wenn man Glück hatte und einen ganzen Kasten gekauft hat, gab’s auch was geschenkt: Eine coole Basecap, ein T-Shirt oder einen Spielzeug-Truck! Doch gespielt hat man mit den Trucks selten. Sie waren ja irgendwie etwas Besonderes. Deswegen reihten sie sich nebeneinander im Regal ein. Und immer wenn ein neuer Mini-Truck dazu kam, hat man ihn stolz seinen Schulfreunden präsentiert. Dieser Libella-Truck wurde auch von einem grinsenden Vater aus dem Getränkemarkt getragen – doch aus der Verpackung hat er es nie herausgeschafft.

Libella Truck zum Spielen

Das Würfel-Puzzle

Der Dauerrenner bei langen Autofahrten und Familienfeiern: Das Würfel-Puzzle. Für Mädchen mit Märchen-Motiv, bei den Jungs waren stattdessen Bauernhof-Motive abgebildet. Quasi ein Puzzle, nur einfacher. Eine der ersten Herausforderungen, die man mit drei Jahren zu bewältigen hat. Aus einer Würfel-Box entstehen sechs verschiedene Bilder. Dieses Würfel-Spiel hat die Achziger überlebt und wurde von einer erwachsenen Frau in ihrem Elternhaus bei Marktredwitz zurück gelassen. Jetzt sucht es neue neugierige Kinder-Hände.

Würfelspiel mit Märchenmotiv

Foto: red / cr

Die Spar-Sau

Diese Sparsau hat sich in den 60er und 70er Jahren hauptsächlich von Mark-Stücken und Pfennigen ernährt. Immer wenn die Oma oder die Tante kam und man artig war, wurde der Bauch der Sau ein bisschen schwerer. Im Fichtelgebirge ging es der Sau seitdem gut – bis auf einen Tag. Da holte jemand ein Messer und schnitt ihr den Bauch auf. Klirrend fielen alle Münzen aus der Sau. Seitdem ist sie auf Diät und hat einen knurrenden Magen. Mag ein Bayreuther sie bei sich aufnehmen und füttern? Wer kann schon diesem Lächeln widerstehen?

Sparschwein aus Gummi

Foto: red / cr

Das bemalte Herz

Es war einmal ein Herz aus dünnem Press-Spahn. Es bekam von einer Künstlerin im Herbst ein buntes Kleid verliehen. Dabei tönten italienische Klassiker aus dem Schallplatten-Spieler. Sie summte mit und malte. Gelegentlich nahm sie einen Schluck von ihrem Glas Vino. Das Herz gelangte mit dem Auto zu einem Bekannten, der gerne Reise-Magazine las. Jeden Monat landete ein Heft im Innern des Herzes. Doch dann musste der Mann ins Krankenhaus und kehrte nicht mehr in seine Wohnung zurück. In der Vorweihnachtszeit holte jemand das Herz aus dem Wohnzimmer und verpackte es in Papier. Auf einem Tisch wurde es neben andere Päckchen gestapelt. Als die Nummer 9 aufgerufen wurde, nahm es eine Frau entgegen. Doch sie konnte den Flair der Toscana nicht spüren und packte es Ende März in einen blauen Plastikkorb.

Bemaltes Herz zur Verstauung von Akten

Foto: red / cr

Die Bade-Ente

Diese Ente badete in den 80ern auf hoher See. Im Badewannen-Ozean schipperte Donald Duck auf seinem maritimen Ross zwischen Kindern umher. Schon mehrmals ist er über Bord gegangen, hat sich aber danach immer wieder gut erholen können: So stieg er jede Woche erneut in Matrosen-Uniform auf sein Tier. Auch durch die Engen der Pfirsich-Blasen-Berge. Er sieht nicht mehr ganz so vital aus. Aber so ein Seefahrer-Leben strengt auch an. Doch ganz ohne Wasser zu leben, macht Donald Duck traurig. Auch für seinen Ruhestand wünscht er sich noch ab und zu auf See zu gehen, wenn auch in ruhigeren Gewässern.

Donald Duck Spielzeug aus Gummi für Kleinkinder

Die Jagd-Erinnerung

Der Marder lebte am Waldrand, neben einer Holzhütte, in die im Sommer gelegentlich vier Männer kamen um gemeinsam zu Trinken. Bei Dämmerung flitzte er los zum Bach um Fisch zu verspeisen. Manchmal spielte er auch mit jungen Vögeln, um ihnen anschließend in den Bauch oder in den Kopf zu beißen. Danach ging er in einem Wohngebiet im Bayreuther Landkreis auf Entdeckungstour: Er versteckte sich unter Audis oder rutschte über die Front-Scheibe eines Opel, nachdem er dort sein Geschäft verrichtet hatte. Eines Abends flitzte er aus seiner Mulde, neben der Hütte. Es raschelte und plötzlich ertönte ein lauter Knall. Danach wurde er von einem Mann präpariert, der ihn in ein Zimmer stellte, wo auch schon einige Nachbarn des Marders an der Wand warteten.

Ausgestopftes Tier auf dem Flohmarkt

Foto: red / cr

Flohmarkt

75. Bayreuther Flohmarkt auf dem Volksfestplatz

Aktualisiert am

Am 15. und 16. September können vergessene Schätze aus dem Keller wieder ausgegraben werden und auf dem Volksfestplatz beim großen Flohmarkt einen neuen Besitzer finden.

Ob Kleidung, antikes Porzellan oder Elektroartikel für den kleinen Preis – am Wochenende gibt es die Möglichkeit auf Schnäppchenjagd zu gehen: Die Bayreuth Marketing & Tourismus GmbH lädt am Samstag und Sonntag auf dem Volksfestplatz zum 75. Bayreuther Flohmarkt. Erwartet werden etwa 500 Händler aus der Region.

Es wird darum gebeten, den Volksfestplatz ausschließlich während der Aufbauzeiten mit dem Pkw zu befahren (d.h. Samstag: 6-16 Uhr sowie Sonntag: 8-10 Uhr). Platzreservierungen oder Voranmeldungen sind nicht möglich. Mehr Informationen zu den Teilnahmebedingungen und Preisen für Verkaufsfläche finden Sie auf der Website der Stadt Bayreuth.

Geöffnet ist der Flohmarkt samstags von 6 bis 21 Uhr und sonntags von 8 bis 16 Uhr.