Freizeit

Tierheim Bayreuth steht vor besonderen Herausforderungen

Seit Mitte März ist das Tierheim Bayreuth geschlossen. Seitdem ist ein Notfallplan in Kraft getreten, um die Versorgung der Tiere weiterhin zu ermöglichen.

Das Tierheim Bayreuth hat seit Mitte März geschlossen. Ein Notfallplan ist in Kraft getreten, um die Versorgung der Tiere weiterhin zu ermöglichen. Doch dadurch stehe das Tierheim vor besonderen Herausforderungen, erzählt Sebastian Norck, Schriftführer im Vorstand des Tierheims.

Notfallplan im Tierheim

Seitdem das Tierheim geschlossen ist, ist ein Notfallplan in Kraft getreten. Dieser soll den Betrieb des Tierheims auch in Krisensituationen sicherstellen. “Die Erkrankung eines Mitarbeiters könnte im schlimmsten Fall zur Quarantäne aller Kollegen führen”, sagt Norck. Das wäre ein Problem, denn dann wäre ohne Vorsorge eine Versorgung der Tiere nicht mehr gewährleistet. Deswegen meiden derzeit alle Vorstandsmitglieder das Tierheim. Denn im Notfall müssten sie die Pflege der Tiere übernehmen.

Existenz steht nicht auf dem Spiel

“Als gemeinnützige Organisation sind wir stets auf Spenden angewiesen”, sagt Sebastian Norck vom Tierheim Bayreuth. Denn der Unterhalt und Betrieb des Tierheims ist ziemlich teuer. Im Klartext sind das zwischen 200.000 und 250.000 Euro pro Jahr. Die finanziellen Reserven sind knapp und durch die Schließung fehlen Spenden. “Wir hoffen, dass wir unsere Rücklagen nicht zu stark belasten müssen”, sagt Norck. Auch die bisher geplanten Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Doch er bleibt positiv. Obwohl sich die Coronakrise auch beim Tierheim finanziell bemerkbar machen werde, sei die Existenz nicht bedroht.

Bis jetzt kein Infizierter Mitarbeiter

Aktuell (Stand 25.3.2020) ist keiner der Mitarbeiter des Tierheims mit dem Coronavirus infiziert. Auch habe keiner aus dem Team Angst, sich mit dem Virus anzustecken, sagt Sebastian Norck. “Im Tierheim gelten ohnehin strenge Hygienemaßnahmen”, sagt Norck. Deshalb mussten sich die Mitarbeiter auch nicht besonders umstellen. “Natürlich merken wir auch, dass Desinfektionsmittel und Schutzkleidung, derzeit knapp beziehungsweise sehr teuer sind”, sagt Norck. Die Sachen sind für den normalen Tierheim-Alltag nötig. “Wir hoffen, dass sich die Situation bald bessert.”

Betreuung der Tiere ist eingeschränkt

Doch das Tierheim hat mit einem weiteren Problem zu kämpfen. Die Tiere müssen länger als normal im Tierheim bleiben. Zudem ist die Betreuung durch die aktuelle Lage eingeschränkt. Das hat den Vorstand in eine Zwickmühle gebracht. “Es ist stets unser Bestreben, für das Wohl der Tiere zu sorgen”, sagt Norck. Aber persönliche Kontakt sind derzeit sehr eingeschränkt und deswegen ist eine Vermittlung nicht möglich. Deswegen könne für die Tiere weder ein neues Zuhause gefunden werden, noch ihnen der Kontakt mit ihren ehrenamtlichen Betreuern ermöglicht werden.

Keine Vermittlung während der Krise

“Die derzeit geltenden Ausgangsbeschränkungen machen Vermittlungen ohnehin unmöglich”, sagt Sebastian Norck. Normalerweise werden vor einer Vermittlung ausführliche Gespräche und Vorkontrollen durchgeführt. Dennoch werden die Bewohner des Tierheims über die Homepage und Facebook wie gewohnt vorgestellt, damit sie nach der Wiedereröffnung schnellstmöglich ein neues Zuhause finden. Wer sich jetzt schon in ein Tier verliebt hat und es einstweilen reservieren möchte, wird allerdings enttäuscht. Denn Reservierungen sind aktuell nicht möglich.

Bayreuther Tagblatt - Katharina Adler

 bt-Redakteurin Online/Multimedia
Katharina Adler