Stadtrat

Braucht Bayreuth mehr Mülleimer? Verhalten mancher Leute „eine Schande“

Der Bayreuther Stadtrat Stefan Sammet (BG) findet, dass es zu wenig Mülleimer bei Parkbänken in Bayreuth gibt. 

Der Bauausschuss hat sich am Dienstag (10.11.2020) mit der Frage beschäftigt, ob es in Bayreuth genügend Mülleimer neben Parkbänken gibt.

Mülleimer in Bayreuth

Wenn es nach Stadtrat Stefan Sammet (BG) geht, gibt es zu wenig Müllentsorgungsmöglichkeiten in Bayreuth. Er sei viel auf Radwegen am Main und am Mistelbach unterwegs. Dabei falle ihm das Fehlen von Mülleimern immer unangenehm auf, erklärt Sammet in seinem Antrag.

Deswegen will er, dass die Verwaltung berechnet, wie viel eine Aufrüstung der Mülleimer kosten würde. Besonders wichtig ist ihm die Möglichkeit der Müllentsorgung am Fuß der Treppe zum Schlossberglein. Hier falle viel Müll aus dem dortigen Eiscafé an.

1.000 Parkbänke in Bayreuth

Das Stadtgartenamt unterhält derzeit 1.000 Sitzmöglichkeiten und 500 Abfallkörbe in Bayreuth. Diese werden etwa zwei bis sechsmal pro Woche geleert und haben feste Plätze, welche vorher mit Anwohnern, anderen Nutzern und Dienststellen besprochen wurden. Natürlich unter Berücksichtigung der rechtlichen Vorgaben, wie Feuerwehrzufahrten.

Mehr Mülleimer in Bayreuth?

„Wir würden gerne an der bestehenden Situation festhalten“, sagt Baureferentin Urte Kelm. Es sollen nicht an jeder Parkbank und nicht unmittelbar daneben Abfallbehälter angebracht werden, sagt sie.

„Ein Abfallbehälter kostet 770 Euro“, sagt Oberbürgermeister Thomas Ebersberger. „Aufgrund von Vandalismus sind besondere Abfallbehälter von Nöten.“ Und die kosten natürlich entsprechend viel.

„Es ist eine Schande“

„Anscheinend ist das Müllaufkommen in Bayreuth momentan hoch“, sagt Frank Hofmann (BG). Das macht er daran fest, dass die Mülleimer zwei bis sechsmal pro Woche geleert werden. „Am Parkplatz beim Festspielhaus ist an jedem Morgen Abfall verteilt“, erzählt Ebersberger. „Es ist eine Schande wie sich manche Leute aufführen.“

Abfalleimer in Bayreuth

„Man kann den Schmutzfinken nicht immer einen Abfalleimer hinterher tragen“, sagt Stefan Specht (CSU). „Vielleicht wäre ein Appell an die Dreckbären nicht schlecht“, schlägt Thomas Bauske (SPD) vor.

Dabei geht es ihm um die Menschen, die ihren Müll wild in der Gegend verteilen, vor allem an unpassenden Orten. „Da kann man noch so blöd sein, aber man sollte wissen, dass Müll nicht an einem Kriegerdenkmal entsorgt werden soll.“

Hundekotbeutel an Nachbars Zaun

Bauske regt sich auch über Menschen auf, die es nicht schaffen, den Hundekotbeutel fünf Meter zum nächsten Abfalleimer zu tragen bzw. diesen einfach an Nachbars Zaun hängen. Sabine Steininger (Bündnis 90/Die Grünen) regt an, dass die Mülleimer sukzessive ersetzt werden durch Behälter mit einem größeren Radius. „Pizzakartons passen einfach nicht in die vorhandenen Abfallbehälter“, sagt Steininger.

Helmut Parzen (CSU) findet, dass es wichtigere Themen als Müll gibt momentan. „Unser Stadtgartenamt macht eine gute Arbeit“, erklärt Parzen. Er regt an, dass die Mülltrennung vor Ort auch umgesetzt werden könne. Statt größerer Behälter könnte ein separater Behälter für Pizzakartons und einer für Mehrwegflaschen aufgehängt werden.

Am Ende beschloss der Bauausschuss einstimmig, keine weiteren Abfallbehälter aufzuhängen. Alles bleibt, wie es ist.

Bayreuther Tagblatt - Katharina Adler

 bt-Redakteurin Online/Multimedia
Katharina Adler