Volle Intensivstationen

Dramatische Lage an Krankenhäusern in Bayern: Keine Betten mehr frei – 30-Jährige zwischen Leben und Tod

Ein Pfleger aus München beschreibt die dramatische Lage am Krankenhaus und die Arbeit der Pflegekräfte. Außerdem gebe es keine freien Betten mehr in Bayern.

„Wir haben eine Minute vor 12“, beginnt Pflegevertreter Markus Schopper seine Ausführungen zur Lage an den Kliniken in Bayern. Er selbst arbeitet in einem Krankenhaus in München.

Es plädiert für weitere Corona-Maßnahmen, weil die Intensivstationen „kaum Kapazitäten haben – diese kaum Patienten aufnehmen können“.

Dramatische Lage auf Intensivstationen in Bayern

Schopper berichtet von seinem Alltag im Klinikum: „Ich habe mit einer Kollegin einen Corona-Patienten betreut. Es ging ihm grottenschlecht. Wir waren zu zweit vier Stunden in der Box. Trotz der Schutzkleidung hatten wir beide nach massive Kreislaufbeschwerden.
Und das ist Alltag. Alltag in den Kliniken.“

Ungeimpfte „schweben auf der Stufe zwischen Leben und Tod“, führt er weiter aus. Das betreffe Menschen um die 30. Dass nur ältere Menschen einen schlimmen Corona-Verlauf hätten, sei ein Trugschluss.

Schlimm sei in der aktuellen Lage, dass „selektive Operationen“ nicht mehr stattfinden. „Wir müssen entscheiden: Wen können wir am besten versorgen?“, sagt Schopper.

„Es kann jeden Treffen. Die Pandemie ist nicht vorbei“, mahnt der Pflegevertreter aus München.

Keine freien Betten in Bayern

Thomas Weiler, Geschäftsführer der Starnberger Kliniken, sagt, man habe in der Nachkriegszeit noch nie so eine Situation im Gesundheitssystem gehabt. Man könne derzeit nicht mehr steuern, dass Menschen schnellstmöglichst vom Notarzt in ein freies Krankenhaus gebracht werden. „Die Leitstelle muss teilweise zwei Stunden telefonieren, um ein freies Bett zu finden.“

Warum die Zahlen jetzt ansteigen, erklärt Weiler, weil im Herbst grundsätzlich immer mehr Menschen in Krankenhäusern sind.

Weiter sei die Unterbesetzung in den Kliniken ein Grund dafür. Er vergleicht das mit einer Fußballmannschaft: Mit elf Mann und einer vollen Auswechselbank funktioniert das. In den Krankenhäusern stehen allerdings nur acht Pflegekräfte auf dem Feld – mit einer leeren Auswechselbank.