Coronavirus

Friseure vs. Corona-Maßnahmen: Klagewelle soll auch Bayreuther Friseuren helfen

Das Friseurhandwerk steht in der Corona-Pandemie mit dem Rücken zur Wand, doch es gibt einen Hoffnungsschimmer. Das bt hat mit Friseurmeisterin Cigdem Wieczorek aus Bayreuth darüber gesprochen.

Friseure vs. Coronamaßnahmen: Für kleine Unternehmen ist es schwierig in der Corona-Pandemie, keine Frage. Jede Branche kämpft für sich und jeder teilweise einzeln, so der Eindruck. Doch im Friseurhandwerk tut sich etwas. Das bt hat mit Friseurmeisterin Cigdem Wieczorek aus Bayreuth darüber gesprochen. Zuletzt wurde eine Geschichte aus Bayreuth bekannt, wonach ein Friseur mit seinen Azubis gelernt hatte und sich dann mit der Polizei auseinandersetzen musste.

Strategisch angelegte Klagewelle: Hersteller exklusiver Hairstylist-Produkte nimmt den Kampf gegen Corona-Auflagen auf

„(…) Wild Beauty GmbH finanziert, organisiert und begleitet Corona-Klagen“, heißt es in einem Schreiben, das auch Cigdem Wieczorek aus Bayreuth bekommen hat. Sie ist Friseurmeisterin und hat einen eigenen Laden in der Stadt. Das bt hatte bereits über ihre Situation und Haltung in der Corona-Pandemie berichtet. „Ich finde das gut“, sagt sie zum Schreiben der Wild Beauty GmbH. „Dass wir Friseure gehört werden.“

Diese Wild Beauty GmbH ist in der Friseurbranche bekannt als Hersteller exklusiver Kosmetikprodukte für den perfekten Look und vertreibt unter anderem die Marke „Paul Mitchell“. Hairstyling mit diesen Produkten gibt es nur bei einem angeschlossenem Friseur. Es bedarf wohl keiner großen Erklärung, warum Wild Beauty GmbH ihre Kunden, also die Friseure, unterstützt. Nur, wenn es denen gut geht, finden die Produkte den“ haarigen“ Weg zum Endkunden, respektive auf dessen Haupthaar.

Exklusive Friseur-Marke zahlt Corona-Klagen: So kommt es bei einer Bayreuther Friseurmeisterin an

Man sollte vielleicht erwähnen, dass Cigdem Wieczorek neben ihrem Beruf als Firmenchefin und Friseurmeisterin und Mutter einer kleinen Tochter auch noch Trainerin besagter Friseurprodukte von „Paul Mitchell“ ist. Von daher ist eigentlich klar, dass sie hinter der Aktion steht.

„Dass wir gehört werden“, sagt Wieczorek zur Wichtigkeit und Brisanz des Themas. War sie zuletzt im bt-Interview noch guten Mutes in der Corona-Krise, so sei sie das heute nicht mehr: Noch ein Monat und die finanziellen Probleme würden ins Haus stehen. Als Chefin habe sie Verantwortung für ihre Mitarbeiter und gleichzeitig würden die Kosten für Pacht und Versicherungen auf das Geschäftskonto drücken. Das wirke sich letztendlich auf die gesamte Existenz aus.

„Paul Mitchell“ gegen die Politik in der Corona-Pandemie: Das ist der Plan

„Es reicht, wenn aus jedem Bundesland einer mitmacht“, sagt die Friseurmeisterin. Es gehe also um einen Präzedenzfall der in jedem Bundesland geschaffen werden soll und auf den sich alle anderen berufen können. Am Ende stehe der Bundesgerichtshof, so Wieczorek. Die Lage in diesem Handwerk sei sehr ernst. Ihr gehe es im Moment darum, dass die versprochenen staatlichen Finanzhilfen endlich ausbezahlt werden, so Cigdem Wieczorek.

Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß