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Zugverkehr nach Nürnberg läuft wieder Neuer Imbiss „Stern“ öffnet am 15. September Berufsschule zum Schulstart doch noch nicht bezugsfertig

Zuletzt aktualisiert am 19. Mai 2020 | 11:27

Mitglieder des Bayreuther Stadtrats

Christian Wedlich (CSU): „Wir müssen die Corona-Krise überwinden und mit neuen Ideen zur Normalität zurückkehren“

Bei der Kommunalwahl 2020 wurde Christian Wedlich (CSU) zum dritten Mal in Folge in den Bayreuther Stadtrat gewählt.

CSU-Stadtrat Christian Wedlich. Foto: Privat
CSU-Stadtrat Christian Wedlich. Foto: Privat

Mit dem Bayreuther Tagblatt spricht der Unternehmer nun über seinen Weg in die Politik, das Coronavirus und weitere Themen. Außerdem erklärt er, wieso er mit dem Wahlergebnis seiner Partei nicht ganz zufrieden ist. 

Christian Wedlich: Für die CSU im Bayreuther Stadtrat

Kurz vor der Jahrtausendwende wurde Christian Wedlich von der Bayreuther Gemeinschaft gefragt, ob er nicht für die Wählervereinigung als Stadtrat kandidieren möchte. Er entschied sich damals dagegen: aus einem besonderen Grund. „Meine Mutter sagte damals immer: ‚Nein, du kannst nicht in den Stadtrat gehen, denn Unternehmer müssen politisch neutral bleiben. Alles andere wäre schlecht für das Geschäft.’ Daran habe ich mich gehalten“, erinnert sich Wedlich.

Nicht nur in der zweiten Reihe

Doch die Einstellung des Unternehmers änderte sich im Laufe der Zeit. Einen großen Anteil daran hatte der damalige Bayreuther Oberbürgermeister Michael Hohl. Als dieser das private Engagement Wedlichs in seiner Heimatstadt sah, sagte er: „Du setzt dich für Bayreuth ein. Genau solche Leute wie dich brauchen wir im Stadtrat: nicht nur in der zweiten Reihe“, erinnert sich Wedlich. Und genau diese Aussage habe ihn dann überzeugt, selbst politisch aktiv zu werden. 2008 zog er dann für die CSU in den Bayreuther Stadtrat ein. 

Im Stadtrat hat das Thema Wirtschaft für Wedlich, neben Soziales und Sport, die oberste Priorität. Dazu zählt der CSU-Mann neben den Unternehmen auch Gaststätten und die kulturelle Wirtschaft der Stadt Bayreuth. Hierbei sei es wichtig, dass die Stadt Bayreuth eng mit dem Landkreis, der Handwerkskammer, der IHK und der Universität zusammen arbeite. 

Inzwischen ist die Stadt Bayreuth sehr gut mit der Uni, der IHK, der HWK und anderen Institutionen vernetzt. Das war früher ganz anders. 

(Christian Wedlich, CSU)

Das Coronavirus kann Existenzen zerstören

Derzeit sei der Coronavirus eine große Gefahr, bei der man „ganz gewaltig aufpassen müsse“. Inzwischen haben Staat und Gesundheitssystem über mehrere Wochen der Pandemie effektive Zahlen sammeln können, um so Rückschlüsse zu ziehen. Nun sei es wichtig, mit Bedacht wieder in die Normalität zurückzukehren. 

Natürlich stehe die Sicherheit und Gesundheit der Menschen an erster Stelle, allerdings dürfe man sich bei den Lockerungen nicht all zu viel Zeit lassen, da dadurch viele Existenzen zerstört werden könnten. Schweden habe es zum Beispiel einen weniger restriktiven Weg aus der Corona-Krise gewählt. Das habe sich auch bewährt.

Ein Autokino auf dem Volksfestplatz?

Natürlich müsse man das Leben nach Corona erstmal anpassen. „Auf das Händeschütteln sollten wir in Deutschland zum Beispiel erstmal verzichten“, sagt Wedlich. Darüber hinaus könnten Ideen wie Autokinos auf dem Bayreuther Volksfestplatz oder ein Wirtschaftsforum im gleichen Ambiente dazu beitragen, dass das Leben in Bayreuth auch trotz Corona weitergehe. Hier wären Menschen durch ihre Autos vor Viren geschützt und könnten dennoch an Veranstaltungen teilnehmen. 

Letztendlich sei es wichtig, dass man neue Ideen zulasse und sich an die neuen Bedingungen anpasse. So könne es möglich sein, schneller wieder zur Normalität zurückzukehren. Dabei müsse man natürlich im Rahmen der von der bayerischen Staatsregierung getroffenen Vorgaben bleiben. 

Den Investitionsstau in Bayreuth abbauen

In Bayreuth sei es wichtig, den Investitionsstau abzubauen, sagt Wedlich. Insbesondere bei den Schulen herrsche hier Handlungsbedarf. Um beim Thema Bauen weiterzukommen, habe die CSU vor einigen Wochen einen Antrag gestellt, der in Zukunft helfen soll. Demnach sollten alle Bauprojekte, die aufgrund von Personalmangel im Bauamt nicht binnen neun Monaten angegangen werden können, automatisch ausgeschrieben werden. So könnten diese Aufträge flexibel durch Architekten oder Ingenieurbüros abgearbeitet werden können. Dies würde die freie Wirtschaft als auch die Unternehmen vor Ort stärken. Hierbei gehe es um 40 bis 50 Millionen Euro pro Jahr. 

Im Zentrum stehe für Wedlich immer das Bestreben, die Stadt Bayreuth und den Landkreis voranzubringen. Anträge sollten deshalb immer dazu dienen, die Umwelt oder Wirtschaft unter der Berücksichtigung der Verkehrsinfrastruktur sowie unter sozialen Bedingungen zum Nutzen der Menschen nach vorne zu bringen.

Die CSU als „treibende Kraft im Bayreuther Stadtrat“

Insgesamt sei die CSU-Fraktion im Bayreuther Stadtrat sehr aktiv, sagt Wedlich. Aus diesem Grund könne er mit dem Wahlergebnis der Partei bei der Stadtratswahl nicht zufrieden sei. Zwar sei die CSU weiterhin die stärkste Fraktion im Bayreuther Stadtrat, dennoch habe die Partei im Vergleich zur letzten Stadtratswahl Sitze verloren. 

Wedlich hätte sich mehr stimmen für die CSU erhofft, eben weil die Christsozialen im Stadtrat so aktiv seien. Unterlagen des Hauptamts würden belegen, dass rund 45 Prozent aller Anträge, die in den letzten acht Jahren im Stadtrat gestellt wurden, aus dem Antragskreis der CSU kamen. „Daran merkt man schon, wer die treibende Kraft im Bayreuther Stadtrat ist“, fügt Wedlich hinzu. Natürlich brauche man für gestellte Anträge auch Mehrheiten, daher komme es auf ein zukünftiges Miteinander im Stadtrat ganz besonders an. In der Kommunalpolitik gehe es meist um die Sache an sich und nicht um Parteipolitik. Die Ziele seien dabei das Wohl der Stadt und der Bürger, in Verbindung mit ökologischen, ökonomischen und sozialen Gesichtspunkten.

Bayreuther Tagblatt - Frederik Eichstädt

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Frederik Eichstädt

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