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Gericht

Oma in Bayreuth misshandelt eigene Enkel: unglaubliche Vorwürfe

In Bayreuth standen eine Oma, ein Vater und eine Tante vor Gericht. Sie sollen Kinder misshandelt haben. Die Vorwürfe sind unglaublich. 

Ein unglaublicher Fall wurde vor dem Amtsgericht Bayreuth am Dienstag (25. Januar 2022) verhandelt. Kinder wurden in Bayreuth massivst misshandelt – von der eigenen Familie. Die Oma, der Vater und die Tante mussten sich vor Gericht verantworten.

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Die Kinder wurden eingesperrt, geschlagen, bekamen Hundefutter, kalte oder heiße Duschen zur Strafe oder mussten in der Ecke stehen, während Erwachsene essen: So lauten einige der Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Mit einem Deal konnten Oma, Vater und Tante mit Bewährungsstrafen davonkommen.

Oma misshandelt eigene Enkel in Bayreuth

Hauptangeklagte war die Oma (68) der Kinder. Die Staatsanwaltschaft legte ihr jahrelange Misshandlungen von Schutzbefohlenen zur Last. Dem Vater (46) wird vorgeworfen, eine Tochter als Putzfrau sowie Botin für Essen und Zigaretten gehalten zu haben. Sowohl Oma als auch Vater sollen die Kinder zusätzlich verprügelt haben. Die Tante (43) musste sich wegen absichtlichen Verbrühens eines der Kinder vor Gericht verantworten.

Bereits 2009 landet die Familie vor dem Familiengericht. Nach der Trennung der Eltern sollen die fünf Kinder bei der Oma in Bayreuth wohnen. In dem Haus der Oma wohnen zusätzlich der Vater der Kinder sowie die Tante.

Zwischen den Jahren 2009 und 2018 sollen vier Kinder misshandelt worden sein. Im Mai 2021 erhob die Staatsanwaltschaft unter Jan Köhler die Anklage. Dazu war es gekommen, weil es mehrere Fälle vor dem Familiengericht gab: In den Aussagen der Kinder entdeckten mehrere Gutachten strafwürdige Vergehen.

In der vergangenen Woche startete der Prozess gegen die drei Angeklagten. Alle Familienmitglieder schwiegen. Deshalb wurden die Videoaussagen der Opfer gesichtet.

Bayreuth: Staatsanwalt bietet Deal an

Staatsanwalt Köhler unterbreitete den Angeklagten dann einen Deal. Würde das Verfahren normal durchgeführt, kündigte Köhler Gefängnisstrafen ohne Bewährung an. Die Verteidiger nahmen das Angebot eines Deals an. Dieser wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt.

Mit einem Geständnis gab es Bewährungsstrafen, weshalb die Verteidiger geständige Erklärungen abgaben. Zusätzlich gab es für die Oma eine Geldbuße: Sie muss jedem misshandelten Enkelkind 600 Euro zahlen.