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Zugverkehr nach Nürnberg läuft wieder Neuer Imbiss „Stern“ öffnet am 15. September Berufsschule zum Schulstart doch noch nicht bezugsfertig

Zuletzt aktualisiert am 16. März 2021 | 12:29

Coronavirus

Söder: „Britische Mutation frisst sich durch Bayern“ – Lockdown nicht die einzige Alternative

Wie geht es in Bayern in der Corona-Pandemie weiter? Am Dienstag (16.3.2021) hat sich Markus Söder auf einer Pressekonferenz dazu geäußert.

Der Katastrophenfall in Bayern läuft am 11. Mai 2022 aus. Foto: Rolf Poss (Bildarchiv Bayerischer Landtag)
Der Katastrophenfall in Bayern läuft am 11. Mai 2022 aus. Foto: Rolf Poss (Bildarchiv Bayerischer Landtag)

Ab 9 Uhr tagte der Bayerische Ministerrat am Dienstag (16.3.2021) unter der Leitung des Ministerpräsidenten Markus Söder. In einer Pressekonferenz äußerte sich Söder dann zum weiteren Weg Bayerns in der Corona-Krise. Eine Übersicht der Corona-Regeln in Bayern gibt es hier.

Söder gibt Pressekonferenz: So geht es in Bayern mit Corona weiter

„Wir befinden uns in einem Wettlauf mit der Zeit und gleichzeitig in einem Wettlauf mit der Geduld der Menschen in Bayern und Deutschland“, sagte Söder. Er erwarte schwierige Wochen. Überall in der Europäischen Union würden die Zahlen steigen. In Italien gebe es Lockdowns, in Frankreich würden Patienten in Kliniken verlegt werden müssen und auch in Österreich steigen die Zahlen deutlich an.

„Die Intensivmediziner in den Krankenhäusern warnen, obwohl die Situation im Moment stabil scheint“, sagte Söder. Hier könnte es in den nächsten Wochen wieder Zuwächse geben. Die Inzidenz sei dabei ein erster Indikator für die Belegung der Betten in den Krankenhäusern.

Mutation in Bayern breitet sich aus

„Auch bei uns hat die Mutation den entscheidenden Teil der Infektionen übernommen“, sagte Söder. Die Mutation fresse sich von Ost nach West durch Bayern. Die Inzidenz betrage aktuell 89 im Freistaat. „Es geht einfach wieder hoch und zwar fast überall“, sagte Söder. Fast ein Drittel der Landkreise in Bayern liege über einer Inzidenz von 100. Hier würden die Zahlen deutlich nach oben gehen. Die Zahl der Landkreise unter 50 verringere sich dabei. „Der R-Faktor liegt fast bei 1,3“, sagte der Ministerpräsident. Das bedeute, dass sich das Virus wieder ausbreite und zunehme.

Bei über 80-Jährigen sei das Impfen ein Erfolg. Dennoch werde die Situation schwieriger. „Ich bin der festen Überzeugung, dass die Menschen die Strategie der Vorsicht und Umsicht weiter nachvollziehen können“, dies sei auch von den Wahlen in Baden-Württemberg bestätigt worden, so Söder. Es gebe keinen Anlass, großflächige Öffnungen zu wagen. Das wäre ein Blindflug.

Söder: Lockdown nicht die einzige Alternative

Der Lockdown dürfe nicht die einzige Alternative sein, dennoch werde Bayern bei dem System der inzidenzbasierten Öffnungen bleiben. Schlupflöcher oder andere Auswege würden nichts bringen, so Söder. „Im Endeffekt ist da nichts gewonnen. Ab einer bestimmten Zahl fliegen die Infektionen nach oben weg.“ Wichtig sei es, dass die Notbremse einheitlich gestaltet sei. Manche Bundesländer hätten keinen Automatismus. Dies sei schwierig.

„Die Notbremse ist der einzige Schlüssel, um Öffnungen unter 100 gewährleisten zu können.“

(Markus Söder)

Söder: Bayern beim Impfen auf einem guten Weg

Beim Impfen sei Bayern auf einem guten Weg, doch es reiche noch nicht. Rückschläge gebe es immer wieder, so die Entscheidung, einen Impfstopp bei AstraZeneca zu verhängen. Hier müsse Klarheit geschaffen werden, beispielsweise auch, wie mit Menschen verfahren wird, die bereits eine AstraZeneca-Impfung erhalten hätten. Die Rahmenbedingungen müssten ausgebaut werden, auch durch das neue Prinzip der Impfung bei Hausärzten. Es sei wichtig, jetzt die konzeptionellen Voraussetzung zu schaffen – auch wenn der Impfstoff noch nicht da sei, so Söder. „Der Bayerische Impfpass muss bald eingeführt werden“, so könne man einen verlässlichen Weg schaffen.

Söder: Schule bleibt eine Herzensangelegenheit

Die Schule bleibe eine große Herausforderung. „Für uns bleibt Schule ein Herzensanliegen“, Bayern habe die familiäre und ökonomische Situation im Blick, so Söder. Es gebe ein klares System an den Schulen in Bayern. Der Kultusminister soll an einer Konzeption arbeiten, wie nach Ostern Möglichkeiten gefunden werden können, weiterzumachen. Testangebote in Corona-Hotspots müssten zu Testpflichten werden, so der Ministerpräsident.

Wenn das Infektionsgeschehen steigt, muss das Testgeschehen engmaschiger werden.

(Markus Söder, Bayerns Ministerpräsident)

Nach Ostern könne man hier weitere Entscheidungen treffen, denn man müsse abwarten, wie sich das Infektionsgeschehen verändert. Maßnahmen wie Schul-Coachings würden auch erst nach Ostern starten.

Werden Öffnungen an Anzahl der Verimpfungen geknüpft?

„Richtig optimistisch wegen Ostern im Bezug auf große Hotelöffnungen bin ich nicht“, sagte Söder. Söder ist besorgt, wenn er die Hotelöffnungen auf Mallorca betrachtet. Eine bundeseinheitliche Testpflicht für Reiserückkehrer müsse es geben. Dies sei sinnvoll. Was Pfingsten und den Sommer anbelangt, ist Söder optimistisch. Man könnte dann auch Öffnungen an eine hohe Anzahl von Verimpfungen knüpfen.

Insgesamt sei Söder froh, dass die Mehrheit der Menschen in Bayern mitmache und die Corona-Regeln befolge. Die erfolgreichste Maßnahme sei es immer, wenn Menschen auch den Blick über ihren persönlichen Bereich hinaus wagen würden. „Danke an die Bevölkerung für das viele Mitmachen“, sagte der Ministerpräsident. Man dürfe nicht zu früh nachlassen. „Nicht erst dann mitmachen, wenn das Kind wieder in den Brunnen fällt.“

Bayreuther Tagblatt - Frederik Eichstädt

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Frederik Eichstädt

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