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Zuletzt aktualisiert am 15. November 2023 | 09:36

Deutschland

Studie beweist: Autofahrer werden immer aggressiver

von Benedikt Günther

Deutschlands Autofahrer werden zunehmend aggressiver. Das zeigt eine Studie der Unfallforschung der Versicherer.

Mann am Steuer eines Autos Symbolbild: Pixabay
Symbolbild: Pixabay

Das Verkehrsklima in Deutschland wird zunehmend aggressiver.

Davon berichtet die Unfallforschung der Versicherer (UDV) in einer Pressemitteilung.

Alle Werte haben sich verschlechtert

In regelmäßigen Abständen führt die UDV Umfragen unter deutschen Verkehrsteilnehmern durch, um das sogenannte Verkehrsklima zu bestimmen. Die Ergebnisse zur räpresentativen Studie für das Jahr 2023 wurden am gestrigen Montag, den 13. November 2023, veröffentlicht. An der Online-Umfrage, die erstmals seit 2019 wieder stattfand, nahmen insgesamt 2002 Personen über 18 Jahren teil. Laut UDV wurden in diesem Jahr auch verstärkt Radfahrer befragt.

In 16 Fragen wurden die Teilnehmer sowohl zum eigenen, als auch zum Fremdverhalten im Straßenverkehr befragt. „Gegenüber den Vorgängerstudien haben sich dabei alle Werte verschlechtert“, heißt es in der Pressemitteilung.

Drängeln mit der Lichthupe hat zugenommen

So kann laut der Studie eine vermehrte Aggression im Straßenverkehr festgestellt werden. Konkret bedeutet das, dass immer mehr Verkehrsteilnehmer beispielsweise auf die Lichthupe zurückgreifen, um sich auf der Überholspur Platz zu verschaffen. Mittlerweile greife so jeder Fünfte auf die Lichthupe zurück, im Vergleich zu 2016 bedeutet das eine Verdopplung.

Knapp jeder Dritte tritt außerdem gelegentlich selbst aufs Gaspedal, wenn er überholt wird. Auch scheint die Bereitschaft, unter Alkoholeinfluss noch Auto zu fahren, allgemein gestiegen zu sein. 21 Prozent der Befragten gaben an, dass es „sehr wahrscheinlich“ wäre, dass sie trotz überstiegenem Promille-Grenzwert noch fahren würden. Verglichen mit 2019 bedeutet das eine Verdreifachung. Lesen Sie auch: Dieses Jahr keine Kunsteisbahn am La-Spezia-Platz.

Entsetzen über die Entwicklung

Die Zahlen sorgen bei den Zuständigen für Entsetzen. UDV-Chef Siegfried Brockmann erklärte bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin: „Aus Ärger oder zum eigenen Vorteil die Verletzung oder gar den Tod Anderer in Kauf zu nehmen ist vollkommen inakzeptabel“. Gleichzeitig rief er alle Verantwortlichen dazu auf, jetzt darüber zu beraten, wie sich die Situation verbessern ließe.

Ein großes Problem ist laut der UDV, dass viele Menschen zwar aggressives Verhalten bei anderen Verkehrsteilnehmern beobachten, sich aber eigenes Fehlverhalten nicht eingestehen. So unterscheiden sich Fremd- und Selbstbild in den Umfragen „dramatisch“ voneinander. Dies war auch in den letzten Jahren bereits der Fall.

Genug Abstand beim Überholen von Fahrrädern?

Neben den bereits genannten Themen wurde auch gefragt, wer bewusst Rücksicht auf Radfahrer beim Überholen nimmt. 96 Prozent der Befragten gaben an, mit genügend Abstand zu überholen, gleichzeitig würden sie bei 93 Prozent der anderen Autofahrer beobachten, dass dies nicht der Fall wäre.

Auch die Bereitschaft zum Fahren nach Cannabiskonsum und das mögliche Schreiben von Nachrichten während der Fahrt seien angestiegen.

Männer fühlen sich sicherer im Verkehr

Das Gefühl der Verkehrssicherheit hat sich trotz offenbar steigender Aggression verbessert. Insgesamt 56 Prozent der Befragten fühlen sich laut Umfrage auf Deutschlands Straßen sicher. Im Vergleich zu den 55 Prozent von 2019 ein minimaler Anstieg. Allerdings gibt es bei Männern und Frauen unterschiedliche Wahrnehmungen: Während 64 Prozent der befragten Männer sich im Straßenverkehr sicher fühlen, geht es nur 49 Prozent der Frauen so.

68 Prozent der Befragten sprachen sich für eine Null-Promille-Regelung aus und 53 Prozent für ein Tempolimit von 130 auf Autobahnen. Vor allem Frauen haben laut UDV für schärfere Maßnahmen gestimmt.

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