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Demonstration

Demo in Bayreuth: „Rassismus steckt in der deutschen Gesellschaft“

In Bayreuth fand heute eine Demonstration gegen Rassismus statt. Die Teilnehmer solidarisierten sich mit den Demonstrationen in den USA unter dem Motto #blacklivesmatter.

Um ihre Solidarität gegen Rassismus auszudrücken, demonstrierten am Mittwoch (10.6.2020) laut Schätzung der Polizei zwischen 350 und 400 Menschen gemeinsam auf dem Bayreuther Stadtparkett. Das kündigte der Veranstalter zwei Tage zuvor an (8.6.2020). Auslöser des ganzen ist die Ermordung von George Floyd durch einen weißen Polizisten.

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In Bayreuth gegen Rassismus

Der Tod von Floyd hat eine Welle der Entrüstung losgetreten. In den USA finden seitdem viele Demonstrationen unter dem Motto #blacklivesmatter statt. Nun hat sich auch eine Gruppe von Studenten der Universität Bayreuth zu so einer Demo entschlossen. Allerdings ist es den Veranstaltern wichtig zu betonen, dass sie gegen jegliche Form von Rassismus demonstrieren. Auf dem Veranstaltungsplakat macht der Veranstalter ersichtlich, dass Plakate erwünscht sind. Auch war ein Hinweis auf die Kleidung gegeben: „All Black“. Also jeder sollte schwarz tragen.

Rassismus ist nicht nur Sache von Amerika

„Wir haben uns entschieden so einen Protest in Deutschland, in Bayreuth in Bayern zu organisieren, weil wir denken, dass Rassismus nicht nur eine amerikanische Angelegenheit ist“, sagt Jeannot Ekobe. Er hat die Demonstration in Bayreuth zusammen mit anderen befreundeten Studeten organisiert.

„Rassismus steckt in der deutschen Gesellschaft.“

(Jeannot Ekobe, Mitorganisator der Demonstration)

Deswegen sei es den Organisatoren auch so wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass die deutsche Gesellschaft rassistisch ist. Denn oftmals seien die Menschen Rassisten, ohne dass sie es selbst wüssten. „Bei Rassismus geht es überhaupt nicht um Hass, sonder um Macht, um Beziehungen und Machtverhältnisse“, sagt Ekobe. Deswegen könne man auch Rassist sein ohne es zu wissen und ohne einen Hass auf andere Menschen zu haben. Außerdem gehe es bei Rassismus um Privilegien und um Strukturen. Bei den Machtverhältnissen gehe es zudem oft darum, ob ein Mensch wohlhabend sei oder nicht, sagt Ekobe.

Bayreuther Tagblatt - Katharina Adler

 bt-Redakteurin Online/Multimedia
Katharina Adler