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Coronavirus

„Essen gehen“ im Corona-Lockdown: So geht es Lieferdiensten in Stadt und Landkreis Bayreuth

Seit Montag, 2. November 2020, ist Deutschland erneut im Corona-Lockdown. „Essen gehen“ – verboten. Essen liefern lassen – erlaubt. 

Mit dem Corona-Lockdown müssen alle gastronomischen Betriebe schließen. Lediglich Liefer- oder Abholservice sind erlaubt. So geht es zwei Gastronomen aus Bayreuth Stadt und Landkreis mit dem Lieferservice.

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„Das wird bis nach Weihnachten gehen“: Ristorante e Pizzeria La Sicilia in Bayreuth Stadt

Zusammen mit seiner Frau Nicole Gervasio war Jonny Gervasio im März dieses Jahres in die Selbstständigkeit in der Gastronomie gestartet. Dann kam Corona. Die Rettung für die Inhaber des Ristorante e Pizzeria La Sicilia in der Stadt Bayreuth: der Lieferdienst, den sie von Anfang an anbieten. Vier Fahrer haben die Gervasios. Die haben mit Beginn des zweiten Lockdown viel zu tun.

Pizza, Pasta, Insalata und auch alkoholische Getränke liefert das La Sicilia frei Haus. Es sei schon vorgekommen, dass jemand einen ganzen Kasten Bier bestellt hat. „Besser wäre es schon, wenn wir das Lokal offen haben dürfen“, sagt Jonny Gervasio. Die Leute würden in einem angenehmem Ambiente die italienischen Speisen genießen können und vor Ort auch mehr Geld ausgeben.

Zusperren und auf die Hilfen vom Staat zu setzen, wäre keine Alternative gewesen: „Keiner wird schließen.“ Die 75% vom Vorjahresmonat als Finanzspritze vom Staat würden nicht reichen. Schließlich gehe es auch um die Zeit nach Corona. Als Gastronom in der Stadt müsse er sich seine Stammgäste erhalten. Während des Lockdowns versucht der Inhaber das mit dem Pizza-Taxi. Jonny Gervasio ist überzeugt, dass die aktuellen Pandemie-Maßnahmen deutlich länger als vier Wochen gelten.

„Der Gast ist König, auch wenn er daheim sitzt“: Gasthof Ruckriegel im Landkreis Bayreuth

Stefan Ruckriegel betreibt in Seybothenreuth einen gleichnamigen Gasthof. Vor Corona habe er an wenigen Sonntagen vereinzelt Gerichte zum Mitnehmen verkauft und keinerlei Erfahrungen im Lieferdienst gehabt. „Wir waren das nicht gewohnt“, sagt er, „aber Übung macht den Meister.“ Das wichtigste beim Liefern: „Man darf den Überblick nicht verlieren.“

Schnell sei es im ersten Lockdown richtig gut gelaufen. Stammgäste und neue Kunden – das Telefon habe an Wochenenden nicht mehr still gestanden. Sein Team und er seien dabei auch an ihre Grenzen gekommen: Gäste im Lokal und Biergarten und Essen liefern – das müsse unter einen Hut gebracht werden. Ruckriegel hat den Lieferservice auch den Sommer über weiter angeboten.

„Man kann die Krise auch als Chance verstehen“, sagt Ruckriegel. Als Lieferdienst im Landkreis ist der Gasthofbetreiber neu dabei. Das habe ihm bereits im ersten Lockdown viele neue Kunden gebracht. „Man muss da sein“, sagt er.

Von der staatlichen Finanzspritze für die Gastronomie im zweiten Lockdown hält Ruckriegel nichts. „Was, wenn die ersten Hilfen angerechnet werden?“ Er, seine zwei Köche und vier Fahrer werden weiter Essen liefern. Bis 15 Kilometer im Umkreis ist die Lieferung umsonst. Bis 20 Kilometer im Umkreis wird gefahren. Mindestbestellwert: 20 Euro.

Anmerkung der Redaktion: Es sind zwei von vielen Beispielen in Bayreuth Stadt und Landkreis zufällig ausgewählt worden. Wo es welches Lieferdienstangebot gibt, ist unter anderem auf einer Seite des Landratsamtes Bayreuth aufgelistet, die ständig aktualisiert wird.

Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß