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Tierschutz

Hundeführerschein in Bayern? „Es gibt genug verkorkste Hunde“ – das sagen Bayreuther Experten

„Braucht es einen umfassenden Führerschein mit Prüfung in Theorie und Praxis für alle Hundehalter in Bayern?“ Das bt hat in Bayreuth nachgefragt.

Hundeführerschein in Bayern? Das sagt die Fachwelt in Bayreuth: In Baden-Württemberg wird der sogenannte „Hundeführerschein“ zur Pflicht. Dort müssen alle Hundehalter künftig in Theorie und Praxis nachweisen, dass sie ihren Vierbeiner „führen“ können. Das bt hat sich in der Region Bayreuth zu einem möglichen Hundeführerschein nach diesem Vorbild in Bayern umgehört.

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Hundeführerschein in Bayern? Stimmen aus dem Tierheim in Bayreuth

Karin Stranzel und Melanie Manner vom Tierheim in Bayreuth stehen einem möglichen Hundeführerschein in Bayern positiv gegenüber. „Wer sich einen Hund anschaffen will, muss diese Tiere verstehen.“

Was braucht das Tier zu fressen, welchen Auslauf, wie ist es charakterlich veranlagt? Das sind nur drei von vielen Fragen, denen sich Menschen, die einen Hund vom Tierheim in Bayreuth haben wollen, stellen müssen. Mehr noch: Wer so gar keine Erfahrung als Hundehalter hat, hat schlechte Karten.

Im Tierheim Bayreuth müssen Interessenten Schritt um Schritt herausfinden, ob ein Hund zu ihnen passt. „Das fängt an mit Gassi Gehen und endet mit einem Probewohnen.“

Es gebe genug verkorkste Hunde, so Stranzel und Manner. Nicht wenige davon würden bei totaler Überforderung der Besitzer wieder im Tierheim landen. Dem Hundeführerschein für alle Hundehalter stehen sie daher positiv gegenüber.

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Hundeführerschein in Bayern? Das sagt ein Züchter aus Bayreuth

„Der beste Freund des Menschen“: Ja, wir alle kennen dieses geflügelte Wort zum Thema Hund. Dabei ist es in Wirklichkeit wohl genau andersrum. Warum? Das erklärt Christian Baumgart von „Deutsche Schäferhunde von der Wilhelminenaue“ in Bayreuth.

Zusammen mit seiner Frau Stephanie betreibt Christian Baumgart eine Schäferhundezucht. Einen Hundeführerschein für alle Besitzer findet er gut, aber nur wenn er seinen Zweck wirklich erfüllt. „Ich muss das Tier lesen können“, sagt Baumgart im Gespräch mit dem bt.

Wie stehen die Ohren und was ist aus den Lefzen und der Rute zu lesen? Viele Hundebesitzer würden zu wenig über ihren „besten Freund“ wissen, würden Fehler machen in Erziehung und später im Alltag mit den Tieren. Wichtig bei einer möglichen Hundeführerscheinpflicht in Bayern sei ihm, dass es keine Abzocke wird.

„Genau wie beim Führerschein für das Auto“, bestätigt Baumgart. Beispiel: Zwei Hunde treffen sich (mit ihren Besitzern) auf weiter Flur. Einer ist angeleint, der andere nicht. Hier sei Stress vorprogrammiert, so Baumgart. „Wer Hunde lesen kann, weiß, was er jetzt tun muss.“

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Ihre Meinung ist uns wichtig: Hundeführerschein in Bayern – Ja oder Nein?

Wie geht es den Hundebesitzern in der Region Bayreuth mit dem Thema Hundeführerschein? Macht es Sinn, ihn auch in Bayern einzuführen? Wie sollte er gestaltet sein? Was kann er möglicherweise verbessern? Was nicht? Schreiben Sie Ihre Mensch-Hund-Geschichte und Meinungen zum Thema an rw@bayreuther-tagblatt.de.

Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß