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Coronavirus

Friseure sollen „Super-Spreader“ sein? Das sagen die Friseure aus Bayreuth dazu

Friseure müssen im Rahmen der Corona-Pandemie weiterhin die Kontaktdaten ihrer Kunden dokumentieren. Das bt hat sich bei den Bayreuther Friseuren nach Stimmen erkundigt.

Bei körpernahen Dienstleistungen sollen Anbieter in Bayern weiterhin die Kontaktdaten ihrer Kunden dokumentieren. Dazu zählen auch Friseure.

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In der Gastronomie dagegen entfällt diese Regel. Das bt hat einige Bayreuther Friseure nach ihrer Meinung dazu befragt.

Kontaktdaten bei Friseuren in Bayreuth

Andreas Nuissl, Betreiber der „Cutting Crew“ in der Badstraße, befürwortet die Dokumentation der Kontaktdaten seiner Kunden: „Für den Fall, dass doch mal etwas wäre, finde ich es schon sinnvoll, wenn man die Daten hat. Wir machen das ja auch digital über die Luca-App. Die Leute können sie also direkt am Platz eintragen.“ Auch interessant: Bei der Einführung der 3G-Regel zeigte sich ein Bayreuther Friseur pragmatisch.

Das Bayerische Kabinett behielt die Kontaktnachverfolgung in jenen Bereichen bei, die sie als potentielle „Super-Spreading-Events“ einstufen. Davon zeigt sich Nuissl wiederum nicht begeistert: „Ich halte davon überhaupt nichts. Im Vergleich hat sich bei Friseuren fast niemand mit Corona angesteckt. Also diese Einschätzung passt meiner Meinung nach gar nicht.“

Friseur in Bayreuth: Online-Anmeldung hilft

Auch Marco Müller von den Maisel-Coiffeuren in der Kanzleistraße ist einverstanden mit der Kontaktnachverfolgung. Es sei eben sinnvoll, sofern sich jemand infiziert, zu wissen, wen man vorsorglich kontaktieren müsse: „Wir haben außerdem auch die Online-Anmeldung auf unserer Website, das vereinfacht die Sache.“

Müller kritisiert allerdings den Wegfall der Kundendokumentation in der Gastronomie: „Also das finde ich nicht in Ordnung, dass man das in Restaurants nicht mehr machen muss, weil man ja doch auf engem Raum beisammen ist.“ Auch vermehrte Corona-Fälle in Friseursalons seien Müller nicht bekannt: „Wir sind auch mit Luftreinigern ausgestattet, daher sehe ich da bei uns keine große Gefahr.“

Keine Nachverfolgung in Gastronomie „nicht ganz gerecht“

Frank Tavernier vom Salon Tavernier an der Spitalkirche spricht sich ebenfalls für die Kontaktnachverfolgung in Kombination mit Maskenpflicht aus: „Gerade in Räumen, in denen man innen zusammenkommt, halte ich das für sinnvoll und glaube auch, dass das einem eine gewisse Sicherheit gibt.“

Seiner Meinung nach sollten die Kundendaten auch in der Gastronomie weiter gesammelt werden: „Man muss natürlich unterscheiden zwischen Handwerk und Genuss, aber das finde ich nicht ganz gerecht. Gerade, wenn man bedenkt, dass im Salon das Verhältnis zwischen Kunde und Personal immer 1:1 ist, da können wir Friseure die Regelungen viel besser kontrollieren.“

Warum Friseure als „Super-Spreading-Events“ eingestuft werden, kann Tavernier sich nicht erklären: „Also ich wüsste nicht, wie das passieren soll. Bayernweit gab es seit Beginn der Pandemie genau einen Corona-Infizierten, der sich beim Friseur angesteckt hat. Außerdem befinden sich in Salons auch keine Menschenmassen.“

Die genauen Regeln, die das Bayerische Kabinett am 12. Oktober festgelegt hat, gibt es hier.