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Politik

Neubau von Schule in Bayreuth kostet 132 Millionen Euro

Die Gewerbliche Berufsschule in Bayreuth wird komplett neu gebaut. Kostenpunkt: 132 Millionen Euro. Das hat der Stadtrat beschlossen.

Die Gewerbliche Berufsschule in Bayreuth steht vor einem umfassenden Neubau. In der Stadtratssitzung am Mittwoch (28.4.2021) erstatteten die Leitende Baudirektorin Urte Kelm und der Projektsteuerer Claus Rüttinger vom zuständigen Ingenieurbüro Bericht. Die Zahlen hatten es in sich.

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132 Millionen Euro. So viel soll der Neubau der größten Schule Bayreuths kosten. Erfolgen soll er in drei Bauabschnitten. Als Dauer sind acht Jahre Bauzeit geplant. SPD-Fraktionsvorsitzender Bauske lobte die Transparenz des Projektsteuerers. Er spielt auf das im Bau befindliche Friedrichsforum an: Dem hätte mehr Transparenz auch gut getan. Dort wackelt derzeit der Termin der Fertigstellung.

Neubau der Schule in Bayreuth ist „Wirtschaftsförderung im besten Sinn“

Sabine Steininger, die Fraktionsvorsitzende der Grünen lobte das Projekt trotz immenser Kosten. Ihr zufolge hätten sich die Grünen immer für die Sanierung stark gemacht. „Das ist Wirtschaftsförderung im besten Sinn.“ Es handle sich nicht nur um eine Schule, sondern um einen geballten Ort wertvoller Werkstätten.

BG-Vorsitzender: „Die Berufsschule ist Pflicht“

BG-Fraktionsvorsitzender Stephan Müller machte klar, dass die Bayreuther Gemeinschaft hinter dem Neubau stehe – trotz immenser Kosten. Müller: Viele Projekte wie die Therme machen das Leben schöner. Die Berufsschule jedoch ist Pflicht!“ Seine BG-Kollegin Angelique Gareis merkte im weiteren Verlauf der Diskussion an, dass in der Schule diejenigen Fachkräfte ausgebildet würden, die später die Bayreuther Schulen sanieren würden. An einer anderen Schule in Bayreuth muss dringend eine Pausenhalle neu gebaut werden.

Thomas Hacker (FDP) und Dr. Oliver Ponsel (SPD) standen dem Neubau da schon kritischer gegenüber. Nicht zuletzt aufgrund der immensen Kosten, die da auf die Stadt Bayreuth zukämen.

Gewerbliche Berufsschule ist „unsere verdammte Pflicht“

Fraktionsübergreifend machten sich viele weitere Stadträte für dieses Mammutprojekt stark. Allen voran die Stadträte Helmut Parzen (CSU) und Karsten Schieseck (BG). 

Parzen widerspricht seinem Vorredner Ponsel energisch. Er sieht die Gewerbliche Schule als Schmiede für das Handwerk von morgen: „Das Handwerk ist systemrelevant. Das sieht man auch jetzt während der Corona-Pandemie gut. Der Mittelstand bringt die Steuereinnahmen in die Region.“

Noch deutlicher wird Schieseck: „Wenn wir bei dieser Schule auf die Bremse treten, dann fliegen wir aus der Kurve.“ Ihm gehe es darum, konkurrenzfähig zu bleiben. Das sei „unsere verdammte Pflicht.“

Neubau der Gewerblichen Berufsschule in Bayreuth eine Investition in die Zukunft

CSU-Stadtrat Dr. Michael Hohl stimmte Parzen bei. „Es geht um einen leistungsfähigen Mittelstand. Deshalb ist diese Aufgabe eine Investition in die Zukunft. Grünen-Abgeordnete Louisa Hübner sah im Neubau noch einen anderen für sie wichtigen Aspekt: „Es geht darum, den Schülern Wertschätzung entgegenzubringen. Wer in einem zeitgemäßen Umfeld lernt, der zieht daraus auch Motivation für die Ausbildung.“

37 der anwesenden 42 Stadträte stimmten letztendlich für eine Fortführung des Projekts zu den vorgestellten Eckdaten.

Jürgen Lenkeit

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Jürgen Lenkeit