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Umwelt

Photovoltaik im Kreis Bayreuth: Stadt will fünf bis sieben Jahre mit einer Prüfung warten

Zwei Stadträte der Grünen wollen, dass die Stadt Bayreuth einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leistet. Deswegen sollen auf städtischen Gebäuden im Landkreis Bayreuth eine Photovoltaik-Anlage errichtet werden. 

Klaus Wührl-Struller (Grüne) und Sabine Steininger (Grüne) haben im Bayreuther Bauausschuss einen Antrag gestellt: Es geht um die Errichtung einer Photovoltaik-Anlage auf einem städtischen Gebäude in Bindlach.

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Bayreuther Stadträte wollen Klimaschutz

Gemeint sind die Gebäude am Verkehrslandeplatz Bindlach. Denn jährlich werden im Haushalt 12.000 Euro für die Stromkosten dieser Gebäude eingestellt. Mit einer Photovoltaikanlage wären diese Kosten innerhalb weniger Jahre hinfällig und der durch die Anlage „überproduzierte“ Strom, könnte ins allgemeine Stromnetz eingespeist werden, lautet die Vorstellung der Grünen-Politiker.

„Damit würde die Stadt Bayreuth nicht nur einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten, sondern auch Vorbild für Bürgerinnen und Bürger sein“, heißt es in dem Antrag von Wührl-Struller und Steininger. Gemeint seien die Bürgerinnen und Bürger, die zwar über geeignete Dach- und Fassadenflächen verfügen, aber bisher noch zögern, sich eine solche Anlage anzuschaffen.

Photovoltaik im Kreis Bayreuth: Zwei Gründe sprechen dagegen

Laut der Stadtverwaltung gibt es am Verkehrslandeplatz in Bindlach eine 625 Quadratmeter große Fläche, auf der eine Photovoltaikanlage aufgestellt werden könnte. Das Gebäude muss aber innerhalb der nächsten fünf bis sieben Jahre saniert werden, erklärt Baureferentin Urte Kelm.

Dann solle auch erst die Installation einer PV-Anlage geprüft werden. Außerdem könne der Antrag der Grünen wegen der Personalsituation im Hochbauamt aktuell nicht bearbeitet werden.

„Bei allem nötigen Respekt und Verständnis: der Zeitraum ist uns zu lang“, erklärt Sabine Steininger. Das bestätigt auch Stadträtin Stephanie Kollmer (CSU). Auch sie findet sieben Jahre eine viel zu lange Zeit, bis die Sache in Angriff genommen wird. „Wir können nicht auf dem bestehenden Dach eine PV-Anlage anbringen“, rechtfertigt Kelm. Diese müsste dann bei der Dachsanierung wieder abgebaut werden.

Diskussion im Bayreuther Stadtrat

Halil Tasdelen (SPD) schlägt daher vor, die Dachsanierung einfach vorziehen, um so die Anbringung der Photovoltaik-Anlage zu beschleunigen. Auch Georg Kämpf (BG) unterstützt den Antrag der Grünen.

„Ich sehe es kritisch, eine solche Anlage auf ein so altes Gebäude anzubringen“, sagt Helmut Parzen (CSU). Er findet den Antrag der Grünen gut, schlägt aber zugleich vor, stattdessen PV-Anlagen auf neuere Gebäude und Schulen zu installieren. „Sieben Jahre zu warten, finde ich nicht gut“, ergänzt er.

Abstimmung im Bayreuther Rathaus

„Wir müssen in Bayreuth das Dringendste zuerst erledigen und da kommen für mich die Schulen ganz klar vor Photovoltaik-Anlagen“, erklärt Thomas Hacker (FDP).

Am Ende stimmten sieben von 17 Stadträten gegen den Antrag der Verwaltung. Somit wird das Thema erstmal verschoben und erst in fünf bis sieben Jahren wieder geprüft.

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Bayreuther Tagblatt - Katharina Adler

 bt-Redakteurin Online/Multimedia
Katharina Adler