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Halil Tasdelen im Bayreuther Stadtrat: „Man löst keine Probleme, in dem man sich angreift und beleidigt“

2006 wusste Halil Tasdelen noch nicht „was ein Stadtrat“ ist. Zwei Jahre später zog er für die SPD in den Bayreuther Stadtrat ein. Da sitzt er auch heute noch.

Europawahl: Bayreuths Abgeordnete kommt von der AfD

Europa hat gewählt und für die Region deutet sich ein Paukenschlag an. Stadt und Landkreis werden künftig von einer AfD-Politikerin im Europaparlament vertreten.

Die Tierärztin und Biologin Sylvia Limmer wohnt zwar in Presseck im Landkreis Kulmbach, ist aber die stellvertretende Vorsitzende des AfD-Kreisverbands Bayreuth. Auf der Deutschlandliste der AfD ist sie auf dem aussichtsreichen Listenplatz 9 gestartet und dürfte auf den Zug nach Brüssel aufgesprungen sein. Dort stehen Deutschland 96 Sitze zu. Als grobe Regel für das EU-Parlament kann daher gelten: pro Prozent einen Sitz.

Für Malte Gallée, Student an der Uni Bayreuth und für die Grünen auf Listenplatz 22 gestartet, wird es aller Voraussicht nach nicht reichen. Hochrechnungen zufolge kommen die Grünen deutschlandweit auf 21 Prozent.

Foto: Monika Hohlmeier

Einzige weitere oberfränkische Vertreterin im EU-Parlament wird daher Monika Hohlmeier (CSU) sein. Die Tochter von Ex-Ministerpräsident Franz-Josef Strauß vertritt Oberfranken seit zehn Jahren im EU-Parlament, ist als oberfränkische Spitzenkandidatin und auf CSU-Listenplatz 4 in die Wahl gegangen. Hohlmeier wohnt im Landkreis Lichtenfels.

Der Spitzenkandidat der oberfränkischen Sozialdemokraten, Martin Lücke, stammt aus Coburg und ist auf Listenplatz 38 ins Rennen gegangen. Für ihn wird es genauso wenig reichen wie für alle anderen oberfränkischen Kandidaten, die noch aussichtslosere Listenplätze ihrer Parteien bekommen haben.

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Europawahl: Der Landkreis hat gewählt

Im Landkreis sind die Stimmen etwas anders verteilt als in der Stadt Bayreuth.

  • Deutlich mehr, nämlich 46 Prozent der Wähler, haben die CSU gewählt. In der Stadt sind das nur 20 Prozent, im Bundesdurchschnitt kommen CDU/CSU auf 28 Prozent. (Vergleich 2014: +1 Prozent)
  • Die SPD verliert auch im Kreis und kommt auf 11 Prozent. In der Stadt sind es 12 Prozent im Bundesdurchschnitt 15. (Vergleich 2014: -11 Prozent)
  • Die Grünen holen im Kreis deutlich weniger Stimmen. Während sie in der Stadt von fast 24 Prozent gewählt werden, sind es im Kreis nur 14 Prozent und damit gut 7 Prozent weniger als im Bundesdurchschnitt. (Vergleich 2014: +6 Prozent)
  • Die AfD kommt im Kreis aus 8 Prozent, in der Stadt auf rund 7 und im In Deutschland auf 11. (Vergleich 2014: +1 Prozent)
  • Die Freien Wähler kommen im Kreis auf überdurchschnittlich gute 7 Prozent, in der Stadt sind es nur 3. (Vergleich 2014: +1 Prozent)
  • Die FDP liegt im Kreis mit etwa 2 Prozent gut 3 Punkte unter dem Wert der Stadt, der in etwa dem Bundeswert entspricht. (Vergleich 2014: +-0)
  • Die ÖDP liegt im Kreis bei 2 Prozent, Die PARTEI in etwa auch, die Tierschutzpartei kommt auf 1 Prozent.

Die PARTEI zieht demnach mit drei Abgeordneten ins EU-Parlament ein. Die Freien Wähler entsenden zwei Abgeordnete, ÖDP, Tierschutzpartei, Familienpartei, Piraten und Volt jeweils einen.

Die Wahlbeteiligung im Kreis liegt bei etwa 60 Prozent oder bei 50.500 von 84.000 Wahlberechtigten. Das sind 20 Prozent mehr als bei der Europawahl 2014.

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Europawahl: So hat Bayreuth abgestimmt

Die Bayreuther haben bei der Europawahl etwas anders abgestimmt als der Bundesdurchschnitt.

  • Kam die Union aus CDU/CSU deutschlandweit nur auf 28 Prozent, stimmte in Bayreuth gut jeder Dritte für die CSU (33 Prozent). Damit liegt die CSU in Bayreuth bei etwa dem gleichen Wert wie bei der Europawahl vor fünf Jahren (-0,4 Prozent). Bayernweit stimmten 40 Prozent für die CSU.
  • Holten die Sozialdemokraten im Bundesdurchschnitt 15 Prozent der Stimmen, sind es in Bayreuth nur 12. Im Vergleich zur Wahl 2014 verliert die SPD in Bayreuth 12 Prozent!
  • Die Grünen wurden in Bayreuth von fast jedem Vierten (24 Prozent) und damit drei Prozent häufig als im deutschen Durchschnitt gewählt. (+ 9 zu 2014).
  • Kamen die Linken im Bund auf über 5 Prozent, gab es dafür in Bayreuth nicht einmal 3. (-0,7 zu 2014).
  • Ähnliches gilt für die AfD: Bundesweit bei 11 Prozent, in Bayreuth unter 8. (-0,6 zu 2014).
  • Die FDP pendelt sich dagegen in Bayreuth wie im bundesdeutschen Durchschnitt bei etwas über 5 Prozent ein. (-0,1 zu 2014).
  • Weitere Bayreuther Besonderheiten: Die PARTEI kommt in Bayreuth auf über 1000 Stimmen und damit auf gut 3 Prozent. (+2,4 zu 2014). Mehr als die Freien Wähler, die bei knapp unter 1000 Stimmen liegen. (-0,5 zu 2014).
  • Ebenfalls in Bayreuth noch relevant: Die ÖDP wird von 890 Bayreuthern gewählt (= 2,8 Prozent), die pro-europäischen Bürgerbewegung VOLT von 467 (= 1,5 Prozent) und die Tierschutzpartei von 402 (= 1,2 Prozent).

Die PARTEI zieht demnach mit drei Abgeordneten ins EU-Parlament ein. Die Freien Wähler entsenden zwei Abgeordnete, ÖDP, Tierschutzpartei, Familienpartei, Piraten und Volt jeweils einen.

Die Wahlbeteiligung lag in Bayreuth bei 57 Prozent. Das sind 32.000 von 57.000 Wahlberechtigten. Das sind 19 Prozent mehr als bei der Europawahl 2014.

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Schoko: Die Gewinner der Europawa(h)l

Vergangenen Samstag hat das Bayreuther Tagblatt zur Podiumsdiskussion für Jugendliche und junge Erwachsene in die Schokofabrik geladen. Matthias Straub (CSU), Martin Lücke (SPD), Malte Gallée ()Grüne), Sylvia Limmer (AfD) und Tobias Lukoschek (FDP) stellten sich den Fragen und Aufgaben von Moderator Thorsten Gütling (Bayreuther Tagblatt) und der Schülerin Sarah Oginski. Über 100 Jugendliche und junge Erwachsene folgten der Einladung und diskutierten mit. Gewählt wurde auch. Jetzt liegt das Ergebnis der sogenannten U18-Wahl vor.

Foto: Stadtjugendring

Demnach haben 30 Prozent der über 100 Jugendlichen die Grünen gewählt. 20 Prozent waren für die Linken, ebensoviele für die Partei „Die Partei“. 15 Prozent der jungen Gäste wählten die ÖDP. Auf jeweils 5 Prozent kamen die CSU, SPD und Piraten. Auf der Facebook-Seite des Stadtjugendrings gibt’s das Ergebnis zum Nachlesen.

Malte Gallée (Grüne). Foto: Magdalena Dziajlo

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Größtes Gesprächsthema nach der Veranstaltung unter den Jugendlichen: Der Einladung, mit jungen Menschen zu diskutieren, war nur ein einziger Politiker gefolgt. Nur Thomas Hacker (FDP) ließ sich in der Schokofabrik blicken.

Quelle: Stadtjugendring