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Schutzmasken aus Bayreuth: Für Pflege- und Hygienekräfte sowie Ärzte und Therapeuten

Im Bezirkskrankenhaus Bayreuth werden Schutzmasken geschneidert: Bergeweise Baumwollstoff, meterlange bunte Bänder, Scheren, Stecknadeln, Fadenspulen – der Nebenraum der „Alten Wäscherei“ am Bezirkskrankenhaus Bayreuth gleicht einem kleinen Atelier, beschreibt die Pressesprecherin, Andrea Franz, die aktuelle Situation. Dort, wo sonst Fortbildungen, Schulungen oder Gruppentherapien stattfinden, rattern jetzt fünf Nähmaschinen. Auf den Fensterbänken liegen die fertigen “Behelfsmasken”. Schützen sollen sie Hygiene- und Pflegekräfte sowie Ärzte und das therapeutische Personal der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken (GeBO), erläutert Andrea Franz.

Schutzmasken sind Mangelware im Bezirkskrankenhaus Bayreuth

Aufgrund der Corona-Krise sind Schutzmasken im Bezirkskrankenhaus derzeit ein rares Gut: „Deshalb bekam ich vor einer Woche einen Anruf von unserem ärztlichen Direktor“, sagt Kristina Blum. Sie leitet die Ergotherapie am Bezirkskrankenhaus Bayreuth und befestigt gerade ein braunes Bändchen an einer der Masken. „Professor Doktor Kallert fragte, ob die Mitarbeiter der Ergotherapie damit beginnen könnten, Mundschutz zu nähen.“

Kristina Blum organisierte Nähmaschinen, einen Raum, Stoffe und Bänder. Dank der guten Vernetzung der Kliniken lud die Ergotherapeutin ein paar Stunden später ein Auto voll mit alten OP-Kitteln und weißen Laken, die am Bezirksklinikum Obermain nicht mehr gebraucht werden, erläutert Andrea Franz: „Das ist guter Baumwollstoff und daher waschbar.“

Mundschutz zu Hause reinigen

Zwei Mundschutze soll jeder Mitarbeiter im Pflegedienst bekommen. Abends kann dann jeder seinen Mundschutz zu Hause selbst kurz abkochen, um Viren und Bakterien abzutöten, teilt Andrea Franz mit.

Um auf diesen Näheinsatz vorbereitet zu sein, tüftelte Kristina Blum bereits am Wochenende zuvor mit ihrer Schwiegermutter an einem Schnittmuster für die Masken. Der Clou: Die Falten haben auf der Rückseite eine kleine Tasche, in die man zusätzlich eine Art Filter einsetzen kann. „Es sind ja keine wirklichen Schutzmasken, sondern nur Behelfsmasken. Aber mit einem Taschentuch oder Kaffeefilter bieten sie etwas mehr Schutz.“

Im Bayreuther Bezirkskrankenhaus werden Schutzmasken genäht. Foto: Andrea Franz/ Bezirkskrankenhaus Bayreuth

100 Schutzmasken pro Tag

Von 7 Uhr morgens bis 17 Uhr am Nachmittag herrsche in der Nähstube Hochbetrieb. Bis zu acht der insgesamt 45 Mitarbeiter der Ergotherapie sind hier abwechselnd am Werk, um mitzuhelfen bei der Maskenproduktion. Dabei müsse nicht jeder nähen können. Schnittmuster aufzeichnen, Stoff zuschneiden, Bänder abmessen, Falten bügeln – hier fallen diverse Arbeiten an.

Rund 100 Masken schaffe das Team pro Tag. „Der erste Schwung geht voraussichtlich an die Mitarbeiter im Wohn- und Pflegeheim in Kutzenberg“, sagt Kristina Blum.

Im Bayreuther Bezirkskrankenhaus werden Schutzmasken genäht. Foto: Andrea Franz/ Bezirkskrankenhaus Bayreuth