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Beachen, Skaten, Turnen: In der Scheffelstraße wird über Lärm diskutiert

Der Jugendausschuss des Stadtrats wird sich in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause am Montag mit der Zukunft der ehemaligen Tennisplätze des Post SV an der Scheffelstraße befassen. Auf der Fläche könnten Beachvolleyballplätze und eine Skate-Anlage entstehen.

Scheffelstraße

Foto: Thorsten Gütling

Die über viele Jahre vom Verein gepachteten und zuletzt total verwilderten Flächen sind inzwischen an die Stadt zurückgegeben worden. Zur künftigen Nutzung liegen Anträge der Fraktionen der Bayreuther Gemeinschaft, der CSU- sowie der SPD-Fraktion vor.

Generationen sollen spielen

SPD-Stadtrat Siegfried Zerrenner fordert in einem Antrag, der dem Bayreuther Tagblatt vorliegt, den Bau eines Generationenspielplatzes. Vorbild sollten die bestehenden Anlagen an Röhrensee oder Rosenau sein. Ein solcher Platz gleicht einem Fitnessstudio unter freiem Himmel, sei eine ideale Ergänzung zum bereits vorhandenen, Bolz-, Basketball- und Beachvolleyball-Platz auf der gegenüberliegenden Straßenseite und würde alle Bürger der Stadtteile Kreuz und Altstadt „in erheblichem Maße profitieren“ lassen. Dazu solle eine kleine Skate-Anlage „für Anfänger oder Neueinsteiger“ gebaut werden.

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Foto: Magdalena Dziajlo

Die Vorschläge von CSU und Bayreuther Gemeinschaft sehen vor, dort den Skate-Park zu bauen, für den im Südwesten der Stadt schon lange ein passender Ort gesucht wird. Die Stadtverwaltung verwies daraufhin aber auf ein Gutachten aus dem Jahr 2007, das zu dem Ergebnis gekommen sei, dass sich Anwohner von einer Skate-Anlage an der Scheffelstraße gestört fühlen könnten. 2007 wurde nämlich schon einmal über eine solche Anlage nachgedacht – allerdings auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Dort befindet sich heute ein Beachvolleyball- und ein Basketball-Platz.

Keine Einsicht in das Gutachten

Auf Nachfrage des Bayreuther Tagblatts wollte die Stadt keinen Einblick in das Gutachten gewähren, um der jetzt geplanten Diskussion im Jugendausschuss nicht vorweg zu greifen, wie es hieß. Allenvoran die mittlerweile ausgeschiedene Stadträtin der Grünen, Ulrike Gote, kritisierte das Alter des Gutachtens und dass dessen Inhalt weiten Teilen des Stadtrats nicht einmal bekannt sei. Gote, die Einblick hatte, sagt: Daraus gehe hervor, dass die Scheffelstraße mit einer Belastung von rund 60 Dezibel wesentlich lauter als ein Skate-Park sei.

Der Sportplatz des Post-SV, wie ihn die SpVgg Bayreuth hergerichtet hat. Foto. Thorsten Gütling.

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Statt für eine Skate-Anlage sprechen sich Teile der Verwaltung für den Bau eines „Trendsport-Zentrums“ an der Scheffelstraße aus. Auf den früheren Tennisplätzen sollten demnach drei Beachvolleyball-Plätze entstehen. Der bereits bestehende Platz auf der Gegenüberliegenden Straßenseite sollte dafür weichen und durch einen Beachsoccer-Platz ersetzt werden. Insgesamt will die Stadt dafür rund 210.000 Euro ausgeben.

Scheffelstraße: Skatepark zu laut für Anwohner

Die Entscheidung scheint gefallen. Geht es nach Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe und dem Jugendamt der Stadt Bayreuth, soll auf den verwilderten Tennisplätzen des Post-SV an der Scheffelstraße ein Beachvolleyball-Zentrum entstehen – und eben nicht der lange ersehnte Skatepark, der schon in der Saas nichts wurde.

Zwar fordert die CSU-Fraktion im Stadtrat an dieser Stelle explizit einen Skatepark, weil schon benachbarten Stadtteil Saas ein solcher den Jugendlichen zugesagt aber kein geeigneter Platz dafür gefunden wurde. Und auch die Fraktion der Bayreuther Gemeinschaft spricht sich in einem Antrag für einen Skate-Park oder eine „Anlage für Trendsportarten“ aus. Aus der Stadtverwaltung heißt es dazu aber, eine Skate-Anlage an dieser Stelle wäre für die Anwohner zu laut.

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Gemeinsam mit der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft GEWOG habe die Stadt die Realisierung einer Skate-Anlage an der Scheffelstraße bereits 2007 untersucht. Damals, ging es um die Umgestaltung des Spielplatzes auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Zudem verfüge die Stadt mit der derzeit gesperrten weil erneuerten Skate-Anlage an der oberen Röth, sowie den anlagen in St. Johannis und an der Schoko-Fabrik, über ein sehr gutes Angebot für Skater.

Für den Bau der Beachvolleyball-Plätze wird die Stadt ersten Berechnungen zufolge rund 210.000 Euro ausgeben müssen. Das Beachvolleyball-Feld, das es auf der gegenüberliegenden Straßenseite bereits gibt, soll im Zuge des Neubaus auf der Post-SV-Fläche zu einem Beach-Soccer-Feld umgestaltet werden. Mit der Investitionen will die Stadt eigenen Aussagen zufolge das öffentliche Freizeit- und Sportangebot weiter ausbauen. Am Montagnachmittag soll der Jugendausschuss darüber befinden. Endgültig entscheiden müsste dann der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung. Frühestens im Herbst 2020 könnten die Beachvolleyball-Felder dann gebaut werden.