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Stadtrat

Bayreuth erlaubt Bestattung ohne Sarg: auch für Nicht-Muslime

Der Bayreuther Stadtrat hat den Weg frei gemacht für die sarglose Bestattung. Auf dem Südfriedhof soll künftig die Bestattung im Leichentuch möglich sein.

Die sarglose Bestattung ist in Bayern seit Kurzem erlaubt, nun lässt Bayreuth Taten folgen. Am Südfriedhof soll die sarglose Bestattung künftig möglich sein.

Das hat der Stadtrat heute, am 30. November 2022, beschlossen.

Sarglose Bestattung in Bayreuth

Der Stadtrat hat zugestimmt, dass die Friedhofssatzung der Stadt geändert wird. Sie soll nun die sarglose Bestattung erlauben. Der Leichnam muss dann in ein Leichentuch gewickelt werden. Der Leichnam darf allerdings nicht infektiös sein. Die Ruhezeit bei Gräbern mit sargloser Bestattung soll außerdem mindestens 40 Jahre betragen. Die sarglose Bestattung kann nur im Einzelgrab erfolgen – Familiengräber sind bei dieser Form also ausgeschlossen.

Der Antrag geht zurück auf die Stadträte Halil Tasdelen (SPD) und Stefan Schlags (Grüne). „Mein Antrag zielt nicht nur auf Menschen mit islamischem Glauben“, sagte Tasdelen im Stadtrat. „Es gibt auch andere Menschen, die nicht im Sarg begraben werden wollen.“ Lesen Sie auch: Die Erhöhung der Parkgebühren in Bayreuth könnte sich um ganze zwei Jahre verschieben.




Gräberfeld für Muslime auf Südfriedhof

Die sarglose Bestattung aus religiösen Gründen kommt laut dem Antrag hauptsächlich für Muslime infrage. Doch dabei seien noch weitere religiöse Regeln zu beachten. „Nach der islamischen Tradition sollen Muslime nur gemeinsam auf einem ausgewiesenen Gräberfeld mit ebenfalls Gläubigen (Muslimen) begraben werden“, heißt es in dem Antrag. „Der Leichnam muss auf der rechten Seite liegend nach Mekka blicken und soll eine alleinige, ewige Grabstätte erhalten.“

Auf dem Bayreuther Südfriedhof soll nun ein solches Grabfeld bereitgestellt werden, bei dem die Leichen sarglos bestattet und in Richtung Mekka ausgerichtet werden können.