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Zugverkehr nach Nürnberg läuft wieder Neuer Imbiss „Stern“ öffnet am 15. September Berufsschule zum Schulstart doch noch nicht bezugsfertig

Zuletzt aktualisiert am 08. Dezember 2020 | 19:14

Gericht

„Es ist alles mein Fehler“: So hat die Frau die mutmaßliche Vergewaltigung in Bayreuth erlebt

Am Dienstag (8.12.2020) wurde der Vergewaltigung-Prozess am Landgericht Bayreuth fortgesetzt. Unter anderem wurde das erste Video von der ersten polizeilichen Vernehmung gezeigt. 

Ein 19-jähriger Schüler wurde heute (22. Februar 2022) wegen der Vergewaltigung einer Minderjährigen vor dem Amtsgericht Bayreuth verurteilt. Archivfoto: Redaktion
Ein 19-jähriger Schüler wurde heute (22. Februar 2022) wegen der Vergewaltigung einer Minderjährigen vor dem Amtsgericht Bayreuth verurteilt. Archivfoto: Redaktion

Vergewaltigungs-Prozess in Bayreuth: Am Dienstag (8.12.2020)
 haben weitere Zeugen zur mutmaßlichen Vergewaltigung einer jungen Frau ausgesagt. Es ist der fünfte Prozesstag. Am Montag (7.12.2020) waren die Männer geladen gewesen, die in jener Nacht auch in der Wohnung des Angeklagten waren.

Freund des Angeklagten war auch in der Wohnung

Zu Beginn des fünften Prozesstages gegen den Betreiber einer Shisha-Bar in Bayreuth wegen Vergewaltigung ist ein Freund des Angeklagten als Zeuge geladen. Er habe in der Woche vor der Tat in der Shisha-Bar schlafen dürfen, habe dafür im Betrieb mitgeholfen. So habe er in jener Nacht mitbekommen, dass es in der Wohnung des Angeklagten überhalb der Shisha-Bar Streit gab. „Dann kam ein Mädchen“ die Treppe runter, sagt der Zeuge.

Weiter berichtet er von hektischen Geschehnissen nach der Tat. Die Hunde des Angeklagten seien weggelaufen. Dann sei er auf den Mann getroffen, welcher das Opfer weg vom Tatort begleitete. Dieser Zeuge hat die Gruppe rund um den Angeklagten in die Disko gehen sehen. „Das waren sehr gute Freunde.“

Der vorsitzende Richter hält diesem Zeugen seine Aussage bei der polizeilichen Vernehmung vor. Dort soll er gesagt haben, was ihm der Angeklagte zu der Frau, dem geplanten Sex gesagt hatte. Auch soll ihm der Angeklagte gesagt haben, dass sie nach dem Sex Koks von ihm haben wollte.

„Was, wenn das Deine Schwester ist?“: Zeuge erinnert sich

Dieser Zeuge will mitbekommen haben, dass der Angeklagte von einem weiteren Anwesenden, der später nach der mutmaßlichen Vergewaltigung in das Wohnzimmer dazu gekommen war, geschlagen wurde. Dieser Weitere habe den Angeklagten Vorwürfe gemacht. „Was, wenn das deine Schwester ist?“

Am Ende der Zeugenbefragung wendet sich der Angeklagte selbst an den Zeugen und entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten, die er mit dem Prozess hat.

„Sie ist öfter in Tränen ausgebrochen“: Kripo-Beamter sagt aus

„Er war klar in seinen Angaben“, sagt der Kripo-Beamte, welcher den ersten Zeugen an diesem Prozesstag nach der Tat befragt hatte. Er habe an diesem Tag einen weiteren Zeugen verhört.

Zunächst waren der heutige Angeklagte und zwei weitere Männer dem Ermittlungsrichter vorgeführt worden. Dieser Kripo-Beamte hat auch die polizeiliche Vernehmung vorgenommen. „Sie machte nicht den Eindruck, dass sie vernommen werden möchte“, erzählt er. Die Vernehmung sei schwierig gewesen. „Sie ist öfter in Tränen ausgebrochen (…) insbesondere, wenn es um die sexuellen Details gegangen ist.“

Video von der ersten polizeilichen Vernehmung des mutmaßlichen Opfers wird gezeigt

„Da hat mich der eine bemerkt, der mich dann später mitgenommen hat“, sagt das mutmaßliche Opfer zum Kennenlernen mit dem Angeklagten in der Bayreuther Disko. Es sei ein Fehler gewesen, mit ihm mitzugehen.

„Dann ist es passiert, er wollte Sex mit mir.“ Den habe sie aber nicht mit dem Angeklagten vollziehen wollen. „Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, weil ich betrunken war.“ Sie wisse noch, dass in dem Wohnzimmer drei Männer waren. Während der Film im Gerichtssaal läuft, sitzt der Angeklagte ruhig mit verschränkten Armen vor der Leinwand.

Bei den Nachfragen der Polizeibeamten wird die Frau brüchig in der Stimme, stottert teilweise, wird zittrig bei der Beschreibung des Tatorts. „Es war eine L-Couch. Ich saß auf der kurzen Seite“. Dann wisse sie nicht, wie es kam, dass er sie ausgezogen hat. Gefragt, wie sie darauf reagiert hatte, beginnt die Frau zu weinen. „Ich war sehr stark alkoholisiert, konnte mich überhaupt nicht wehren.“ Dann ist für die Zuhörer im Gerichtssaal Weinen zu hören.

„Als ich mich gewehrt habe, hat er mich geschlagen“

„Ich denke, es ist alles mein Fehler, ich hätte mich am Anfang mehr wehren müssen“, sagt sie etwas später mit starkem Zittern in der Stimme. „Ich weiß noch, ich lag irgendwie auf dem Bauch“, fährt sie fort. „Ich weiß nicht viel, aber ich weiß, dass irgendwann zwei weitere Männer im Raum waren.“

Sie habe dem Angeklagten gesagt, dass sie das nicht will. Immer öfter sagt die Frau auf die Nachfragen, dass sie sich nicht mehr erinnern könne. „Ich glaube, ich war ganz nackt (…) und dann hat er das hinten reingesteckt.“ Sie habe geschrien. „Als ich mich gewehrt habe, hat er mir ins Gesicht geschlagen.“

Mutmaßliches Opfer beschreibt Vergewaltigung: Festgehalten und geschlagen

Er habe sie festhalten wollen und daraufhin habe sie versucht, sich „rauszuwehren“. Dann habe der Angeklagte versucht, sie am Boden zu fixieren. Immer wieder dazwischen, sagt sie auf Nachfragen: „Das weiß ich nicht.“

Er sei mehrere Male anal in sie eingedrungen. „Ich war auf dem Bauch.“ In der Situation habe sie nicht gewusst, was die anderen beiden Männern von ihr wollten und habe um sich geschlagen. Ob sie die anderen beiden beschreiben kann: „Nein.“

Der vierte Mann habe ihr dann geholfen. „Er hat mich rausgenommen, mich gerettet.“ 
„Hat dieser Mann (der Angeklagte) wahrgenommen, dass sie keinen Sex mit ihm haben wollen“, fragt der Polizist. „Weiß ich nicht“, sagt die Frau. „Ich habe ihn weggedrückt.“ Sie sei den Leuten sehr dankbar, die sie gerettet haben.

Erklärung der Verteidigung zum Video von der ersten Vernehmung des Opfers

„Die Verteidigung möchte auf einige Widersprüche hinweisen“, beginnt einer der beiden Anwälte. Auffällig sei die fehlende Detailreiche der Frau bei der ersten polizeilichen Vernehmung „nur einen Tag nach der Tat.“ Bei der zweiten Vernehmung sei die Frau genauer gewesen.

„Ich schäme mich. Schau nicht an“: Zeugin wollte das mutmaßliche Opfer beruhigen

Nach einer Pause wird eine Frau gehört, die nach eigenen Angaben Beobachtungen zum Vorwurf der Vergewaltigung machen kann. Sie sei in jener Nacht zwischen Disko und Shisha-Bar gewesen und habe das mutmaßliche Opfer mit ihrem Retter gesehen.

Sie habe versucht, die Frau zu beruhigen. „Ich schäme mich so, schau mich nicht an.“ Der Rock der Frau sei weit nach oben geschoben gewesen, „dass der Hintern rausguckte“, wird aus dem polizeilichen Vernehmungsprotokoll dieser Zeugin zitiert. Einen Slip habe sie angehabt.

In der Situation habe sie sich nur um die Frau gekümmert, so die Zeugin weiter. Mit ihr sei noch eine Frau unterwegs gewesen und habe sich mit um das mutmaßliche Opfer gekümmert. „Man hat Sachen gehört“, sagt diese Zeugin auf die Frage, ob der Angeklagte auffällig gegenüber Frauen war. Sie selbst sei aber nicht betroffen gewesen.

Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt

Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß

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