Gedenkfeier

Gedenkfeier für Oswald Merz in Bayreuth: Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime

Oswald Merz war Sozialdemokrat und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Heute hat in Bayreuth eine Gedenkfeier für ihn stattgefunden. 

Um 11:55 Uhr haben sich am Dienstag (18.5.2021) Andreas Zippel (Bayreuths zweiter Bürgermeister) und die Stadträte Christoph Rabenstein und Dr. Beate Kuhn (alle drei SPD) zusammen mit den Gästen der Gedenkfeier zum 75. Todestag von Oswald Merz vor der Aussegnungshalle am Bayreuther Stadtfriedhof getroffen. Gemeinsam machte man sich dann auf den Weg zum Grab von Oswald Merz, wo dann auch Oberbürgermeister Thomas Ebersberger dazu stieß.

Bayreuths Bürgermeister Ebersberger und Zippel gedenken mit einer Rede des 75. Todestages von Oswald Merz

Bayreuths Oberbürgermeister Thomas Ebersberger leitete die Gedenkfeier mit einer begrüßenden Rede ein. Dabei machte er darauf aufmerksam, wie wichtig es sei, Persönlichkeiten wie Merz, der Sozialdemokrat und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime war, weiter im Gedächtnis zu behalten. „Gerade heutzutage, wo viele Jugendliche nicht einmal mehr genau wissen, was zu Zeiten von Merz vor sich ging, ist es von großer Bedeutung, dass man sich mit der Geschichte solcher wichtiger Menschen befasst.“

Bayreuths zweiter Oberbürgermeister Andreas Zippel bezog sich dann in seiner Rede darauf, wie wichtig die Werte von Oswald Merz auch heute noch seien. „Merz setzte sich zu Lebzeiten für zahlreiche sozialdemokratische Werte ein. Und in einer Zeit, in der gleichgeschlechtliche Paare draußen Händchen halten und Angst davor haben, wie andere darauf reagieren, müssen wir diese Werte weiter ins Bewusstsein der Menschen rufen.“

Oswald Merz: Seit 1919 in der SPD

Der Bayreuther Stadtrat Christoph Rabenstein gab anschließend einen Überblick über das Leben von Oswald Merz. Der in Schwabach geborene Merz trat bereits 1919 in die SPD ein, vertrat sehr stark und laut sozialdemokratische Werte und war von 1924 bis 1933 an der Lehrerbildungsanstalt in Bayreuth tätigt. Hier wurde er dann im März 1933 zusammen mit dem fränkischen SPD-Politiker Friedrich Puchta verhaftet und wurde in den folgenden Jahren mehrfach im Konzentrationslager Dachau untergebracht.

An den gesundheitlichen Leiden, die er sich in Dachau zugezogen hatte, starb er am 18. Mai 1946 in Augsburg. Begraben liegt Merz heute in seinem Grab am Bayreuther Stadtfriedhof. 
Am Ende der Gedenkfeier konnten die Gäste schließlich das Grab von Oswald Merz mit Blumen bedecken. Am 18. April gedachte Oberbürgermeister Ebersberger in Bayreuth den Opfern der Corona-Pandemie mit Kranz und Kerzen.

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

 Redaktion