Tierquälerei

So grausam sind Giftköder für Hunde und Katzen: Darauf müssen Sie achten

Giftköder stellen für Tiere, insbesondere Hunde und Katzen, immer wieder eine große Gefahr dar. Eine Tierärztin setzt sich für deren Bekämpfung ein. Das bt hat mit ihr gesprochen.

Immer wieder fallen Tiere sogenannten Giftködern zum Opfer – darunter auch Hunde und Katzen von privaten Tierhaltern. So sorgen solche Köder für traurige Schicksale und sind ein schwerer Fall von Tierquälerei.

Eine Tierärztin aus München verrät dem bt im Interview, welche Arten von Giftködern es gibt und wie sie funktionieren.

Tragisch: Hund mit 9 Jahren verloren

Fulya Safak, Tierärztin in München und Mitgründerin der PetLEO GmbH, die sich für die Digitalisierung der Tierhaltung einsetzen, liegt das Thema der Giftköder besonders am Herzen – sie habe selbst mit 9 Jahren einen Hund verloren. Warum manche Menschen solche Köder sogar in Hundeparks verstreuen, könne sie sich nicht erklären. Im November starb ein Hund an einem Giftköder mit einer Metallklammer.

Aufgrund dieser Vergangenheit war Safak das Thema der Giftköder schon lange bekannt. „In der Türkei sind Giftköder ein großes Thema. Seit fünf Jahren wohne ich jetzt in Deutschland. Auch hier habe ich festgestellt, dass sie ein Problem sind.“

Giftköder: diese Arten gibt es

Laut Safak gibt es verschiedene Arten von Giftködern, die ihre Symptome auch unterschiedlich schnell zeigen. Zum einen werden die wortwörtlichen „Gift“-köder verteilt, die Rattengift oder Schneckengift enthalten. Hier entwickeln die Tiere, die den Ködern zum Opfer fallen, teilweise erst nach mehreren Tagen Symptome.

„Es gibt Köder, die bei Hunden den Vitamin-D-Haushalt erhöhen, was äußerst gefährlich ist“, erklärt Safak. Zu den typischen Symptomen gehören dann Übelkeit und Erbrechen oder erhöhtes Urinieren. Die ersten leichten Symptome zeigen sich erst nach etwa fünf Tagen. Hundehalter bringen allerdings in solch einem Fall ihr Tier nicht sofort in die Klinik. PetLEO habe keine genauen Daten darüber, wann der Hund den Köder gefressen hat, weswegen es sich bei den fünf Tagen nur um eine Schätzung handle.

Das Gift bleibe jedoch lange im Körper, daher sollte die Therapie mindestens 15 Tage gehen. Man müsse das Tier mit kalziumarmem Futter versorgen und vor der Sonne schützen.

Brutal: Köder mit Fremdkörpern

Florian Klauke, Mitarbeiter bei PetLEO, nennt außerdem eine sehr brutale Sorte der Köder. Diese enthält scharfe Fremdkörper wie Rasierklingen und bringt das Tier dazu, den Fremdkörper wieder heraufzuwürgen, was zu noch weiteren inneren Verletzungen führe.

In solchen Fällen solle man, wie auch den anderen Symptomen, den Tierarzt aufsuchen, allerdings sei eine Erste-Hilfe-Maßnahme ganz simpel: Sauerkraut. „Jeder Hundehalter sollte eine Dose Sauerkraut zu Hause haben“, sagt Klauke. Das Kraut würde den angerichteten Schaden zwar nicht gänzlich verhindern, es würde allerdings den Fremdkörper umschlingen und ihn so lindern.