Coronavirus

Impfbündnis in Bayern wegen Corona: Gesundheitsminister Holetschek – „Ärzte sind bereit“

In Bayern gibt es wegen der Corona-Pandemie nun ein Impfbündnis. Die Hausärzte im Freistaat sind bereit, ab April mit den Impfungen loszulegen. 

Bayern schließt mit den niedergelassenen Ärzten, den Apothekern sowie den Landkreisen und kreisfreien Städten mit ihren Impfzentren ab Anfang April ein Impfbündnis. Die Einbindung der Ärzte und Apotheker stellt eine wichtige Weiterentwicklung in der Bayerischen Impfstrategie dar.

Impfbündnis wegen Corona in Bayern

Ab Anfang April werden in Bayern die niedergelassenen Ärzte die Bayerische Impfstrategie ergänzen. Gesundheitsminister Klaus Holetschek erwartet, dass die Impfstofflieferungen des Bundes die Arztpraxen in die Lage versetzt, ihren Patienten zum 1. April ein Impfangebot machen zu können.

„Gemeinsam mit den Ärzten, den lokalen Impfzentren und den Apotheken als Logistikpartner der Praxen bilden wir ein Impfbündnis, mit dem wir die Impfgeschwindigkeit nochmals erhöhen wollen. Insbesondere chronisch Kranke, mobilitätseingeschränkte Menschen und immobile Menschen profitieren davon enorm“, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek am Freitag (12.3.2021).

Corona-Impfungen in Bayern

In Bayern soll es künftig zwei Säulen geben: „Die Impfzentren bilden eine Säule. Damit sichern wir regelmäßige Impfungen in allen Teilen Bayerns. Die Ärzte kommen nun als eine weitere tragende Säule dazu“, ergänzt Holetschek. Bund und Länder haben ein Belieferungsmodell vereinbart. Dieses sichere die Belieferung der Impfzentren auf einem hohen Niveau. Gleichzeitig werde Schritt für Schritt, nach Verfügbarkeit des Impfstoffs, eine immer größer werdende Anzahl an Impfungen durch niedergelassene Ärzte ermöglicht.

Corona-Impfungen in Impfzentren

Die Kapazitäten der Impfzentren bleiben auf dem jetzigen Niveau. Staatsminister Holetschek: „Der Bund hat versichert, dass den Impfzentren in Deutschland ab April 2,25 Millionen Dosen pro Woche zur Verfügung stehen. Den bayerischen Anteil von circa 350.000 Dosen pro Woche verteilen wir an die Impfzentren, um die bereits vergebenen Termine weiterhin zuverlässig einhalten zu können. Darüber hinausgehende Lieferungen werden den Arztpraxen im Rahmen der Regelversorgung zur Verimpfung zur Verfügung gestellt.“

Ärzte sollen 121.000 Impfdosen nach Ostern verimpfen können

Holetschek vermutet, dass in der Woche nach Ostern bereits rund 121.000 Impfdosen in Arztpraxen verimpft werden können. Im weiteren Verlauf der Monate April und Mai soll sich die Summe wöchentlich weiter erhöhen. „Darüber bin ich sehr froh, denn die Ärzte kennen ihre Patienten am besten und leisten täglich vollen Einsatz. Mit dem Schulterschluss aus niedergelassenen Ärzten, den Impfzentren der Landkreise und kreisfreien Städte sowie dem Freistaat schaffen wir ein verlässliches, flexibles und bürgerorientiertes System“, sagte Holetschek. Dieses wird in einem nächsten Schritt durch die Betriebsärzte komplettiert.

Hausärzte mit einzubeziehen ist notwendig bei Corona-Impfungen

In einer Videokonferenz mit Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern, der Bayerischen Landesärztekammer, des Bayerischen Hausärzteverbandes, des Bayerischen Landkreistags und Bayerischen Städtetags sowie des Bayerischen Apothekerverbandes verständigten sich die Teilnehmer auf eine hohe Flexibilität der beiden Systeme. Alle Teilnehmer betonten die Wichtigkeit der Prioritäteneinstufung nach der Coronavirus-Impfverordnung.

Aus Sicht von Dr. Gerald Quitterer, dem Präsidenten der Bayerischen Landesärztekammer, ist es jetzt an der Zeit und notwendig, die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in die Impfungen einzubeziehen mit den beiden Prämissen, dass die Coronavirus-Impfverordnung als Handlungsempfehlung interpretiert und die Dokumentation vereinfacht wird.

Ab April: Corona-Impfung beim Hausarzt

Dr. Markus Beier, Landesvorsitzender Bayerischer Hausärzteverband e.V., sagte: „Es ist ein ganz wichtiger Schritt für unsere Patientinnen und Patienten, dass ab dem 1. April 2021 auch unsere hausärztlichen Praxen zum Ort des COVID-19-Impfens werden. Wir Hausärztinnen und Hausärzte stehen mit unseren Teams und unserer Impferfahrung bereit, die uns vertrauten Menschen in diesem aktuell zentralen Punkt der Pandemiebekämpfung medizinisch zu betreuen und dabei die richtigen Priorisierungen vorzunehmen.“

Über 200 Arztpraxen unterstützen Pilotprojekt

Holetschek ergänzte: „Die Ärzte haben uns signalisiert, dass sie bereit sind, eine tragende Rolle in der Bayerischen Impfstrategie zu übernehmen. Bereits jetzt unterstützen mehr als 200 Arztpraxen in Pilotprojekten bei der Impfung. Wir bereiten aber nun mit diesem Bündnis die Grundlage für den nächsten großen Schritt vor, den Übergang in die Regelversorgung durch die Arztpraxen. Ich bin überzeugt, dass jetzt schon ein Großteil der Haus- und Facharztpraxen ihren Patienten ein Impfangebot machen will.“

„Allen muss dabei klar sein: Nur wenn wir große Mengen an Impfstoff bekommen, können Ärzte und Impfzentren gemeinsam ihre vollen Kapazitäten ausspielen. Angesichts der erwarteten Liefermenge durch den Bund wird in den ersten Wochen im April die Nachfrage in den Praxen das Angebot übersteigen. Ich sage deutlich: Das ist ein aufwachsendes System! Sobald uns der Bund ausreichend Impfstoff liefert, wächst das breite Impfangebot für die Menschen in Bayern noch weiter. Die Partner des bayerischen Impfbündnisses stehen bereit.“

(Gesundheitsminister Klaus Holetschek)

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

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