Klimaschutz

„Mir ist gscheit schlecht“: Stadt Bayreuth ringt um Klimaschutz – verheerende Prognose erstellt

Die Stadt Bayreuth kümmert sich um den Klimaschutz. In einem ersten Bericht wurden Zahlen veröffentlicht. Diese sind teilweise verheerend.

Mit Klimaschutz beschäftig sich nun auch die Stadt Bayreuth intensiv. Im Umweltausschuss am Montag (18. Oktober 2021) wurde ein erster Bericht veröffentlicht.

Darin wird veranschaulicht, dass es düster für die Stadt Bayreuth ausschaut, um Klimaneutralität zu erreichen. „Mir ist gscheit schlecht“, resümiert Frank Hofmann (BG) die Ausführungen der Klimaschutzmanagerinnen.

696.411 Tonnen CO2 pro Jahr in Bayreuth

Mit einer Grafik verdeutlichen die Klimaschutzmanagerinnen Jana Edlinger und Gesa Thomas den Energieverbrauch sowie die Emissionen der Stadt Bayreuth. 2,2 Millionen Megawattstunden verbraucht die Stadt Bayreuth im Jahr 2019. 2010 waren es noch 2,4 Millionen.

Bei den Emissionen sieht es allerdings anders aus: 696.411 Tonnen CO2 wurden 2019 in der Stadt Bayreuth ausgestoßen. Pro Kopf sind das 9,3 Tonnen CO2, hat Thomas errechnet. Damit liege Bayreuth über dem deutschlandweiten Durchschnitt. „Das liegt daran, dass wir viel herkömmlichen Strom nutzen“, ergänzt Thomas.

Denn der Stromverbrauch mache 31 Prozent der Emissionen in Bayreuth aus. Die anderen Anteile werden nach Wärme (47 Prozent) sowie Verkehr (22 Prozent) sortiert.

CO2-Restbudget in Bayreuth: 30 Prozent sind schon verbraucht

Bis 2040 dürfen nach Berechnungen von Gesa Thomas noch 30.000 Tonnen Treibhausgase pro Kopf produziert werden. In Bayreuth wären mit den 9,3 Tonnen schon 30 Prozent verbraucht. „Es ist ein Trauerspiel“, wenn man das Restbudget anschaut, ergänzt Thomas.

Nun gehe es darum, das Restbudget der Treibhausgase so einzuplanen, dass Bayreuth bis 2040 klimaneutral ist.

Keine konkreten Pläne für Klimaschutz in Bayreuth

Es gibt bisher eine Sammlung von Ideen, beginnt Klimaschutzmanagerin Jana Edlinger. Ob diese umsetzbar sind, ist noch nicht geklärt. Deshalb gibt es hier noch keine konkreten Pläne.

Beim Bauen und Sanieren gebe es ein hohes Einsparpotential an Treibhausgasen. Hier führt Edlinger beispielsweise auf: die Umstellung auf LED Straßenbeleuchtung, LED-Beleuchtung in städtischen Gebäuden oder Ölheizungen in städtischen Gebäuden austauschen.

Das „sind alles Vorschläge, die zur Diskussion gestellt werden“, ergänzt Edlinger erneut.
Daneben gibt es noch große Themenbereiche der „erneuerbaren Energien“ oder des „klimafreundlichen Verkehrs“ sowie von „Abfall und Abwasser“. Auch in der Verwaltung „sehen wir sehr viel Potential“ zur CO2-Einsparung, ergänzt Edlinger.

Nun müsse hier ein Maßnahmen-Katalog erstellt werden. Daraus solle ein 3-Jahres-Plan erstellt werden.

Bayreuth: Lange Diskussion im Umweltausschuss

Nach dem Bericht der Klimaschutzmanagerin entfachte eine lange Diskussion im Umweltausschuss. Die Grünen-Politikerin kritisierten umfangreich die Versäumnisse Verwaltung in den vergangenen Jahren.

Sabine Steininger (Grüne) sieht an den aktuellen Zahlen „das Versagen der bisherigen Bürgermeister“. 2012 wurde ein erster Bericht veröffentlicht. Seitdem „ist nichts passiert“.

Dem widerspricht Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU). „Ich gebe ihnen recht, dass man hätte mehr machen können. Dass nichts gemacht wurde, ist schlichtweg falsch.“ Mit Klärwerk, Straßenbeleuchtung und weiteren Projekten sei viel gemacht worden. Das gehe über das normale Maß hinaus.

Klima-Demo vor dem Rathaus in Bayreuth

Zeitgleich formierten sich Klimaschützer vor dem Rathaus in Bayreuth. Noch bevor der Umweltausschuss um 14 Uhr startete, versammelten sich mehrere Aktivisten mit Plakaten vor dem Rathaus.