Coronavirus

„Mir geht es so gut wie nie zuvor“: Bayreuther Friseurmeisterin im Gespräch über den Corona-Lockdown

Ihre Ansichten verwundern auf den ersten Blick: Zum Corona-Lockdown hat das bt mit der Friseurmeisterin Cigdem Wieczorek aus Bayreuth gesprochen. 

Wenn die Frisur wegen der Pandemie leidet: Seit dem 16. Dezember 2020 geht für viele Gewerbetreibende nichts mehr: Es ist harter Corona-Lockdown. Getroffen hat es auch die Friseure. Das bt hat eine Meisterin ihres Fachs aus Bayreuth dazu befragt.

Friseurmeisterin Cigdem Wieczorek aus Bayreuth über den Lockdown: „Man sollte selbst nach Lösungen suchen“

Cigdem Wieczorek ist Friseurmeisterin. Sie betreibt das Friseurgeschäft Style@Werk in Bayreuth. „Mir geht es bestens“, sagt sie. „Ich habe endlich Zeit für meine Tochter.“ Was sie über den Corona-Lockdown denkt, bringt sie so auf den Punkt: „Man sollte selbst nach Lösungen suchen und sich nicht darauf verlassen, dass es andere tun!“

„Ich habe mich auf dieses Leben eingelassen“

Wieczorek ist normalerweise ein wahrer Wirbelwind, wenn sie in ihrem Geschäft steht. Das geht im harten Corona-Lockdown nicht. „Ich bin trotzdem Optimist“, sagt die Friseurmeisterin und -trainerin.

„Ich hab mich auf dieses Leben eingelassen. Jetzt muss ich sehen, wie ich in der Krise damit klarkomme.“

(Cigdem Wieczorek, Friseurmeisterin aus Bayreuth)

„Selbst und ständig“: Friseurmeisterin aus Bayreuth erinnert sich an ihre Anfänge

Überhaupt mahnt sie alle Selbstständigen, sich zu erinnern: „Warum habe ich für mich diesen Weg eingeschlagen?“, fragt sie rhetorisch. „Warum habe ich mich für die Selbstständigkeit entschieden?“ Viele hätten das vergessen oder blind diesen beruflichen Weg eingeschlagen. Ich wollte unabhängig sein“, erinnert sich Cigdem Wieczorek.

„Ich wusste, was ich kann und wollte mich selbst verwirklichen.“ Als Chefin hat sie heute mehrere Mitarbeiter, darunter Andrea Lamanna, der bei der jüngsten Staffel von „Prince Charming“ (VOX/TVnow) zu sehen war. „Als Unternehmerin darf ich finanziell nicht von heute auf morgen leben.“

Style@Werk Bayreuth in der Corona-Krise

Nach dem ersten Lockdown habe die Kasse kräftig geklingelt. „Wir haben durchgearbeitet“, erinnert sich Wieczorek. Das bringe der Job eben mit sich. Sie habe viele Stammkunden. Die seien Schlange gestanden. 
Klar habe sie auch die staatlichen Hilfen in Anspruch genommen. Die würden aber mit den tatsächlichen Umsätzen verrechnet werden.

„Letztendlich“, sagt Cigdem Wieczorek, „sollte jeder Unternehmer ein paar Rücklagen haben, nicht von heute auf morgen leben“. Dass der Lockdown bis weit in den März gehen wird, davon ist sie überzeugt.

Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß