Coronavirus

Mit Freibier gegen Corona: So vermeiden Wirtsleute aus dem Landkreis Bayreuth das Schlimmste – Bürgermeister hilft dabei

Rund viereinhalb Hektoliter Freibier standen am Sonntag (7.2.2021) in Plankenfels im Landkreis Bayreuth bereit für durstige Kehlen. Das musste man dafür tun. 

„Hopfen und Malz, Gott erhalt´s“, sagt man. Genau das haben sich die Wirtsleute Schreyer vom Gasthof Goldenes Lamm in Plankenfels im Landkreis Bayreuth gedacht und Freibier ausgeschenkt. Klingt komisch, ist aber so. Hier ist der Hintergrund der Aktion. Am Samstag hat das bt über ein erneutes Leservoting in der Gastro-Serie „Die bt-Leser haben abgestimmt“ berichtet.

Mit Freibier gegen Corona: So vermeiden Wirtsleute aus dem Landkreis Bayreuth das Schlimmste

Das Schlimmste für einen Bierliebhaber ist es, wenn der geliebte Gerstensaft schlecht wird. Jahrhunderte alt ist die Bayerische Braukunst, wochenlang reift ein Sud im Lagerkeller bis das Bier bernsteinfarben die Kehle des Genießers hinab fließen kann. Eine Schande wär es, würden Wirtsleute nur wegen Corona und der Schutzmaßnahmen den Inhalt ihrer Fässer in die Kanalisation entlassen müssen.

Genau das wäre aber mit den rund 15 Fässern á 30 Liter passiert, die bei den Wirtsleuten Schreyer vom Gasthaus Goldenes Lamm in Plankenfels in der Kühlung stehen. Das sind rund viereinhalb Hektoliter, also 450 Maß Bier. Dazu kommt: Die gesamte Gastronomie muss in der Corona-Pandemie kämpfen. Beides miteinander ergibt das Angebot für den Sonntag (7.2.2021): „Wer ein Essen vorbestellt und zum Abholen eine Milchkanne oder ein ähnlich geeignetes Gefäß mitbringt, bekommt einen Liter Freibier frisch vom Fass umsonst“, erklärt Johanna Schreyer auf Nachfrage des bt.

Gasthof Schreyer (Goldenes Lamm) in Plankenfels: Das schreit nach einer Wiederholung

Rund 80 Essens-Bestellungen zum Abholen seien es heute gewesen, so Johanna Schreyer. Rund die hälfte wollte sich das Freibier nicht entgehen lassen und hatte entsprechende Gefäße dabei. Prominentester Gast war Bürgermeister Harald Wich. Er brachte tatsächlich eine Milchkanne zum Abfüllen des Fassbieres mit. Die Aktion wird am kommenden Sonntag (14.2.2021) fortgesetzt.

Apropos Kanne

Wenn eine Wanne dann und wann
nur könnte, was die Kanne kann

So würd‘ die Wanne – im Vertrau’n –
die Kanne in die Pfanne hau’n …

(Gerhard Füchse, „Der größte Dichter aller Zeiten – Jenseits von Gut und Böse“, August von Goethe Literaturverlag)

Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß