Klimaschutz

Baumhaus in Bayreuth errichtet: Aktivisten äußern ihre Forderungen an den Stadtrat

Protestaktion in Bayreuth: In der Nacht auf Mittwoch wurde ein Baumhaus in der Innenstadt angelegt – am Luitpoldplatz gegenüber dem Rathaus.

Klimaschutzaktivisten haben in der Nacht auf Mittwoch (24. November) ein Baumhaus in Bayreuth errichtet.

Die Aktivisten protestieren gegen die Klimaschutzpolitik der Stadt Bayreuth.

Update am 24. November 2021 um 11:04 Uhr: Aktivisten äußern ihre Forderungen: Klimagerechtigkeit und CO2-Restbudget in Bayreuth

Das bt war um 10:15 Uhr nochmals beim Baumhaus vor Ort und hat mit einigen der Aktivisten gesprochen. Das Baumhaus als Aktionsträger wurde gewählt, weil es „anders als eine Demonstration immer da ist“, sagt eine der Aktivistinnen. Außerdem sei die Aktion bisher in Sachen Aufmerksamkeit sehr erfolgreich gewesen, da sie sehr viele Leute angezogen habe. Die Position gegenüber vom Rathaus habe man sich ausgesucht, da sich die Forderungen an den Stadtrat richten.

„What do we want?! Climate Justice!“ parolieren drei Personen vom Baumhaus. Zentraler Punkt der Forderungen ist insbesondere das Restbudget des CO2-Ausstoßes in Bayreuth. In der Treibhausbilanz der Stadt werde Mitte 2024 als Zeitpunkt genannt, an dem das Restbudget an Kohlenstoffdioxid aufgebraucht sei. „Wir haben Berechnungen angestellt und können nicht nachvollziehen, wie die Stadt auf Mitte ’24 kommt. Unseren Berechnungen nach ist das schon Mitte ’23 der Fall“, sagt ein Aktivist.

Besonders wichtig sei den Aktivistinnen und Aktivisten auch die moralische Verpflichtung des globalen Nordens, also der reichen Industrieländer: „Der globale Norden ist verantwortlich für die Klimakatastrophe, ist aber vergleichsweise wenig von den Auswirkungen betroffen. So kann es keine Klimagerechtigkeit geben“ kommentiert einer der Aktivisten die momentane Klimasituation auf der Welt.

Aus diesem Grund fordert die Gruppe Bayreuth auch auf eine „MAPA“-Stadt als Partnerstadt für sich zu gewinnen. „MAPA“ steht für „Most Affected People and Areas“, also die Gebiete, die am meisten von der Klimakatastrophe betroffen sind. Mit solch einer Partnerstadt könnte Bayreuth eine bessere Verbindung zu entsprechenden Gebieten aufbauen: „Über moralische Verpflichtungen nachzudenken fällt immer leichter, wenn man Connections hat. Deswegen wäre eine MAPA-Partnerstadt für Bayreuth im Sinne der Klimagerechtigkeit“, sagt einer der anwesenden Aktivisten.

Update am 24. November 2021 um 09:39 Uhr: Oberbürgermeister Ebersberger beim Baumhaus und spricht mit Aktivisten und Polizei

Bayreuths Oberbürgermeister Thomas Ebersberger ist gegen 8:45 Uhr beim Baumhaus am Luitpoldplatz vor Ort gewesen. Nach bt-Informationen habe er länger mit den Polizisten vor Ort gesprochen.

Ein direktes Gespräch mit den drei Personen auf dem Baumhaus habe nicht stattgefunden. Aktivisten am Boden habe Ebersberger jedoch aufgefordert eine Versammlung anzumelden. Dies ist im Vorfeld nicht geschehen. Weiterhin habe er ein den Klimaaktivisten ein Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt angeboten. Wann und ob es stattfinden wird ist derzeit offen.

Das bestätigt Ebersberger auch dem bt am Telefon: „Wenn es Gesprächsbedarf gibt, dann könne man jederzeit nach einem Termin im Rathaus fragen. Eine Demonstration, in welcher Form auch immer, muss in Bayreuth aber angemeldet werden.“

Update am 24. November 2021 um 08:42 Uhr: Baumhaus in Bayreuth von drei Personen besetzt – Polizei sichert Protestort ab

Klimaaktivisten haben am 24. November gegen 4:00 morgens ein Baumhaus am Luitpoldplatz errichtet. Drei Personen befinden sich im Baumhaus. Am Morgen seit ca. 7:30 Uhr sichert die Polizei den Einsatzort ab. Einsatzleiter Benjamin Böhm sagt gegenüber dem bt: „Oberstes Ziel ist nun, dass die Personen gesichert sind und niemand vom Baum stürzen kann. Ein Experte der Polizei hat die Sicherungen überprüft. Das ist einwandfrei. Die Aktivisten sind zudem kooperativ und wir stehen miteinander im Austausch.

Das bt konnte mit den Aktivisten sprechen. Zu den drei Aktivisten auf der Plattform kommt ein Unterstützerkreis von rund 20 Personen am Boden. Sie versorgen die Protestler mit Proviant. Im Baumhaus gebe es demnach auch drei bis sechs Schlafplätze. Die Aktivisten sind für ein Übernachten im Baum vorbereitet.

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Erstmeldung am 24. November 2021 um 6:32 Uhr: Baumhaus in Bayreuth errichtet

Baumhaus in Bayreuth als Protest: In Bayreuth haben Klimaschutzaktivisten ein Baumhaus als Zeichen des Protests errichtet. Das Protestcamp befindet am Luitpoldplatz direkt gegenüber des Bayreuther Rathauses. Das Baumhaus wurde in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch errichtet.

Wie die Aktivisten wortwörtlich mitteilen, wollen sie auf die „aktuelle Klimakatastrophe und den dringenden Handlungsbedarf der Stadt Bayreuth“ beim Klimaschutz aufmerksam machen. Die Stadt müsse Verantwortung übernehmen und endlich handeln. In der letzten Sitzung des Bayreuther Stadtrats haben Klimaschutzmanagerinnen auf die prekäre Lage aufmerksam gemacht. Sie sprachen von einer „riesigen Hausnummer“.

Baumhaus als Protestaktion vor Bayreuther Rathaus

„Die Wissenschaft ist sich einig: Wir müssen jetzt handeln – auch in Bayreuth! Dafür gibt es realistische Lösungsvorschläge, die nur umgesetzt werden müssen. Die Alternative – die Klimakatastrophe – ist nicht akzeptabel“, lässt sich eine Klimaaktivistin wörtlich zitieren.

Aus diesem Grund haben die Aktivisten für ihr Baumhaus in Bayreuth den symbolträchtigen Ort vor dem Bayreuther Rathaus gewählt.