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Coronavirus

Bayreuther Einzelhandel zu Regel-Wirrwarr: „Kunden können Regeln nicht mehr nachvollziehen“

Ab Montag (12.4.21) gelten wieder neue Corona-Regeln beim Einkaufen in Bayern. Viele Bayreuther Einzelhändler sind betroffen.

Die Corona-Regeln beim Einkaufen ändern sich ab kommenden Montag (12.4.21). Das hat Ministerpräsident Söder am Mittwoch erklärt. Außerdem gibt es auch Änderungen an den Schulen.

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Blumenfachgeschäfte, Gärtnereien, Baumärkte oder Buchhandlungen hatten bisher eine Sonderstellung inne. Ab dem 12. April ist das vorbei. Dann greifen die gleichen Regeln wie für den übrigen Einzelhandel. Diese Regeln beinhalten auch Testpflicht und die Schließung von Geschäften.

„Wirrwarr“: Kunden können Regeln für Einkaufen nicht mehr nachvollziehen

„Unsere Kunden empfinden die ständig neuen Regeln als Wirrwarr“, sagt Volker Kerner, Marktleiter des hagebaumarkts in Bayreuth. „Wir erhalten täglich massenhaft Anrufe von Kunden. Sie wollen wissen, ob und unter welchen Bedingungen wir geöffnet haben.“ Der hagebaumarkt gehört zur Danhauser-Gruppe, die in Oberfranken und der Oberpfalz acht Märkte betreibt. „Bei diesen Märkten greifen aktuell überall verschiedene Regeln. Änderungen sind je nach Inzidenz täglich möglich. Uns sind da leider die Hände gebunden“, führt Kerner weiter aus.

Neue Regeln beim Einkaufen? „Unser Geschäft bleibt zu“

Karl-Heinz Gögelein von der gleichnamigen Gärtnerei in der Erlanger Straße findet die neuen Regeln gar nicht gut. Bei einer Inzidenz von 100 bis 200 ist ein negativer Coronatest beim Einkaufen Pflicht. Die Inzidenz in Bayreuth liegt aktuell genau in diesem Bereich. „Das ist nicht gut. Wir als Blumenladen müssen schließen. An der Tankstelle kann man jedoch weiterhin Blumen kaufen“, klagt Gögelein. Bis Sonntag biete er noch Ware an. Wie geht es danach weiter? „Unser Geschäft bleibt zu. Wir können nicht vorhersagen, was der Lieferant ab Montag überhaupt noch auf Lager hat. Denn wir möchten selbst bestimmen, was wir unseren Kunden anbieten.“ Der Stadtfriedhof sei schließlich nicht weit weg und das Geschäft profitiere von viel Laufkundschaft.

Corona-Regeln ab Montag: „Bedauerlich“

Ihre beiden Ladengeschäfte offen lässt die Buchhandlung Faust. In Pegnitz und Ebermannstadt biete sie Click & Collect an, wie Inhaber Michael Faust ausführt. „Dass wir schließen müssen, ist bedauerlich. Dennoch habe ich Verständnis, zumal Buchhandlungen ohnehin etwas privilegierter waren. Nun rudern wir eben wieder zurück.“ Telefonisch können Kunden jederzeit Bücher bestellen. Die Abholung in Pegnitz und Ebermannstadt erfolge mit Termin.

Benjamin Breuer, Geschäftsführer der Buchhandlung Breuer & Sohn am Luitpoldplatz in Bayreuth, sieht es ähnlich: „Das Wichtigste ist, dass die Gesundheit der Menschen so gut gewahrt wird, wie es eben geht.“ Allerdings äußert er praktische Bedenken, auch in Bezug zu Datenschutz: „Ist unser Personal tatsächlich befugt, Testergebnisse von Kunden einzusehen? Zudem ist mir nicht klar, ob negative Testbefunde nicht auch im Internet gehandelt werden könnten.“

Lesetipp gegen Coronafrust: Das empfehlen die Buchhändler

Einen Lesetipp haben beide Buchhänder parat. Holz empfiehlt „‚Sarah‘ von Scott McClanahan – eine rührende Familiengeschichte, die man mit einem lachenden und einem weinenden Auge lesen wird.“ Breuer schwört auf ‚Die Stadt der träumenden Bücher‘ von Walter Moers. „Ein fantastisches Buch, das in eine Abenteuerwelt entführt und somit ideal Abwechslung von Corona bietet.“ Hier geht es zum Ergebnis einer Umfrage zu prägenden Büchern der Deutschen.

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

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