Rassismus

Stadt Bayreuth erstattet Strafanzeige wegen rassistischer Schmiererei

Ende Juni haben unbekannte Täter rassistische Botschaften auf ein Schild am Baum der Integration geschmiert. Jetzt hat die Stadt Bayreuth Anzeige erstattet. Der Integrationsbeirat verurteilt die Schmiererei in aller Schärfe.

„Integration = Volkstod“ und „Genozid per Massenmigrationswaffe“ schmierten unbekannte Täter Ende Juni auf ein Schild am Baum der Integration in der Wilhelminenaue in Bayreuth. Jetzt hat sich die Stadt Bayreuth und der Integrationsbeirat zu der Schmiererei zu Wort gemeldet.

Bayreuther Integrationsbeirat verurteilt rechtsextreme Schmiererei

„In aller Schärfe verurteilt der Integrationsbeirat die antisemitische und rassistische Schmiererei am Baum der Integration“, teilt Dr. Torsten Lange (Bayreuther Gemeinschaft) im Namen des Bayreuther Integrationsbeirats mit. „Es kann sein , dass das nur ein uninformierter Spinner war, der da seinen weltanschaulichen Brei ausgekotzt hat, um in die Zeitung zu kommen; aber gerade gegen solche feigen Sauereien müssen wir unaufgeregt aber um so entschiedener vorgehen“, heißt es im Statement des Integrationsbeirats weiter.

Stadt Bayreuth erstattet Anzeige

Auch die Stadt Bayreuth hat auf den Fall reagiert. So wurde inzwischen Anzeige in der Sache erstattet, wie Kerstin Detlaff-Mayer von der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt dem Bayreuther Tagblatt telefonisch bestätigt. 

„Eine Sache der Gesellschaft, dagegen vorzugehen“

Stadtrat und Mitglied des Integrationsbeirats, Halil Tasdelen (SPD), hat die Schmiererei tief getroffen. Dabei spiele es keine Rolle ob ein Einzeltäter oder eine organisierte Gruppe die Tat begangen habe. „Wir sind massiv enttäuscht, dass sowas noch im 21. Jahrhundert in einer Stadt wie Bayreuth passiert“, sagt Tasdelen. Es sei eine Sache der gesamten Bayreuther Gesellschaft, gegen Rechtsextremismus vorzugehen, sonst könnten die nächsten Aktionen vielleicht immer schlimmer werden. 

„Weltoffenheit und Toleranz bringen die Gesellschaft nach vorne“

Auch Bayreuths dritter Bürgermeister, Stefan Schuh (Junges Bayreuth), sieht die Bürgerschaft gefordert. In der heutigen Zeit seien Weltoffenheit und Toleranz die wesentlichen Eigenschaften, die eine Gesellschaft in der heutigen Zeit nach vorne bringen würden.

„Das war wir in der Wilhelminenaue erlebt haben ist verwerflich. Es zeigt – bedauerlicherweise – dass einzelne Menschen immer noch nicht verstanden haben, wie wichtig Integration und Weltoffenheit sind. Es hilft nur, sich solchen Aktionen entschlossen entgegen zu stellen. „

(Bayreuths dritter Bürgermeister Stefan Schuh, Junges Bayreuth)

„Bayreuth stellt sich entschieden gegen Hass und Hetze“

Zudem sei es schade, dass die gute Arbeit im Bereich der Integration, die in Bayreuth gemacht werde, durch eine solche Aktion wieder in den Dreck gezogen werde. Auch Stadträtin Filiz Durak (Bündnis 90/Die Grünen) sieht die Schmiererei als Angriff auf unsere solidarische und vielfältige Gesellschaft. Weiter ist sich sicher, dass sich Bayreuth nicht spalten lassen werde und sich stattdessen entschieden gegen Hass und Hetze stelle.

Auch für Stephanie Kollmer (CSU) gehören Zerstörung, Hetze und Beleidigung nicht in unsere Gesellschaft. „Die Tat ist zu verurteilen und wurde vermutlich von einer Person begangen, die sich selbst stark fühlt, indem andere herabgesetzt werden“, sagt die Stadträtin. Am Donnerstag (2.7.2020) tagte in Bayreuth der Integrationsbeirat. Auch die Schmiererei war ein Thema der Sitzung. „In unserer Stadt leben Tausende Mitbürger, die dadurch grob beleidigt werden, das lassen wir nicht zu!“, lautet das Fazit.

Bayreuther Tagblatt - Frederik Eichstädt

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Frederik Eichstädt