Wohnen

Tiny Houses: sind die Mini-Häuser in Bayreuth modernes „Pilotprojekt“ oder „Hühnerstall“?

Tiny Houses in Bayreuth? Noch gibt es sie nicht. Ein Stadtrat möchte das in Zukunft ändern. Standortvorschläge für die Mini-Häuser gibt es auch schon.

Tiny Houses in Bayreuth – derzeit nur eine Idee. Zwei Stadträte sind von ihr allerdings sehr angetan. Sie wollen die Mini-Häuser nach Bayreuth holen.

Der Bauausschuss des Stadtrates hat am Dienstag (9. November) über Tiny Houses gesprochen. Die Mehrzahl der Räte tendierten zur gleichen Meinung.

Tiny Houses in Bayreuth

Tiny Houses in Bayreuth: Wenn es nach den Stadträten Gert-Dieter Meier und Dr. Wolfgang Gruber geht, sollen diese Mini-Häuser in Bayreuth heimisch werden. Wohnen auf kompaktem Raum in dieser modernen Wohnform reicht von ca. 15 bis 45 Quadratmeter. Im Vorfeld der Ausschusssitzung sprach Meier gegenüber dem bt von einem „ziemlichen Boom.“

Die Stadtverwaltung sieht den Antrag kritischer. Sie empfahl dem Bauausschuss, eine Ausweisung einer Tiny-Houses-Siedlung abzulehnen. Jedoch würde die Verwaltung eine modellhafte Umsetzung auf zwei städtischen Grundstücken konkretisieren und dann dem Stadtrat erneut berichten.

Antragsteller Meier fand diese Einschätzung ernüchternd. Es habe ein „Geschmäckle“, wenn die Tiny Houses nur als Lückenfüller fungierten. Er sprach gar von „Wohnen zum Mitnehmen“.

Tiny Houses in Bayreuth: „Pilotprojekt beim Wohnen“ oder „Hühnerstall“?

Potenzielle Flächen gibt es für die Tiny Houses auch schon. In Oberobsang an der Ecke Meranierring/Mosing stünden rund 1.250 Quadratmeter zur Verfügung. In Oberkonnersreuth ist am Johannes-Lupi-Ring inmitten anderer Parzellen noch ein letztes Grundstück im Neubaugebiet frei.

Die CSU-Fraktion konnte diese Begeisterung nicht teilen. Fraktionsvorsitzender Dr. Stefan Specht dazu: „Auch Tiny Houses unterliegen bauordnungsrechtlichen Anforderungen. Sie müssen einen Abwägungsprozess durchlaufen wie jedes andere Haus auch.“  Kollege Helmut Parzen setzte noch einen drauf: „So ein Hühnerstall hat nichts mit Baukultur zu tun.“

Sabine Steininger (Grüne) würde einen Versuch in Oberobsang gerne mitgehen. Eine ganz Siedlung lehnt sie jedoch entschieden ab: „Flächenverschwendung. Wir wollen nachhaltigen Wohnraum schaffen. Tiny Houses lösen das Problem für günstiges Wohnen nicht.“ Eine aktuelle Studie zeigt: Die Wohnungspreise in Bayreuth explodieren.

So stimmt der Bauausschuss über die Siedlung der Tiny Houses ab

SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Bauske begrüßte es, eine modellhafte Umsetzung mal auszuprobieren. Sein Fraktionskollege Halil Tasdelen nannte das Grundstück in Oberobsang gar „phänomenal“ und ein „Pilotprojekt beim Wohnen.“

Der Bauausschuss stand der Idee der Tiny Houses durchaus aufgeschlossen gegenüber – zumindest in der modellhaften Umsetzung der Verwaltung. Mit einer Gegenstimme von Helmut Parzen folgte das Gremium dem Vorschlag der Verwaltung. Eine ganze Siedlung  an Tiny Houses in Bayreuth hat sich damit allerdings schon erledigt.