Zuletzt aktualisiert am

Wirtschaft

„Rote Zahlen“ bei Bayreuther Unternehmen? IHK schlägt Alarm für Bayreuther Wirtschaft

Bisher befinden sich die Bayreuther Unternehmen in Stadt und Landkreis im Saldo in einer positiven Geschäftslage. Doch die Prognose für die nächsten Monate fällt düster aus. 

Die Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth hat ergeben, dass viele Unternehmen in Stadt und Landkreis Bayreuth sich aktuell noch in einer positiven Geschäftslage befinden. Doch diese soll bald ein Ende finden. Die Prognose: ein massiver Einbruch und ein Rutschen in einen deutlich negativen Bereich.

Anzeige

„Dass die Erwartungen der Bayreuther Wirtschaft nachgeben, ist in Anbetracht der vielen Risiken nur folgerichtig. In dieser Situation ist vor allem die Politik gefordert, ein notwendiges Maß an Planungssicherheit wieder herzustellen“, so der IHK-Vizepräsident und Vorsitzende des IHK-Gremiums Bayreuth, Jörg Lichtenegger, in einer Pressemitteilung.

Leichte Verschlechterungen bei Bayreuther Unternehmen

Im Vergleich zur letzten Umfrage konnten bezüglich der Geschäftslage nur leichte Verschlechterungen der Unternehmen festgestellt werden, teilt die IHK mit. „41 Prozent stufen ihre aktuelle Situation als gut ein, weitere 41 Prozent beurteilen diese als befriedigend. Auf der anderen Seite stehen 18 Prozent, die eine schlechte Geschäftslage zu Protokoll geben“, heißt es.

Allgemein ist die Lage der Bayreuther Wirtschaft im Herbst jedoch gut. Die Auftragsbücher sind für die meisten Firmen gut gefüllt. Doch eine höhere Kapazitätsauslastung erfordert auch Fachkräfte sowie Rohstoffe und Waren, die dem nachgehen können. Lesen Sie auch: Bayreuther Unternehmen seien schon bei der letzten IHK-Konjunkturbefragung extrem verunsichert gewesen.




Herausforderung Winter: Prognose schreibt rote Zahlen

„Die Liste der Herausforderungen für die Bayreuther Unternehmen ist lang und wird über die Wintermonate wohl nicht kürzer werden: Energie, Rohstoffe, Preise, Lieferketten, Inflation, Corona-Maßnahmen und das über allem schwebende Damokles-Schwert der Gasmangellage lassen für die Erwartungen an die anstehenden Monate kaum einen Spielraum“, erklärt die IHK.

Daher rechnen 45 Prozent der befragten Firmen mit einer Verschlechterung der eigenen Geschäftslage. Die wenigsten machen sich eine Chance auf Verbesserung aus. Ähnlich negativ sieht die Umsatzprognose für In- und Ausland aus.  „Die Erwartungen der Bayreuther Wirtschaft sind schlecht wie nie. Es muss jetzt eine politische Perspektive entwickelt werden, die der Wirtschaft, aber auch der Gesellschaft einen Weg aufzeigt“, fordert Lichtenegger.

„Eher verhalten als pessimistisch“

„Eher verhalten als pessimistisch“ zeigen sich die Bayreuther Unternehmen bei Investitionsplanungen und der Beschäftigtenentwicklung, so die IHK. Es werde mit stabilen Zahlen geplant. „Die Unternehmen rechnen im Saldo mit einem stabilen Personalbestand. Das sind unter diesen Voraussetzungen gute Nachrichten“, erklärt Lichtenegger.

Insgesamt ergibt die aktuelle IHK-Konjunkturumfrage in allen Teilregionen ein ähnliches Bild. „In allen acht IHK-Gremien ist der Konjunkturklimaindex jeweils deutlich gefallen. Dies zeigt, auf welch breiter Front die derzeitigen Herausforderungen die Unternehmen vor Ort belasten“, so IHK-Konjunkturreferent Malte Tiedemann.