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Zuletzt aktualisiert am 15. Juni 2023 | 09:36

Bayreuth

Solaranlagen auf Bayreuths Baudenkmälern rücken näher

von Johannes Pittroff

Die Errichtung von Solaranlagen auf Baudenkmälern soll in Bayreuth künftig einfacher gehen. Ein Rahmenplan soll Richtlinien schaffen.

Auf welchen Dächern Bayreuths dürfen Solaranlagen entstehen? Das legt ein neuer Rahmenplan fest. Archivfoto: Unsplash/Adrian Infernus
Auf welchen Dächern Bayreuths dürfen Solaranlagen entstehen? Das legt ein neuer Rahmenplan fest. Archivfoto: Unsplash/Adrian Infernus

Die verbindlichen Richtlinien sollen dafür sorgen, dass nicht in jedem Einzelfall eine langwierige Prüfung notwendig ist.

Der Bayreuther Bauausschuss hat in seiner Sitzung am Dienstag, den 13. Juni 2023, für die Erstellung des Rahmenplans gestimmt.

Welche Bayreuther Baudenkmäler betroffen sind

Der Bayreuther Rahmenplan soll einheitliche Richtlinien bieten, wenn ein Eigentümer Solaranlagen auf seinem denkmalgeschützten Gebäude installieren will. Damit soll die Umsetzung schneller und mit weniger Bürokratie geschehen. Der Bauausschuss musste in seiner Sitzung entscheiden, ob ein solcher Rahmenplan erstellt werden soll.

Der Rahmenplan würde für alle Gebäude gelten, die innerhalb der Bayreuther Baudenkmäler-Ensembles liegen. Das trifft unter anderem den historischen Stadtkern und einen Teil von St. Georgen. Außerdem ist der Rahmenplan für das Markgräfliche Opernhaus und seine Umgebung gedacht.

Etwa 200 Denkmäler kommen in Frage

Insgesamt hat Bayreuth 448 Baudenkmäler, wie Personalreferent Ulrich Pfeifer vor dem Bauausschuss darlegte. Der Rahmenplan würde rund 200 Baudenkmäler betreffen – alle, die in den historischen Ensembles liegen.

Doch der Plan hätte laut Pfeifer auch mögliche Folgen für die 250 Baudenkmäler, die außerhalb der Ensembles liegen. Auch hier könnten die Grundsätze des Rahmenplans Anwendung finden, so Pfeifer, wenn es um die Frage gehe, ob ein bestimmtes Denkmal eine Solaranlage bekommen soll. Lesen Sie auch: Der Bau der neuen Reha-Klinik soll im September beginnen.

Quelle: Stadt Bayreuth
Quelle: Stadt Bayreuth

Fraktionen stimmen zu

Der Vorschlag stieß auf breite Zustimmung im Bauausschuss. CSU-Fraktionsvorsitzender Stefan Specht wies auf den möglichen Konflikt zwischen Denkmalschutz und Solarenergienutzung hin. „Ein solcher Rahmenplan kann das Konfliktpotential minimieren“, sagte er.

Auch SPD-Stadtrat Christoph Rabenstein sprach sich im Namen seiner Fraktion für den Rahmenplan aus. „Allerdings: Man sollte nicht über das Ziel hinausschießen“, sagte er. Nicht auf allen Baudenkmälern müsse es künftig Solaranlagen geben.

Stadtrat Frank Hofmann von der Bayreuther Gemeinschaft (BG) zufolge könnte der Rahmenplan „Fakten schaffen“. Man müsse dann nicht mehr über jeden Einzelfall diskutieren. Auch FDP/DU/FL-Fraktionsvorsitzender Gert Dieter Meier sprach sich für den Rahmenplan aus – auch wenn er dennoch den „ein oder anderen Interessenkonflikt“ befürchte.

Was bedeutet die Entscheidung?

Die Rahmenplanung soll auch auf das Kommunale Denkmalschutzkonzept zurückgreifen, das bereits für das Markgräfliche Opernhaus gilt. Dort ist etwa geregelt, dass mögliche Photovoltaik-Anlagen nicht die Optik des Opernhauses beeinträchtigen sollen und Solarziegel gegenüber aufgesetzten Anlagen vorzuziehen sind.

Der Bauausschuss stimmte einhellig für den Vorschlag. Das heißt: Die Stadt wird nun ein externes Planungsbüro damit beauftragen, einen Rahmenplan zu erstellen. Dafür stehen laut Stadt rund 20.000 Euro zur Verfügung. Es bestehe zudem die Aussicht, dass rund 60 Prozent der Kosten durch Förderungen von Freistaat und Bezirk getragen werden.

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