Streik

Warnstreik im Landkreis Bayreuth – Mitarbeiter legen einen Tag die Arbeit nieder

Streik im Landkreis Bayreuth: Die Bauhöfe in Pegnitz und Pottenstein haben am Donnerstag (8.10.2020) die Arbeit niedergelegt. Die Arbeitnehmer wollen mehr Geld. Sie kämpfen stellvertretend auch für andere Berufsgruppen. 

Es geht um mehr Lohn im öffentlichen Dienst. Deswegen hat die Gewerkschaft ver.di zum Streik aufgerufen. Am Donnerstag (8.10.2020) haben daher die Bauhöfe Pegnitz und Pottenstein gestreikt. Auch die Bayernland AG Bayreuth hat deswegen einen Streik abgehalten. 

Bauhöfe im Kreis Bayreuth streiken

„Wir befinden uns in der Tarifauseinandersetzung vom öffentlichen Dienst“, sagt ver.di-Bezirksgeschäftsführerin Tina Karimi-Krause. „Die Arbeitgeber haben in der zweiten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt.“ Die nächsten Verhandlungen seien erst in der übernächsten Woche. Deswegen haben sich am Bauhof Pegnitz fast alle Mitarbeiter des Pegnitzer und des Pottensteiner Bauhofs versammelt, um Präsenz zu zeigen.

„Wir streiken einen Tag lang, um den Forderungen der Gewerkschaft ver.di Nachdruck zu verleihen.“

(Tina Karimi-Krause, ver.di-Bezirksgeschäftsführerin)

Am Bauhof Pegnitz wird auch stellvertretend für andere Arbeitnehmer gestreikt. „Wir haben viele kleine Bauhöfe. Durch die Corona-Bedingungen ist es schwierig und viele Kollegen können nicht mit streiken wegen den ganzen Bestimmungen die es gibt“, erklärt Karimi-Krause. Deswegen wollen die Bauhöfe in Pottenstein und Pegnitz für die ganze Region ein Zeichen setzen. Am Ende sollte bestenfalls ein Ergebnis erzielt werden, welches allen Kollegen im öffentlichen Dienst zu Gute kommt, sagt die ver.di-Bezirksgeschäftsführerin.

Mehr Geld für Menschen im öffentlichen Dienst

Natürlich geht es um Geld. „Die Beschäftigten fordern 4,8 Prozent mehr, aber mindestens 150 Euro monatlich mehr“, sagt Karimi-Krause. Die 150 Euro seien gerade deswegen wichtig, damit auch die unteren Entgeltgruppen etwas von der Lohnerhöhung haben. „Die Kollegen in den Bauhöfen sind eher in den unteren Entgeltgruppen. Ihnen würde eine prozentuale Erhöhung weniger nützen, als ein Festbetrag.“ Beim Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst gibt es einen Flächentarifvertrag. Unter diesen fallen auch Beschäftigte in Altenheimen, Kliniken, Sparkassen, Kommunen und Verwaltungen, erläutert Karimi-Krause.

„Wir wissen ja wie schwierig und angespannt die Personalsituation in den Kliniken ist. Deswegen stehen die Kollegen hier und fordern auch, dass die Krankenschwestern und -pfleger besser bezahlt werden.“

(Tina Karimi-Krause, ver.di-Bezirksgeschäftsführerin)

Diese würden vielleicht auch gerne streiken, können aber nicht. „Man kann ja nicht einfach ein Krankenhaus dicht machen. Da geht es um Menschenleben.“ Bei einem Bauhof sei die Lage anders. Den könne man mal für einen Tag schließen.

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Bayreuther Tagblatt - Katharina Adler

 bt-Redakteurin Online/Multimedia
Katharina Adler