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Bauausschuss

„Da kann man nicht wohnen“: Der leerstehende Baumarkt in der Bayreuther Königsbergstraße erhitzt die Gemüter

Nach dem Entscheid des Bayreuther Bauausschusses zum leerstehendem Baumarkt in der Königsbergstraße hat das bt bei Oberbürgermeister Thomas Ebersberger und Stadträten von CSU, SPD, Grünen und BG nachgefragt.

Großflächiger Einzelhandel statt leerstehender Baumarkt: Am Dienstag (22.9.2020) hat der Bayreuther Bauausschuss sein OK dazu gegeben. Das sagen Oberbürgermeister und Stadträte von CSU, SPD, BG und Grünen dazu. Die Entscheidung des Bauausschusses wurde mit drei Gegenstimmen getroffen.

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Großflächiger Einzelhandel statt leerstehender Baumarkt in Bayreuth (CSU)

Bayreuths Oberbürgermeister sieht die derzeitige Planung nicht in Gefahr. „Wir werden das in den Griff kriegen“, sagt Thomas Ebersberger (CSU). Helmut Parzen (CSU) stärkt Ebersberger: „Wir haben seit März einen neuen Bürgermeister. Der wird auch in Sachen fehlende Wohnungen in der Stadt etwas bewegen.“

Aus dem Gelände ein Mischgebiet zu machen, den Baumarkt abzureißen und Wohnungen zu bauen, wie es die Grünen fordern, sieht Parzen nicht. „Sie Stimmung ist gerade etwas überhitzt“, sagt der CSU-Politiker. „Reden wir in zwei Jahren nochmal, dann sieht alles wieder anders aus.“

Lieber der Wohnungsnot in Bayreuth begegnen (Grüne)

Auf Nachfrage vom bt sagt Stefan Schlags (Grüne), dass es ihm lieber sei, „man reißt die Bude (gemeint ist der leerstehende Baumarkt) runter und baut was Neues hin“. Konkret sehen die Bayreuther Grünen an dieser Stelle an der Hochbrücke lieber Wohnbebauung.

Die Stadt habe ohnehin das Problem, dass Wohnraum fehlt. Nun führt da aber eine vierspurige Straße vorbei. Dem Lärm könnte man  mit Schallschutzwänden, einer angepassten Ausrichtung der Gebäude (Garage und Hauseingang an der Königsbergstraße) und mit gezielter Grünflächengestaltung begegnen.

„Hier kann man nicht wohnen“ (BG)

Georg Kämpf (BG) erklärt, dass er grundsätzlich schon mit den Grünen gehe. Dort wo es geht, sei Nachverdichtung das Gebot der Stunde, gerade weil es zu wenig Wohnraum gibt. An dieser Stelle sehe er eine Wohnbebauung allerdings nicht. „Dort kann man nicht wohnen“, sagt Kämpf, „und auch nicht arbeiten“. Laut Planung der Stadt ist es nämlich möglich, auf den ehemaligen Baumarkt, Stockwerke für Büros drauf zu bauen.

Kulturhalle und Catering für Bayreuth (SPD)

„Wir Bayreuther haben gerne da eingekauft“, sagt Halil Tasdelen (SPD). Dass sich kein Baumarkt bisher halten konnte sei auch der möglicherweise zu hohen Miete geschuldet. In der Flüchtlingskrise 2015 habe er sich den leerstehenden Baumarkt gut als Unterkunft für Asylsuchende vorstellen können, so Tasdelen weiter. Eine andere Idee des SPD-Politikers: Die Halle für Hochzeiten, vorrangig aus anderen Kulturkreisen zu vermieten. Zusätzlich könnte nach seiner Meinung dort dauerhaft ein Catering-Unternehmen untergebracht sein. 

Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß