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Essen und Trinken

Wenn der Gast nicht ins Lokal darf: Wie ein Gastronom aus Bayreuth den Corona-Spieß umdreht

Zuhause zum Essen gehen statt Lieferservice: Am 18.11.2020 startet das „Dubliners Bayreuth“ eine neue Aktion in der Corona-Pandemie:

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„Wenn der Gast nicht ins Lokal darf, muss das Lokal eben zum Gast kommen“, hat sich Ralph Neidhardt vom „Dubliners Bayreuth“ gedacht und eine neue Aktion in der Corona-Pandemie gestartet. Statt Lieferservice bietet er einen kompletten Dinner-Service.

Diese Anbieter liefern in Bayreuth Stadt und Land nach Hause und bieten Abholung an.

Es gibt viele Gründe, warum Menschen die heimische Gastronomie besuchen. Im Lockdown geht das allerdings nicht. Doch Ralph Neidhardt vom „Dubliners Bayreuth“ bietet genau das ab heute (19.11.2020) an: Ein Dinner in den eigenen vier Wänden.

„Tischlein deck Dich“ in Bayreuth: Das Dinner für bis zu vier Personen

So funktioniert „Tischlein deck Dich“: Aus der Speisekarte des „Dubliners Bayreuth“ werden Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise ausgesucht und bestellt. Den Rest übernimmt das Dubliner Bayreuth.

Man brauche noch nicht mal den Tisch dazu decken. Das macht ein Mitarbeiter vom „Dubliners Bayreuth“ – selbstverständlich mit Handschuhen und Maske. Zehn Minuten später kann stilvoll diniert werden. Als Krönung dürfe man sogar alles behalten.

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Starker Start vom Dinner daheim in Bayreuth mit einem Problem

Das Angebot werde gut angenommen, so Ralph Neidhardt. So gut, dass ihm tatsächlich die Teller, Bestecke und Deko auszugehen drohen, noch bevor das erste Dinner ausgeliefert wurde. „Man muss immer was Neues bieten“, sagt der 48-Jährige im Gespräch mit dem bt. „Wir müssen kreativ sein in dem Rahmen, den wir haben in der Corona-Pandemie.“

Jetzt müsse er zusehen, das „Equipment“ für „Tischlein deck Dich“ wieder zu bestellen. Solange seine Aktion erlaubt ist, braucht er jedenfalls Teller, Besteck und Deko.

Wege der Gastronomie in und aus der Corona-Krise

Seit 25 Jahren betreibt Ralph Neidhardt das „Dubliners Bayreuth“: „Es ist das größte Irish Pub in ganz Deutschland.“ Am 17. März 2020 wurde alles anders. Da begann der erste Lockdown. Als wäre das nicht schon genug, ist am 17. März St. Patricks Day, der irische Feiertag schlechthin. „Die Kühlung war voll“, erzählt Neidhardt.

„Was mache ich mit der Ware und dem Bier?“ Neidhardt hat aus der Not eine Tugend gemacht. Zusammen mit seinem Team hat der Gastronom im ersten Lockdown beispielsweise für Mitarbeiter in den Pflegeberufen Essen ausgegeben oder Bier gegen Spenden abgegeben, die später Musiker bekommen sollten, die seit vielen Jahren im „Dubliners Bayreuth“ antreten.

Damit habe er eine Welle losgetreten. Gastro-Belieferer hätten ihm Verpackungsmaterial geschenkt oder eigene Lebensmittelvorräte gespendet: „Wir durften ja alle nicht mehr normal arbeiten“, sagt Neidhardt, „wir hatten Berufsverbot, aber wir wollten etwas tun“.

Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß