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Küche

Infrarot oder Induktion: Was ist besser?

von Arthur Gleich

Wenn der Kauf eines neuen Herds ansteht, muss man sich die Frage stellen, ob man auf Infrarot oder Induktion setzen möchte. Ersteres ist umgangssprachlich eher als Cerankochfeld bekannt und immer noch am weitesten verbreitet. Nach wie vor ist Infrarot bei Elektroherden der Standard, doch die Induktionsherde sind immer mehr auf dem Vormarsch.

Grundsätzlich unterscheiden sich die beiden Varianten in ihrer Funktionsweise, doch auch in puncto Energieeffizienz, Kaufpeis und Pflegeaufwand gibt es signifikante Unterschiede. Jedes Kochfeld hat seine Vor- und Nachteile, sodass man immer abwägen muss, wo die Prioritäten liegen. Der folgende Artikel soll die Kaufentscheidung erleichtern, indem die individuellen Vorzüge aufgezeigt werden.

Die Funktionsweise von Induktions- und Infrarotkochfeldern

Bevor man überhaupt in eine Richtung tendieren kann, sollte man sich ein wenig mit der Funktionsweise der beiden Kochfelder auseinandersetzen. Das Induktionskochfeld ist im Prinzip eine Weiterentwicklung des gängigen Cerankochfelds, häufig ist es ebenfalls aus Glaskeramik gefertigt. Beim Induktionsherd ist unter der Kochplatte eine Spirale angebracht, welche elektromagnetische Wellen erzeugt. Die bei diesem Prozess entstehende Wärme wird rasch auf den Kochtopf übertragen. Im Gegensatz zu jedem anderen Herd, erhitzt sich dabei nicht das Kochfeld selbst, sondern nur das darauf platzierte Kochgeschirr. Dank dieser Technologie bleiben die Herdplatten kalt, sodass auch keine Verbrennungen an den Fingern befürchtet werden müssen – so der Irrglaube. Tatsächlich erhitzt sich das Kochfeld durch das Kochgeschirr fast genauso.

In den meisten Küchen trifft man nach wie vor auf Infrarotkochfelder, denn sie sind ein absoluter Klassiker. In den vergangenen 50 Jahren haben sie sich von der Innovation zum Verkaufsschlager gemausert. Was die Funktionsweise einer Infrarotkochplatte angeht, so ist diese denkbar einfach. Unterhalb der Kochfelder sitzen Heizspiralen, die elektrisch betrieben werden. In der Folge erhitzen sie sich und senden dabei Infrarotstrahlung aus. Im Gegensatz zum Induktionsherd wird die Kochplatte heiß und erwärmt den Kochtopf oder die Pfanne.

Der Siegeszug der innovativen Glaskeramikkochfelder

Auch wenn stets die Rede von Ceranfeldern ist, es handelt sich dabei lediglich um eine deutsche Marke. In den 70er Jahren hat das Unternehmen diese neuartige Technologie nach Europa gebracht. In den USA kochten die Leute bereits länger auf den Glaskeramikkochfeldern, doch es sollten noch jede Menge Verbesserungen umgesetzt werden. Da die Firma bereits mit der Produktion von Glaskeramik für die Raumfahrt vertraut war, implementierte man die Halogentechnik auch in moderne Herde.

In den 80er und 90er Jahren setzte sich die Infrarottechnik dann zunehmend durch, denn die Aufheizphase war wesentlich kürzer, und die Temperatur ließ sich auch leichter regulieren. Darüber hinaus schätzten Hausfrauen sehr, dass sich die glatten Oberflächen wesentlich besser reinigen ließen. Gegenüber einem herkömmlichen Herd konnten die Cerankochfelder auch mit einem geringeren Energieverbrauch überzeugen.

Ab Ende der 90er Jahre konzentrierte man sich danan auf die Entwicklung von Induktionskochfeldern. Anfang des neuen Jahrtausends fanden die neuartigen Herde bereits reißenden Absatz. Dabei ist die Induktion gar keine neue Erfindung, denn sie wurde schon im Jahr 1831 entdeckt. Somit bediente man sich einer alten Technik und interpretierte diese vollkommen neu.

Die Vor- und Nachteile von Infrarotkochfeldern

Infrarotkochfelder sind bis heute in der überwiegenden Zahl der Küchen zu finden. Das liegt unter anderem daran, dass die eine moderne Optika haben und ihre Arbeit zuverlässig erledigen. Allerdings muss man auch wissen, dass die dahinter steckende Technologie wenig komplex ist. Prinzipiell ist ein Cerankochfeld also nichts besonderes, sondern der altbewährte Standard. Speisen werden relativ zügig erhitzt, nach dem Abschalten des Herds kann man auch noch von der Restwärme profitieren.

Ein schlagendes Argument für die Anschaffung eines solchen Herds ist aber immer noch der günstige Preis. Man benötigt kein spezielles Kochgeschirr und kann die Kochfelder durch die leuchtenden Heizspiralen einwandfrei erkennen. Was die Nachteile angeht, so kann man eigentlich nicht meckern, denn es gibt keine schwerwiegenden. Sollten Flüssigkeiten überkochen, so können sie sich in die Kochfelder einbrennen. Im Vergleich mit einem Induktionsherd muss man auch eine längere Aufheizphase in Kauf nehmen. Schließlich wäre da noch der höhere Energieverbrauch.

Die Vor- und Nachteile von Infrarotherden noch einmal kurz zusammengefasst:

  • günstiger Anschaffungspreis
  • Restwärme kann zum Warmhalten genutzt werden
  • spezielles Kochgeschirr wird nicht benötigt
  • pflegeleichte Glaskeramik-Oberfläche
  • höhere Energieverbrauch
  • Verbrennungsgefahr aufgrund sehr heißer Kochfelder
  • Einbrennen von heißen Flüssigkeiten

Die Vor- und Nachteile von Induktionskochfeldern

Wenn man sich auf dem Markt umschaut, dann handelt es sich bei der Induktion um die modernste Methode des Kochens und Bratens. Innovationen bewegen sich für eine gewisse Zeit auf einem höheren Preislevel, das merkt man auch heute noch an den Verkaufspreisen. Möchte man sich also einen Induktionsherd zulegen, muss man wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Das machen aber wiederum die gesparten Energiekosten wett.

Die Töpfe und Pfannen heizen sich innerhalb kürzester Zeit auf, außerdem kann man die Temperatur im Nu problemlos verändern. Das Problem mit sich einbrennenden Flüssigkeiten ist geringer, so geht es auch mit der Ceranfeld-Reinigung einfacher von der Hand. Bei ganz neuen Modellen kann sogar die komplette Fläche genutzt werden, da es keine einzelnen Kochfelder mehr gibt. In diesem Fall wird die Platzierung des Kochgeschirrs dann vom cleveren Herd erkannt. Einziger wirklicher Nachteil wären die höheren Anschaffungskosten, aber diese amortisieren sich ja auch recht schnell.

Die Vor- und Nachteile von Induktionsherden noch einmal kurz zusammengefasst:

  • Kochfelder werden nicht heiß
  • kein Einbrennen von Flüssigkeiten beim Überkochen
  • schnelles Aufheizen der Kochfelder
  • geringerer Energieverbrauch
  • schnelles Ansprechen auf Temperaturveränderungen
  • höhere Anschaffungskosten
  • spezielles Kochgeschirr ist notwendig

Fazit

Wie man sehen kann, hat jede Technologie ihre eigenen Vor- und Nachteile. Letztendlich muss jeder selbst für sich entscheiden, was besser zu den persönlichen Kochgewohnheiten passt. Normalerweise sind Cerankochfelder zuverlässig und reichen für den klassischen Alltag vollkommen aus. Sie sind für jedermann erschwinglich und stellen somit eine einfache Lösung dar.

Allerdings lassen sich auch die Vorzüge eines Induktionshers nicht von der Hand weisen. Verbringt jemand viel Zeit in der Küche und schwört auf innovative Technik, dann wäre diese Variante definitiv eine Überlegung wert. Grundsätzlich kocht man also mit einem Induktionsherd besser, doch er ist bei weitem keine Notwendigkeit.

Quelle: kuechenorganizer.de