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Frau stürzt von Eisenbahnbrücke in Bayreuth auf fahrendes Auto Galeria Insolvenz: Was jetzt aus dem Bayreuther Kaufhaus wird Halloween: Wo die Partys in Bayreuth steigen

Desinfektionsmittel wegen Coronavirus ausverkauft: So kann man es selbst herstellen

4. März 2020/in (20) Coronavirus-News, (20) Nachrichten aus Bayreuth, 20_Nachrichten/von Redaktion

Der Coronavirus breitet sich immer weiter aus. Inzwischen gibt es zwei bestätigte Fälle im Kreis Bayreuth. Das bt hatte bereits zuvor beim Klinikum Bayreuth und beim Gesundheitsamt nachgefragt, wie wahrscheinlich der Ausbruch des Coronavirus in Bayreuth ist.

In Apotheken gibt es derzeit Lieferengpässe bei Desinfektionsmitteln und Mundschutzen. Die Rathaus Apotheke Bayreuth hat nun selbst Abhilfe geschaffen und ein eigenes Hand-Desinfektionsmittel hergestellt, um Bürger vor der Ausbreitung des Coronavirus zu schützen. Daneben hat auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun ein Rezept veröffentlicht, mit dem sich Bürger zuhause eigenes Desinfektionsmittel herstellen können.

Update vom 4.3.2020, 8 Uhr: Anleitung für die Herstellung eines eigenen Desinfektionsmittels

Aufgrund des Coronavirus ist die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln groß. In vielen Apotheken sind diese daher nicht mehr vorrätig. Auf Online-Plattformen verkaufen Privatpersonen diese daher für hohe Preise. Jetzt hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Rezept zur Herstellung eines Desinfektionsmittels veröffentlicht.

Die Zutaten für die Herstellung eines Desinfektionsmittels

  • 830 ml Ethanol 96% oder 750 ml Isopropylalkohol 99,8%
  • 45 ml Wasserstoffperoxid 3%
  • 15 ml Glycerin 98%
  • 110 ml abgekochtes Wasser

Alle Zutaten müssen in einer Flasche oder einem anderen Behälter gut miteinander vermischt werden. Danach kann das Mittel zur Desinfektion verwendet werden.

Zur Anwendung gibt die Weltgesundheitsorganisation folgende Ratschläge:

  • Das Desinfektionsmittel ist zur äußeren Anwendung geeignet
  • Es sollte für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden
  • Nutzer sollten dringend vermeiden, dass das Mittel in die Augen gerät
  • Das Desinfektionsmittel ist leicht entflammbar
  • Das selbstgemachte Mittel sollte nur eine Notlösung sein, da gekaufte Mittel die Haut besser vor Austrocknung schützen

Die Nachfrage nach Lebensmittel ist durch den Coronavirus gestiegen. Foto: Redaktion.

Update vom 3.3.2020, 13 Uhr: Lieferengpässe in Apotheken, Hamsterkäufe in Supermärkten

„Desinfektionsmittel und Mundschutze sind leider vergriffen!“ Diese Aussage hört man in Apotheken in ganz Bayreuth. Wann es Nachschub gibt, kann niemand genau sagen, weil das Problem weit über die Grenzen Bayreuths hinaus geht. Die Rathaus Apotheke Bayreuth hat nun selbst Abhilfe geschaffen und ein eigenes Hand-Desinfektionsmittel hergestellt.

Auch in Bayreuther Supermärkten decken sich die Bürger für Notfälle ein. So kommt es bei Konserven und länger haltenden Lebensmitteln zu stark ausgeräumten Regalen. Über Nachschub brauchen sich die Konsumenten hier jedoch keine Gedanken machen, wie Maik Richter, der Geschäftsführer des Bayreuther Real-Marktes erklärt.

Es wird verstärkt eingekauft, aber die Warenlieferungen sind nicht gefährdet. Von daher ist bei uns immer etwas vorhanden.

(Marktleitung von Real, Riedinger Straße)

Update vom 29.2.2020, 17:30 Uhr: So schützt man sich vor dem Coronavirus

Händewaschen

Einen hundertprozentigen Schutz gegen das Corona-Virus gebe es nicht, sagt Professor Rupprecht. Aber es können gewisse Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Dazu gehört regelmäßiges und intensives Händewaschen. „Mindestens 30 Sekunden mit viel Seife“, rät Dr. von Stetten. Zudem empfiehlt der Professor unterwegs immer ein Fläschchen Händedesinfektionsmittel dabei zu haben.

Husten und Niesen

Beim Husten und Niesen gebe es auch gewisse Hygienemaßnahmen, die zu beachten sind. „Halten Sie sich bitte ein Taschentuch vor Mund und Nase und werfen Sie es danach weg“, sagt Professor Rupprecht. Sollte keines zur Hand sein, ginge wahlweise auch die Armbeuge. Danach sollten die Hände bestenfalls desinfiziert werden.

Türklinken desinfizieren

Umarmungen und Hände schütteln sind Verbreitungswege für Atemwegserkrankungen. Deswegen empfiehlt Professor Rupprecht den Körperkontakt zu verringern. Er rät auch zur Vorsicht bei Oberflächen, die von vielen Menschen angefasst werden. Dazu gehören Türklinken, Aufzugknöpfe und Haltegriffe. Dr. von Stetten bestätigt dies und empfiehlt, Türklinken beziehungsweise seine Hände, nach dem Anfassen einer solchen zu desinfizieren.

Weitere Schutzmaßnahmen

„Ein normaler Mundschutz ist kein Allheilmittel“, sagt Professor Rupprecht. Dennoch habe er Vorteile. „Er schützt, wenn man direkt angehustet wird. Und er schützt andere, wenn man selbst krank ist“, sagt er. Ein weiterer Effekt sei, dass die Maske einen davon abhalte, sich ins Gesicht und damit an die Schleimhäute zu fassen. Ebenfalls sei es hilfreich, belebte Orte und Versammlungen zu meiden. Denn „das Ansteckungsrisiko zu vermeiden, ist auch Planungssache“, sagt Professor Rupprecht. „Ein Beispiel: Wer weniger oft Einkaufen geht, geht auch ein geringeres Risiko ein.“

Das Bayreuther Klinikum. Foto: Redaktion.

Bericht vom 28.2.2020, 15 Uhr: „Es ist nicht mehr die Frage ob, sondern wann“

Das Coronavirus ist auch in Mittelfranken aufgetaucht. Bei einer Pressekonferenz der Staatsregierung wurde bekannt, dass ein Mitarbeiter des Uniklinikums Erlangen sich in einem Meeting bei einem Italiener infiziert hat. Der Erlanger wurde vorerst häuslich isoliert und ist nun in Behandlung. Das Coronavirus ist demnach in Franken angekommen. Das bt hat im Klinikum Bayreuth und beim Bayreuther Gesundheitsamt nachgefragt.

Wie gefährdet ist Bayreuth?

Thomas Rupprecht ist der Ärztliche Direktor der Klinikum Bayreuth GmbH und weiß über diese Krankheit Bescheid. „Nach unserer Einschätzung ist es nicht mehr die Frage ob, sondern wann der erste bestätigte Corona-Fall auch im Raum Bayreuth eintritt“, sagt er. Das bestätigt auch Fachbereichsleiter Klaus von Stetten vom Gesundheitsamt. „Das Coronavirus wird in Bayreuth genau wie in jeder anderen Stadt auftreten“, sagt er.

Kein Grund zur Panik vor dem Coronavirus

Das sei allerdings kein Grund zur Panik, kann Professor Rupprecht beruhigen. Denn laut der bisher umfassendsten Studie zum Coronavirus in China, hätten die meisten Infektionen einen harmlosen Verlauf. Trotzdem sei es schwer, vorherzusagen wie gefährlich das Virus sei, sagt Professor Rupprecht. Denn die Einschätzung kann sich natürlich nur auf die Daten stützen, die bisher vorliegen.

Laut einer Studie seien 80,9 Prozent der Infektionen als mild einzustufen. 13,8 Prozent der Fälle sind ernst und 4,7 Prozent der Infektionen seien lebensbedrohlich. Für diese Studie wertete das Chinesische Zentrum für Seuchenkontrolle und -vorbeugung Daten über 72.314 Infektionen aus.

Coronavirus oder Influenza?

Klaus von Stetten relativiert die Sache noch weiter. Richtig gefährlich sei das Corona-Virus für alte Menschen und Immunschwache. Für sie kann die Krankheit im schlimmsten Fall tödlich enden. Aber das könnte auch bei anderen Infektionskrankheiten wie der Grippe der Fall sein. „Der Coronavirus ist nicht so schlimm wie die Influenza“, sagt von Stetten. An der Influenza seien wesentlich mehr erkrankt und viele Menschen würden sich dennoch nicht impfen lassen. Beim Coronavirus gibt es dagegen bisher keinen Impfschutz.

Ein weiterer Experte aus Bayreuth weiß auch, wie gefährlich das Corona-Virus wirklich ist.

Coronavirus: „Kein Zutritt für Chinesen“ in Bayreuther Restaurant

21. Februar 2020/in (20) Coronavirus-News, (20) Nachrichten aus Bayreuth, 20_Nachrichten/von Redaktion

Die Folgen des Coronavirus machen sich auch in Bayreuth bemerkbar. Vor kurzem hing am Bayreuther Gourmettempel ein Schild mit der Aufschrift „Kein Zutritt für Chinesen – Wir bitten um ihr Verständnis“ in deren Landessprache. Betroffene zeigten sich empört. Auch das Ordnungsamt wurde am Dienstag (18.2.2020) informiert.

„Kein Zutritt für Chinesen“ beim Bayreuther Gourmettempel

Beim Bayreuther Gourmettempel nachgefragt, erklärte die Prokuristin des Restaurants Lina Liao am Telefon, dass das Schild mit der Aufschrift „Kein Zutritt für Chinesen – Wir bitten um ihr Verständnis“ inzwischen dort nicht mehr hänge. Der Geschäftsführer war nicht für ein Statement zu erreichen, da dieser selbst seit Januar in China ist.

„Hier ist jeder Willkommen“

Weiter stellte die Prokuristin klar, dass der Zettel unter keinen Umständen durch die Restaurantleitung genehmigt worden sei. Der Gourmettempel sei eine Einrichtung, in der jeder Gast immer Willkommen sei. Eine diskriminierende Botschaft wie diese hätte dort nichts zu suchen.

Wir haben Gäste jeglicher Nation und Religion hier. Hier ist jeder Willkommen! Wir würden nie jemanden diskriminieren, schon gar nicht Gäste aus unserem eigenen Volk.

(Lina Liao, Prokuristin des Gourmet Tempels Bayreuth)

Wer hat den Zettel aufgehängt?

Wer den Zettel aufgehängt habe, wisse die Prokuristin nicht. Es habe sich dabei in jedem Fall um eine Aktion einer einzelnen Person gehandelt. Dabei sei es auch denkbar, dass derjenige, der den Zettel aufgehängt habe, kein Teil des Gourmettempel-Teams ist.

Sie könne sich zumindest schwer vorstellen, dass einer ihrer Mitarbeiter zuhause einen Zettel ausdruckt, um ihn dann in Eigenregie im Gourmettempel aufzuhängen.

Der Geschäftsführer darf China nicht verlassen

Der Geschäftsführer habe selbst sehr unter dem Coronavirus zu leiden. Eigentlich sollte dieser nämlich schon längst wieder von seinem China-Urlaub zurück sein, allerdings dürfe er, wegen des Virus das Land nicht verlassen.

Ein Bayreuther Experte erklärt, wie gefährlich der Coronavirus wirklich ist. 

Bayreuther Experte: So gefährlich ist der Corona-Virus wirklich

3. Februar 2020/in (20) Coronavirus-News, (20) Gesundheit und Soziales, (50) Gesundheit, 20_Nachrichten/von Redaktion

In China sind bereits 250 Menschen am Corona-Virus gestorben, über zehntausend Leute sind infiziert. Auch in Bayern gibt es bereits die ersten Fälle. Doch wie gefährlich ist der Virus wirklich? Das bt hat beim Gesundheitsamt in Bayreuth nachgefragt.

Gesundheitsamt Bayreuth gibt Entwarnung

Klaus von Stetten vom Gesundheitsamt in Bayreuth gibt Entwarnung: „Der Corona-Virus ist weniger „gefährlich“ als der jährlich auftretende Grippe-Virus.“ Wie auch bei einer Grippe könne der Virus vor allem für ältere Menschen oder Menschen mit chronischen Krankheiten gefährlich werden und zum Tod führen. Allerdings ist das auch hier nicht der zwingende Verlauf.

In der Grippesaison 2017/2018 sind deutschlandweit 25.000 Menschen an den Folgen einer Grippe-Erkrankungen gestorben, so von Stetten. „Eine Grippe ist definitiv gefährlicher!“

Symptome ähneln einer Erkältung

Doch wie unterscheidet sich der Corona-Virus nun von einem Grippe-Virus? Die Symptome ähneln sich zu Beginn sehr. Halsschmerzen, Husten, Abgeschlagenheit und Fieber treten am Anfang der Erkrankung auf. Diese Symptome können dann in einer schweren Lungenentzündung münden, so Klaus von Stetten.

Der Virus überträgt sich über Tröpfchen in der Atemluft. Da ähnliche Symptome auch bei mehreren Viruserkrankungen auftreten, sei eine exakte Falldefinition zum Aufenthalt und den Kontakten des Patienten erforderlich, so der Leiter des Gesundheitsamtes.

Enge Zusammenarbeit des Gesundheitsamtes Bayreuth mit Akutkrankenhäusern

Das Gesundheitsamt Bayreuth stehe in engem Kontakt mit den Akutkrankenhäusern, so von Stetten. Bei auftretenden Fällen würde es klar Definitionen und Anweisungen des Bayerischen Gesundheitsministeriums geben.

Doch nicht jeder Infizierte müsse ins Krankenhaus. Die stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus sollte nur den schweren Krankheitsfällen innerhalb der Risikogruppen vorbehalten werden, so das Gesundheitsamt Bayreuth. Ansonsten würden Betroffene auch in häuslicher Umgebung isoliert werden können.

„Es besteht kein Grund zur Beunruhigung“

„Wir sollten mit dem Corona-Virus nicht anders umgehen, als mit einer „echten“ Grippe“, betont Klaus von Stetten. Die jährlich aufkommende Grippe sei vom Krankheitsbild in der Regel auch heftiger als der Corona-Virus. Es bestehe also kein Grund zur Beunruhigung, so der Leiter des Gesundheitsamtes.

Im Gespräch mit Max Tetzner von der Aids-Beratungsstelle Bayreuth verrät er: „Wer heute in erfolgreicher HIV-Therapie ist, kann das Virus nicht mehr weitergeben.“

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