Coronavirus

3G-Plus-Regel in Fitnessstudios in Bayreuth: „Nervt mich wie jeden anderen auch“ – das sagen die Betreiber

Ab Sonntag, 7.11.2021, gelten in Bayern neue Corona-Regeln. Das betrifft auch den innenräumlichen Sportbetrieb. Das bt hat zwei Fitness- bzw. Therapiestudios in Stadt und Landkreis Bayreuth befragt.

Man könnte meinen, es sei mittlerweile ein alter Hut, wenn neue Corona-Regeln in Kraft treten. Tatsache ist jedoch: Man muss sich immer aufs Neue damit befassen.

Bei vielen Bereichen, wo bislang „nur“ 3G galt, heißt ab Sonntag, 7. November 2021, die neue Devise „3G-Plus“, so auch bei sportlichen Aktivitäten. Das bt hat sich im Freiraum, einem Fitnessstudio in Bayreuth, und beim Therapieloft Fichtelgebirge, einer Physiotherapie-Praxis in Bad Berneck nach der aktuellen Lage erkundigt.

Physio-Praxis im Landkreis Bayreuth: „da müssen wir eben durch“

Tobias Herrmannsdörfer, Geschäftsführer des im Mai neu eröffneten Therapielofts Fichtelgebirge in Bad Berneck im Landkreis Bayreuth, hatte weitere Einschränkungen schon erwartet: „Wir dachten, dass wir vielleicht noch bis Ende November Zeit hätten, aber wir haben strengere Maßnahmen bereits befürchtet.“ Das bt berichtete im Mai über die Eröffnung der neuen Physiotherapie-Praxis.

Herrmannsdörfer konnte dementsprechende Vorkehrungen treffen: „Wir haben im Vorhinein schon unsere Trainingsflächen vergrößert, sodass sich die Trainierenden auch auf zwei Stockwerke verteilen können. Und Wartebereiche gibt es bei uns auch genug.“

Eventuelle Verluste durch die Verschärfung von 3G auf 3G-Plus hätte Herrmannsdörfer ebenso bereits eingeplant: „Ich rechne schon damit, dass noch ein paar weniger kommen werden. Vom Schnelltest zum PCR-Test ist es eben schon ein Preisunterschied. Aber diese Abnahme der Besucher hatten wir im Vorfeld schon einkalkuliert.“ Abgesehen davon betreffe diese Verschärfung eher die, die den Loft als Fitnessstudio nutzen und nicht als vom Arzt verordnete Physiotherapie. „Die Maßnahmen nerven mich wie jeden anderen auch, aber da müssen wir jetzt eben durch“, gibt sich Herrmanndörfer pragmatisch.

3G-Plus „eigentlich 2G“ für Fitnessstudio in Bayreuth

Eine Mitarbeiterin im Fitness- und Wellnessstudio „Freiraum“ in der Spinnereistraße in Bayreuth sieht die 3G-Plus-Regel eher als eine indirekte 2G-Regel, durch die nun auch die letzten ungeimpften Kunden wahrscheinlich nicht mehr ins Studio kommen werden: „Bei den Ungeimpften haben stufenweise mehr und mehr ihren Vertrag pausiert. Erst kamen die nicht mehr, die Angst hatten, sich anzustecken, dann bei der Einführung von 3G die, die sich nicht testen lassen wollten, jetzt bei der Kostenpflicht der Tests und der 3G-Plus-Regel auch die, die es verständlicherweise nicht zahlen wollen.“

Die Mitarbeiterin betont dem bt gegenüber allerdings, dass die Verluste zwar existieren, aber nicht verheerend seien, da ohnehin über 90% der Mitglieder geimpft seien.

Auf den Betrieb im Freiraum hätte die neue 3G-Plus-Regel wenig Einfluss. Man akzeptiere die neuen Regeln natürlich, im Studioalltag bleibe aber „eigentlich alles beim Alten. Wir haben einen geregelten Check-In und Check-Out, jeder bekommt ein desinfiziertes Mikrofasertuch zum Sauberhalten der Geräte und durch die verschiedenen Bereiche im Studio entzerren sich die Aufenthaltsorte der Mitglieder ausreichend.“ Auch bei den anderen Mitarbeitern werde darauf geachtet, dass diese geimpft, genesen oder getestet sind, da man die aktuell schon existierende 3G-Regel sonst den Kunden gegenüber auch nicht verantworten könne.

Offiziell gilt 3G am Arbeitsplatz erst, wenn die Krankenhaus-Ampel auf Rot springt. Das sind die neuen Corona-Regeln, die ab dem Wochenende in Bayern gelten.