Politik

Angela Merkel zu Corona: „Die Nerven liegen blank“ – Bürger sollen weiter durchhalten

In einer Sondersendung mit dem Titel „Farbe bekennen“ hat sich die Deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ARD Fragen von Journalisten zur Corona-Pandemie gestellt. 

Am Dienstagabend (2.2.2021) hat die ARD ein Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zur aktuellen Corona-Lage gezeigt. Das bt hat sich die 15-minütige Sondersendung angesehen. Währenddessen ist die 7-Tage Inzidenz in Oberfranken weit über dem bayerischen Durchschnitt.

Angela Merkel bei „Farbe bekennen“ zur Corona-Pandemie: „Die Nerven liegen blank“

„Insgesamt ist es ja eine große Leistung, dass wir ein Jahr nach der Pandemie mehrere zugelassene Impfstoffe haben“, sagt die Kanzlerin zum Impfgipfel den sie mehr als ein aufklärendes Gespräch mit der Wirtschaft, also den Pharmafirmen verstehe. Es sei wichtig gewesen, Probleme der anderen Seite aus erster Hand zu erfahren. „Wir (von der politischen Seite) können keinen starren Impfplan machen sondern wir müssen modellieren, wir müssen es anpassen.“ Bis Ende September werde jeder Bundesbürger ein Impfangebot bekommen.

Merkel spricht von einem Grundgerüst, das mit dem „Impfgipfel“ entstanden sei. „(Daraus) können wir uns jetzt einen dynamischen Plan erarbeiten.“ Der sei abhängig von der Entwicklung der Infektionen mit den Corona-Mutationen.

Hat die EU zu wenig Corona-Impfstoff bestellt? Das sagt die Bundeskanzlerin

Zu dem Handeln der EU bei den Bestellungen der Impfdosen sagt die Bundeskanzlerin: „Diese Frage (haben wir den Herstellern) gestellt: Hätten wir mehr bezahlt, könnten wir mit mehr Geld mehr bekommen und die Antwort war Nein.“ Europa sei auf seine vorhandenen Produktionsanlagen angewiesen. „Wir müssen mit unseren eigenen Produktionskapazitäten hinkommen.“ An etwa nicht vorhandenen Ampullen könne es nicht scheitern, so Merkel. „Daran können wir arbeiten.“

Die Entwicklung der Infektionszahlen in Deutschland: Deswegen bedankt sich Angela Merkel

„Die Nerven liegen blank. Es ist eine lange Strecke. Es ist jetzt die schwerste Strecke noch durch diesen Winter.“ In vielen Landkreisen würden die Inzidenzen wieder sinken. Das sei den Bürgern zu verdanken, die trotz der schweren Zeit mitgemacht haben. „Wir brauchen einen nachhaltigen Weg aus der Pandemie“, sagt Merkel zum weiteren Vorgehen. Kontaktbeschränkungen und Homeoffice seien nur Beispiele aber nur so sei es möglich, die Infektionszahlen weiter zu senken. „Deshalb bitte ich alle (…) noch weiter durchzuhalten.“

„Je weniger, desto mehr“: Das sind Angela Merkels Pandemie-Aussichten

Eine konkrete Antwort, wann genau wieder ein Hauch von normalem Leben einkehren wird, hat die Bundeskanzlerin nicht gegeben. Sie führte die Freiheiten im vergangenen Sommer auf die guten Zahlen zurück. Umso weniger Infektionen es gebe, umso mehr Normalität werde wieder möglich sein.

Das gesamte Interview gibt es am Dienstag (2.2.2021) um 20:15 Uhr im Ersten Deutschen Fernsehen (ARD) und in der ARD Mediathek zu sehen.

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Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß