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Zuletzt aktualisiert am 22. Dezember 2021 | 19:10

Coronavirus

„Omikron-Feuer“ an Weihnachten: Lauterbach und Wieler warnen und sehen kein Zeichen von Entspannung

von Jürgen Lenkeit

Am Mittwoch (22.12.2021) haben Gesundheitsminister Karl Lauterbach und RKI-Chef Lothar Wieler zur aktuellen Corona-Lage informiert.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat Corona. Symbolbild: Büro Karl Lauterbach
Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat Corona. Symbolbild: Büro Karl Lauterbach
  • Gesundheitsminister Lauterbach und RKI-Chef Wieler geben Pressekonferenz
  • Fünfte Corona-Welle kommt
  • Booster-Impfen als „einmalige Chance“
  • An Weihnachten Kontakte beschränken

Gesundheitsminister Karl Lauterbach und RKI-Chef Lothar Wieler haben Mittwochmittag (22. Dezember 2021) eine Pressekonferenz gegeben.

Sie haben zum aktuellen Infektionsgeschehen und den Corona-Maßnahmen rund um Weihnachten informiert.

Fünfte Corona-Welle kommt

Fünfte Corona-Welle in Deutschland: Lauterbach berichtete, dass die Welle mit der Delta-Variante des Coronavirus allmählich unter Kontrolle gerate. Es gebe sinkende Zahlen, die Maßnahmen wirken nachhaltig. „Trotzdem müssen wir mit der fünften Welle sicher rechnen“, sagte Lauterbach.

Der Gesundheitsminister geht davon aus, dass sich die Omikron-Welle „nicht mehr verhindern lässt.“ Bei den Maßnahmen verwies er auf die entsprechenden Beschlüsse aus der Ministerpräsidenten-Konferenz vom Vortag. Einen harten Lockdown wollte Lauterbach zuvor nicht ausschließen.

Als „wichtigsten Baustein“ gegen Omikron nannte Lauterbach eine „besonders offensive Booster-Kampagne“. Die Booster-Strategie könne Omikron nicht ganz verhindern, aber viele Menschen würden nicht schwer erkranken. Ein Schutz vor schwerer Erkrankung liege bei „deutlich über 90 Prozent“. Schwere Fälle sollen im Idealfall Seltenheit haben

Boostern erfolge derzeit vor allem mit Moderna. Deutschland habe derzeit 30 Millionen Moderna-Dosen zur Verfügung. Bisher wurden 27 Millionen Menschen geboostert. 30 Millionen weitere Auffrischungsimpfungen bis Weihnachten seien das Ziel. Weitere 30 Millionen sind danach geplant. „BioNTech-Impfstoff ist etwas knapper“, wie die Inventur ergeben habe, teilt Lauterbach mit. Deshalb werde auf Moderna gesetzt.

Lauterbach über Boostern: „einmalige Chance“

Lauterbach empfiehlt Moderna „ausdrücklich“, BioNTech soll vor allem bei Unter-30-Jährigen eingesetzt werden. Vom 24. Dezember bis 9. Januar müsse „so viel geboostert werden wie irgendwie möglich“. Es gilt dann das Sonn- und Feiertagsbudget für impfende Ärzte.

Im Boostern sieht Lauterbach eine „einmalige Chance“: 50 bis 60 Millionen Geboosterte können Omikron verlangsamen und damit auch wieder Ungeimpfte schützen. Nur so könne die Corona-Pandemie entschleunigt werden. Vom neu zugelassenen Totimpfstoff Novavax habe Deutschland vier Millionen Dosen Impfstoff gekauft.

Corona-Lage wird sich wieder verschärfen

RKI-Chef Wieler warnte, dass die epidemiologische Lage während der Feiertage nur unvollendet abgebildet werde. Die Fallzahlen seien zwar rückläufig, dies sei aber „noch kein Zeichen von Entspannung.“ 50 Regionen in Deutschland hätten weiterhin Inzidenzen über 500.

Die Kliniken in Deutschland seien weiter am Limit, Operationen würden abgesagt. Derzeit seien rund 4.500 Intensivbetten in Deutschland belegt. Derzeit sterben rund 2.000 Corona-Infizierte in Deutschland.

Dann kündigte Wieler unmissverständlich an: „Die Fallzahlen werden wieder steigen“ wegen Omikron. Er sieht eine „Infektionswelle von noch nicht gesehener Dynamik“ auf Deutschland zukommen. Der Trend laut Wieler sei glaskar: Bei einer Verdopplung der Omikron-Fälle alle drei Tage könnte Omikron in circa drei Wochen dominant sein.

Kein „Omikron-Feuer“ an Weihnachten riskieren

Kritische Versorgungsstrukturen (etwa Krankenhäuser, Polizei, Feuerwehr) dürften keinesfalls in Gefahr geraten, wenn sich das Personal infiziere oder in Quarantäne müsse. Elf Millionen Erwachsene in Deutschland seien weiterhin ungeimpft.

Der RKI-Chef verwies auf eine Stiko-Empfehlung beim Boostern. Die empfiehlt nun eine Auffrischung nach bereits drei Monaten. Weihnachten dürfe keinesfalls der „Funke werden, der das Omikron-Feuer entfacht“, sagte Wieler wortwörtlich. Das ist aktuell an Weihnachten erlaubt.

Die Kontakte seien aufs Nötigste einzuschränken: Es sollen immer die gleichen Personengruppen getroffen werden. Auf Reisen solle verzichtet werden, wo es nur geht.

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