Coronavirus

Corona-Mutation in Bayreuth aufgetaucht: Darum hat das Gesundheitsamt nichts veröffentlicht

Das Gesundheitsamt Bayreuth hat sowohl Stellung zu den Corona-Ausbrüchen im Klinikum Stellung als auch zu der höchst ansteckenden Virusmutation aus Großbritannien bezogen. Außerdem wird erklärt, warum der Öffentlichkeit erst vier Tage nach dem Nachweis von der Mutation berichtet wurde.

  • Corona-Mutation in Bayreuth
  • Englische Corona-Mutation in Bayern nachgewiesen
  • Klinikum Bayreuth mit mehreren Ausbrüchen

In der Stadt Bayreuth ist der erste Fall der englischen Variante des Coronavirus entdeckt worden. Das Bayreuther Gesundheitsamt relativiert die Corona-Lage allerdings.

Update vom 22. Januar: Darum hat das Gesundheitsamt die Corona-Mutation nicht veröffentlicht

Bereits am 20. Januar 2021 fragte das bt beim Landratsamt an, weshalb der Nachweis der Corona-Mutation nicht der Öffentlichkeit gemeldet wurde. Erst auf erneute Nachfrage hat das Landratsamt am 22. Januar eine Stellungnahme mitgeteilt.

Corona-Mutation in Bayreuth

In der Stadt Bayreuth ist der erste Fall der englischen Variante des Coronavirus entdeckt worden. „Indexfall ist eine Person, die kurz vor den Weihnachtsfeiertagen aus Großbritannien eingereist war und sich unmittelbar in Isolation begeben hatte. Ein Abstrich erbrachte den Nachweis des Coronavirus, das Ergebnis der Sequenzierung mit dem der Nachweis der neuen Variante geführt wurde, lag jedoch erst am 16.01.2021 vor, zu einem Zeitpunkt, als die Isolation und Ansteckungsfähigkeit bereits beendet waren“, erläutert das Landratsamt.

Weiter wird der Fall beschrieben: „Die erste Testung der betroffenen Person erfolgte in einer Hausarztpraxis in Bayreuth am 21.12.20. Das Ergebnis dieser Testung ging am späten Nachmittag des 22.12.2020 beim Gesundheitsamt Bayreuth ein. Da die Person aus Großbritannien eingereist war, wurde nach Rücksprache mit dem LGL eine zweite Abstrichentnahme am 24.12.20 in der Teststation Aichig vorgenommen. Dieser Test wurde am 26.12. in das LGL-Labor für Humanvirologie in Oberschleißheim gebracht, wo die Sequenzierung erfolgte.“

Darum hat das Gesundheitsamt nichts veröffentlicht

Das Ergebnis wurde am Samstag, 16. Januar 2021, dem Gesundheitsamt mitgeteilt. Doch die Öffentlichkeit wurde darüber nicht informiert. Die Gesundheitsamt reagierte erst, als das Bayreuther Klinikum mitteilte, dass die englische Corona-Mutation in Bayreuth nachgewiesen worden ist.

Das Landratsamt sagt dazu: „Dass es nicht gleich nach dem Wochenende, am Montag (18. Januar) sondern erst am Mittwoch (20. Januar) veröffentlicht wurde, liegt daran, dass es sich um einen abgeschlossenen Fall handelt. Die betroffene Person ist bereits seit über zwei Wochen nicht mehr ansteckend und seit dem 01. Januar 2021 nicht mehr in Quarantäne. Aufgrund dessen, dass dieser Fall für das aktuelle Infektionsgeschehen keine Rolle spielt, stellte sich nicht die Frage einer schnellstmöglichen Veröffentlichung. Gleichzeitig wurde der Fall, wie in der Meldekette vorgesehen, selbstverständlich gemeldet.“

Erstmeldung vom 20. Januar 2021: Pressemitteilung aus dem Landratsamt

Der Indexfall ist eine Person, die kurz vor den Weihnachtsfeiertagen aus Großbritannien eingereist war und sich unmittelbar in Isolation begeben hatte, teilt das Gesundheitsamt Bayreuth mit. Ein Abstrich erbrachte den Nachweis des Coronavirus, das Ergebnis der Sequenzierung mit dem der Nachweis der neuen Variante geführt wurde, lag jedoch erst am 16. Januar 2021 vor, zu einem Zeitpunkt, als die Isolation und Ansteckungsfähigkeit bereits beendet waren.

Auch aufgrund der guten Mitarbeit der betroffenen Person bestanden zu keiner Zeit Kontakte, die zu einer Ansteckung geeignet gewesen wären. Der Krankheitsverlauf war mild, so dass die Person auch nicht als Patient im Klinikum gewesen war. Daher kann das Gesundheitsamt nach menschlichem Ermessen ausschließen, dass das derzeitige Infektionsgeschehen im Klinikum Bayreuth mit diesem Indexfall in Zusammenhang stehen könnte.

Corona-Ausbrüche im Klinikum Bayreuth

Vom Klinikum Bayreuth wurde zuletzt über Covid-Ausbrüche auf einigen Stationen berichtet. Solche Ausbrüche waren insbesondere in der Anfangszeit der Pandemie im Klinikum vorgekommen. Da es bislang gelungen war, Ansteckungen in der Klinik besser zu verhindern, bereitet das zuletzt beobachtete Geschehen Sorgen.

Aus diesem Grund wurde heute seitens der Klinik telefonisch Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufgenommen. Es ist beabsichtigt, das Klinikum, das bislang erforderliche Infektionsschutzmaßnahmen, wie in Häusern dieser Versorgungsstufe üblich, selbst etabliert hat, durch die Behörden zu unterstützen.

Auch die möglichst umfangreiche Testung der Mitarbeiter zählt zu diesem Angebot, wobei hier voraussichtlich die Teststrecke von Stadt und Landkreis zur Verfügung stehen wird.
Eine zusammenfassende Darstellung des gesamten Geschehens – auch zur Kommunikation etwa mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit konnte durch das Klinikum noch nicht vorgelegt werden.

Englische-Virusmutation im Klinikum Bayreuth?

Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass das Geschehen am Klinikum im Zusammenhang mit der englischen Virusvariante stehen könnte. Allerdings stellt das aktuell gehäufte Auftreten von zahlreichen Fällen eine besondere Situation dar, sodass im Klinikum aufgrund der Dynamik über die Möglichkeit einer beschleunigten Ansteckung als Mitursache diskutiert wird.

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

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