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Coronavirus

„Wir geben für Ungeimpfte viel auf“: Lauterbach erwartet von Ungeimpften eine Gegenleistung

Die Omikron-Variante des Coronavirus hat die Lage in Deutschland deutlich verschärft. Nun äußern sich Experten und Gesundheitsminister.

Die Infektionszahlen in Deutschland erreichen mit 92.223 zum Freitag, 14. Januar 2022, ein neues Rekordniveau. Noch nie hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) einen so hohen Wert gemessen.

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Nun haben sich RKI-Chef Lothar Wieler, Virologe Christian Drosten und der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auf der Bundespressekonferenz am Freitag zur aktuellen Lage geäußert.

Corona in Deutschland: Lauterbach befürchtet steigende Zahl der Todesfälle

Lauterbach rechne mit einer weiter steigenden Zahl von Neuinfektionen, obwohl man versucht habe, aus der sogenannten Omikron-Wand einen Hügel zu machen. Das funktioniere momentan zwar ganz gut, jedoch gebe es „keinen Grund zur Entwarnung“, so der Bundesgesundheitsminister. Auch interessant: So reagiert das Robert-Koch-Institut auf die gemessenen Rekord-Zahlen für Deutschland.

So befürchtet er ebenfalls ansteigende Sterbezahlen, denn bei der Gruppe der Über-60-Jährigen sei ein immer noch viel zu großer Teil ungeimpft. „Die Zahl der Opfer wäre zu hoch“, so Lauterbach. Es gelte daher, die Impfkampagne weiter voranzutreiben.

RKI-Chef Wieler wies darauf hin, dass vor allem die Zahl der schweren Verläufe entscheident dafür sein würden, ob das Gesundheitssystem in Deutschland weiter aufrecht erhalten bleiben könne. „Durch die Masse an Infektionen müssen wir uns leider darauf einstellen, dass auch die Zahl der Hospitalisierungen und der Todesfälle natürlich wieder steigen wird“, so der Chef des RKI.

Lauterbach: „kann man erwarten, dass sich diese Menschen impfen lassen“

Der Virologe Christian Drosten machte darauf aufmerksam, dass es „ein Missverständnis“ sei, zu glauben, eine Infektion mit der Omikron-Variante schütze vor Infektionen mit anderen Varianten. Insbesondere wenn sich eine weitere Variante wie Delta entwickle, hätten Ungeimpfte keinen verlässlichen Schutz. Den Glauben, die Impfung schütze nicht, halte Drosten für Ignoranz.

Beim Thema Impfpflicht positionierten sich Karl Lauterbach und Lothar Wieler eindeutig dafür. Lauterbach formuliert es besonders scharf: „Wir geben für Ungeimpfte viel auf. „Da kann man auch erwarten, dass sich diese Menschen für das Allgemeinwohl impfen lassen“, so der Bundesgesundheitsminister.