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Zuletzt aktualisiert am 10. November 2023 | 08:07

Bayreuth

Der neue Einsatzleiter der Bayreuther Polizei: Er ist da, wenn’s brenzlig wird

von Johannes Pittroff

Martin Prechtl ist dann zur Stelle, wenn es in Bayreuth gefährlich wird. Er ist der neue Einsatzleiter der Polizei Bayreuth-Stadt.

Polizeirat Martin Prechtl ist für die großen Einsätze in Bayreuth zuständig. Foto: Johannes Pittroff
Polizeirat Martin Prechtl ist für die großen Einsätze in Bayreuth zuständig. Foto: Johannes Pittroff

Martin Prechtl ist zudem der neue stellvertretende Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt. Doch welcher Mensch steckt eigentlich in der Uniform – wo kommt er her, was treibt ihn an, wo will er hin?

Im bt verrät Martin Prechtl, welche spezielle Beziehung er zu der Region hat – und was er in Bayreuth bewirken will.

Bayreuth ist „wie ein Sechser im Lotto“

Als neuer Bayreuther Einsatzleiter ist er dann gefragt, wenn es ein Großereignis oder einen gefährlichen Einsatz gibt: Martin Prechtl, 42 Jahre alt, in Bayreuth geboren, in Mehlmeisel aufgewachsen. Er hat seinen Vorgänger Benjamin Böhm am 1. Oktober als Einsatzleiter der Polizei Bayreuth-Stadt abgelöst.

Als Polizist hatte Prechtl schon viele Stationen – nun ist er zurück in der Heimat. „Meine Wunsch-Dienststelle war die Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt“, sagt Prechtl. „Das hat glücklicherweise geklappt. Für mich ist das wie ein Sechser im Lotto.“ Fußballspiele und große Demonstrationen zählen zu seinem Bereich, aber auch die kürzlichen Einsätze wegen Bombendrohungen.

„In den ersten Wochen war schon einiges los“, sagt er. Trotz seiner umfassenden Ausbildung sei jeder große Einsatz eine Herausforderung. „Wenn man ad hoc Entscheidungen treffen muss, ist man schon recht einsam.“

Jetzt wird’s ein wenig häuslicher

Martin Prechtl arbeitet seit 23 Jahren bei der bayerischen Polizei, im Jahr 2000 hat er angefangen. Prechtl war immer auf Achse: der Dienst führte ihn nach München und Hof, nach Fürth und Bayreuth, in die Oberpfalz nach Nabburg und Waldsassen, nach Fürstenfeldbruck, Münster, Pegnitz.

„Ich habe lange aus dem Koffer gelebt“, sagt Prechtl. „Jetzt bin ich froh, dass das Leben planbar wird, dass es geregelte Abläufe gibt.“

Gerade wegen seinem kleinen Sohn ist ihm die Sesshaftigkeit wichtig – der ist noch keine anderthalb Jahre alt. „Wenn ich einigermaßen pünktlich heimkomme, ist er noch wach. Da freue ich mich sehr“, sagt Prechtl.

Er wohnt mit seiner Lebensgefährtin und seinem Sohn im Landkreis Tirschenreuth, in der Steinwald-Region. Er war gewissermaßen schon sein Leben lang ein Grenzgänger zwischen der Oberpfalz und Oberfranken.

Oberpfälzer oder Oberfranke?

Da Prechtl in Mehlmeisel aufgewachsen ist, könnte man sagen, er stammt aus dem Landkreis Bayreuth. Doch sein Dialekt klingt für einen Einheimischen doch etwas fremd. „Bis zur Gebietsreform 1972 gehörte Mehlmeisel zur Oberpfalz, zum Landkreis Kemnath“, sagt Prechtl.

Als junger Mann sei er aber viel in Bayreuth unterwegs gewesen – diese Mischung habe ihn geprägt.

„Wenn ich früher in Bayreuth unterwegs war, haben die Leute gesagt: ein Oberpfälzer. In der Oberpfalz wiederum haben sie gesagt: ein Franke.“

Lieber in Mehlmeisel Skifahren als in Bayreuth Wagner hören

Der Polizeirat interessiert sich nicht nur für das aktuelle Geschehen rund um Bayreuth. „Ich bin an der Geschichte der Region interessiert, zum Beispiel an der Markgrafenzeit.“ Auch einige Wagner-Opern habe er gehört – wenn er in seiner früheren Bayreuther Zeit als Polizist im Festspielhaus Dienst hatte. „Die Musik fand ich gut. Aber die Bühnenbilder waren schon herausfordernd.“

Eine Leidenschaft Prechtls ist der Sport. „Im Sommer laufe ich und gehe schwimmen, im Winter bin ich Skifahrer. Sehr gerne auch in Mehlmeisel – aber die Tage, an denen genug Schnee liegt, werden leider immer weniger.“

„Den Polizisten, der durch die Stadt geht und den jeder kennt, gibt es nicht mehr so oft“

Ist er nun das neue Gesicht der Bayreuther Polizei? „Den Polizisten, der durch die Stadt geht und den jeder kennt, gibt es nicht mehr so oft. Das war die frühere Form der Öffentlichkeitsarbeit – die hat sich jetzt in die sozialen Medien verlagert“, sagt er. Entsprechend gehört auch viel Schreibtischarbeit zu seinem Alltag.

Das Wichtigste für den Polizisten sei aber immer noch: Mit dem Bürger reden.

„Ich habe kein Problem damit, in Bayreuth mit Gesicht und Namen bekannt zu sein“, sagt Prechtl. „Ich spreche mit den Leuten – und bin ansprechbar.“

Bayreuth soll die Heimat bleiben – vorerst

Viel verändern will er bei der Bayreuther Polizei nicht – seine Vorgänger hätten schon sehr gute Arbeit geleistet, auf der er aufbauen könne. „Aus meiner Sicht ist die Arbeit der Bayreuther Polizei sehr gut.“ Er sieht keinen bestimmten Kriminalitäts-Schwerpunkt in Bayreuth. „Das große spezifische Problem gibt es nicht. Grundsätzlich geht es immer darum, die Sicherheit weiter zu erhöhen.“

Irgendwann könnte es ihn wieder aus Bayreuth fortziehen. Wenn er in den Diensträngen weiter aufsteigt, wäre eine Versetzung Pflicht, so Prechtl. „Aber das wäre erst in fünf bis acht Jahren. Daher freue ich mich erst mal auf die Zeit in Bayreuth.“

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