Wirtschaft

Kreis Bayreuth: Busunternehmer kämpfen wegen Corona um ihre Existenz

Die Corona-Pandemie hat Busunternehmen in Deutschland hart getroffen. Reisen wurden storniert, Busse mussten abgemeldet werden und es kam zu massiven Umsatzeinbußen. Jetzt sprechen Bayreuther Busunternehmer.

Die Corona-Pandemie hat Busunternehmer in Deutschland hart getroffen. Viele kämpfen um ihr Überleben. Das haben erst kürzlich die Geschäftsführer eines Busunternehmens im Kreis Bayreuth deutlich gemacht. 

Touristischer Busverkehr entfällt

Der Bayreuther Busunternehmer Marcus Losert gibt zu Bedenken, dass bei dieser Krise zwischen Nahverkehr und touristischem Verkehr unterschieden werden müsse. Während des Lockdowns sei der Linien- und Schulbusverkehr entfallen. „Zum Ende des Schuljahres haben wir dort dann wieder einen Einsatz von 75 bis 80 Prozent gehabt“, sagt Losert. Beim Reisebusverkehr sehe das beispielsweise ganz anders aus. Dort seien die Fahrgäste noch sehr zurückhaltend. Der Busunternehmer denkt, dass auch die Berichterstattung eine Rolle für die Zurückhaltung der Menschen spielt. Im Bereich des touristischen Busverkehrs habe nach wie vor jeder Probleme. „Da geht es uns allen sehr schlecht“, sagt Losert.

Absage der Festspiele betrifft auch Losert

Der Unternehmer zeigt im Logistikpark auf seine abgemeldeten Busse: „Hier stehen drei Millionen Euro rum. Die Räder drehen sich nicht und es kommt kein Geld rein.“ Allein durch die Absage der Bayreuther Festspiele entfallen einige Busfahrten. Denn normalerweise bringen die Busse Festspielgäste und Touristen von den Hotels nach Bayreuth und wieder zurück. Trotz der angespannten Situation ist Losert relativ gelassen. Denn im Gegensatz zu anderen sei er noch gut aufgestellt. Allerdings befürchtet er, dass so einige Geschäfte einen zweiten Lockdown nicht überleben würden.

Jörg Püttner: „Es ist nicht einfach“

Geschäftsführer Jörg Püttner aus Creußen bestätigt die Aussagen der Busunternehmer Albrecht und Christian Bock: „Dass wir ums Überleben kämpfen ist richtig.“ Denn der reguläre Ausflugsverkehr entfalle, der Behindertenverkehr sei nur eingeschränkt möglich und nun seien auch schon wieder Ferien. „Wir fahren eigentlich mit 14 Linien zur Werkstatt für Behinderte in Bayreuth. Aktuell sind es nur sieben“, sagt Püttner. Auch ins Heilpädagogische Zentrum (HBZ) fahre Püttner für gewöhnlich mit 14 Linien. Jetzt seien es nur noch sechs. Zudem entfallen viele Behindertenausflüge.

„Es ist nicht einfach.“
(Busunternehmer Jörg Püttner)

Wie das Unternehmen Habo, habe auch Püttner Omnibusse abmelden müssen. „Aktuell sind drei Reisebusse und drei Linienbusse abgemeldet.“ Die Bundesregierung will nun Reisebusunternehmen mit 170 Millionen Euro helfen.

Bayreuther Tagblatt - Katharina Adler

 bt-Redakteurin Online/Multimedia
Katharina Adler