Coronavirus

Lautsprecher bei Beerdigungen in Bayreuth: So handelt die evangelische Kirche in der Corona-Krise

Auch die Kirchen sind von der Corona-Pandemie betroffen. So handelt die evangelische Kirche in Bayreuth – teilweise mit Lautsprechern auf Beerdigungen.

„Wir haben immer Wege gefunden“, sagt der evangelische Pfarrer von St. Johannis und stellvertretender Dekan des Dekanatsbezirks Bayreuth-Bad Berneck Christian Aschoff zum Kirchenbetrieb in der Corona-Krise. Leicht sei es nicht, er stelle sogar ein Bröckeln des Zusammenhalts innerhalb der Kirchengemeinde fest.

Der Grund: das Fehlen von Begegnung. Das bt hat mit ihm darüber gesprochen, wie die evangelischen Kirchengemeinden in Bayreuth ihr Schiff durch die Corona-Krise steuern.

Bayreuth: Evangelische Kirche in der Corona-Pandemie

Die evangelische Pfarrgemeinde St. Johannis im Osten von Bayreuth: Nachdem dort nach dem Heiligen Abend 2020 bis zum 31. Januar dieses Jahres keine Präsenzgottesdienste mehr stattgefunden hatten, gibt es sie wieder: mit Abstand, Hygiene und FFP2-Maske.

„Mir fehlt das Gewusel“, erklärt Pfarrer Christian Aschoff. Kirche sei ein Ort der Begegnung und diese sei aufgrund der Pandemie eingeschränkt. Untätig seien sie aber nicht gewesen: „Wir haben getan, was wir konnten.“

Tatsächlich gibt es von St. Johannis einen eigenen YouTube-Kanal mit Gottesdiensten zum zuhause Anschauen und Mitfeiern. Bisweilen wurden sie sogar live ins Netz gestreamt.

Kirche online in Bayreuth: Von GEMA- und anderen Problemen

Es ist die fehlende, gar bröckelnde Gemeinschaft, die dem evangelischen Pfarrer Aschoff Sorgen machen. Weniger Menschen bei den Gottesdiensten aus Sorge vor Corona: „Wir haben DVDs mit den aufgezeichneten Gottesdiensten zu denen gebracht, von denen wir wissen, dass ihnen die Kirchengemeinschaft am meisten fehlt“, erzählt er. „Manche der älteren Gemeindemitglieder hatten leider nur alte VHS-Rekorder.“

Die Live-Streams von Gottesdiensten würden sie wegen der GEMA, also der Musikrechte an Liedern, wegen unsicherer Rechtslage einstellen müssen.

Lautsprecher bei Beerdigungen in Bayreuth

Gottesdienste sind als  Präsenzgottesdienste wieder möglich. Es gebe ein Sicherheitsteam, das auf die AHA-Regeln achtet. Eine Voranmeldung sei derzeit nicht nötig, so Pfarrer Aschoff. Bei Beerdigungen würde man dort aktuell mit 25 Personen rechnen.

Dann sei das mit allen Corona-Regeln konform. Kommen mehr, gebe es Lautsprecher für den Platz davor, so dass auch Menschen, die nicht Angehörige ersten Grades sind, daran teilnehmen können. Sollte der Platz dennoch nicht reichen, würden sie in seinem Team schon eine Lösung finden. „Wir haben immer Wege gefunden.“

Konfirmation 2021 in Bayreuth in Aussicht

Die Konfirmation 2020 war auf Juli verschoben worden. „Obwohl wir gewarnt wurden: Es war der beste Zeitpunkt dafür“, sagt Aschoff. „Die Gastronomie durfte aufhaben. So wurde es für jede Familie ein Fest.“ Die Konfirmation 2021 sei derzeit wieder für Juli geplant. „Im Moment sehen wir diesem Termin positiv entgegen.“

Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß